J alirb uch

(1er

Köniulicli Piviis8iscli(Mi üc'ologischen LaiKlesaiistalt und JbTuakadeiuie

zu

Berlin

für (las Jahr

1891).

48520

Hand XX.

Im Vortiitd» Ix'i der Simon Si'iiHt)i‘i'\sclit.‘ii 1 lof- Laiulknrtentiaiullmig

(.1. 11. Niu jiannX

'1900.

Inhalt.

1.

aus dor Anstalt.

Seite

I. Bericht ühcr die Thätigkeit der Königl. geologischen Landesanstalt

ini Jahre 18!»') 7

'2. Arheit.'plan für die geologische Lande^aulnahnie iin Jahre I!)Ü0 . 20

J. Mittheilungen iler Mitarbeiter der Königl. geologischen Lande^anstalt

nlii-r Ergebnisse der Aufnahmen im Jahre 18!»1) i

L. Bkushausfx: Bericht über Aufnahmen auf den Blattern St An- dreasberg und Elbingerogo 18!*1» i

A. Dksckmass : Bericht über die Aufnahmen im Kellerwalde im

Sommer 189!) iv

E. Kayseii: Bericht über die Aufnahmen auf den Blättern Ballers- bach und Ilerborn im Jahre 1899 ix

< vo.N Lissrow : Bericht über die Aufnahme auf Blatt Frankenau

im Jahre 1899 xt

A. VON Koknes: Ceber die Ergebnisse der Aufnahmen im Jahre

1899 XI it

A. SiEiKu: Mittheilung über Aufnahmen im östlichen Thüringen

1899 xxt

W. Fiiant/.e.v : lieber Aufnahmen auf Blatt Treffurt 1899 ... XXI

11 LoiiKr/: Mittheilungon über geologische Aufnahmen auf den Blättern Schwerte, Menden, Ibdienlimbiirg und Iserlohn

im Jahre 1899 .xxix

0. Ziasi-.; Miltheilung über Aufmiiimeii im liichsfeldo 1899 . . xi.i

11. Giaau:: Bericht ülior die geologischen Aufnahmen des Jahres 18!»9 xi.ii

GorrKiui-n Mi:m.i:i!: Die Ergebnisse der Untersuchungen auf Blatt

Lauenburg (Elbe) im Sommer 1899 i.

W. Kokki-: Bericht über die Aufnuhmoarhoiton auf den Blättm-n

Artlenburg utul Winsen 1899 i.viii

A*

Seite

G. Maas: Bericht n her die Aiilntihnio des Blattes Bindciihii.scli iSOi) i,.\i C. Gagkw: Bericht über die Aiifnahnioarbeiten auf den Blättern

Angerbuvg und Kruglanken 18011 i.xiv

B. Kühn: Bericht iiber die bisherigen Ergebnisse der Aufnahmen

auf tlcn Blättern Zuck:iu und Carthaus i.xxiv

A. Liret.A: Ueber meine Aufnalimen im wcstlielien Rheingan (Bl.

Rfule.sheim und Pressberg'' i.xxvi

Paui, Gt'sr\r KitAu-s);: Bleicht über die Ergeltnis.se der Aufnahme

auf Blatt Seiioburg und Cabienen IBOJ i.xxxiv

A. Ki.AUT/..seii : Bericht über diu Aufnahmen auf den Blättern Seo-

he.sten tind Sensburg im dahre iSlllt xc

\V. Wkissku.mki. : Borieht über die Aufnahme vun Blatt Rambow

181)0 xcv

R. MicHAia.: Bericht über die Ergebnisse dtT Aufnahmo des Blattes

Bern.stein c:

E. Dathk: Bericht übt>r die geologischen Aufnahmen auf den

Blättern Neurodu und Glalz in den Jahren 1800 ... cv

4. Nekrolog auf Tn. EiinitT CXVll

5. Personal -Verhältnisse cxxi

M.

.-Vbhaudlungeii von Mitarbeitern der Königl. geologischen

Landesanstalt.

Der tiefere Unlergrniul Königsbergs mit Beziehung auf die Wasserver- •sorgung der Stadt. Von Herrn Aukuko JEsr/.-seii in Königsberg in Pr.

(Tafel IV— XIII.;

Zur Frage nach dem geologischen .Mti'rdes Pentniiicrafi rheruinu.s F. Riii;mkii.

Von Herrn L. Bf.usiiaum:n' in Berlin 17;;

Ohurer Muschelkalk auf der Schafweide bei Lünelturg. Von Ib-rrn

GoTmtim» Mini.Ku in Berlin 1,S0

Ueber ein neue.s infergluciales Torflager. Von den Herren W. Kokkt in

Berlin und C. Weio;r in Bremen IS.)

Goriialiloti im Obersilnr des Steinhornes bei Schönau im Kellerwalde.

Briefliche Mittheilung des Herrn A. Desckmas.s i;i.')

BfOhaclitungen im üntenievon der Aachener Gegend. Von Herrn E. Hon/.-

Aei-i-.f. in Aachen IDD

Ueber ein Vorkommen von Senoner Kreiile in ( tstpreu.s.sen. Von den

Herren U. GA<iEi. :nid F^. Kau.s'howe.v in Berlin 007

Beiträge zur geologischen Kennliiiss des Haizes. Von Herrn M. Kocii

iji Berlin •j;)7

Zur Kenntni.sri des Diluviums in di r Grafschaft Glatz (1;. \’on Herrn

E. D.vrm; in Bi rliii. (Hierzu eine Karte. Tafel XVII.) 247

Begleilworte zur Untergruudskarle des iiordöstliehen I teutschland. Von

Herrn A. Jent/.sch in Berlin. (Hierzu Tab l XIV.) 2()(!

Seite

Ein iugondliflicr Schädol von R/iinoceros nntiquitatis Blunili. Von Herrn

Hknkv Soiiiiöokk. (Hierzu Tafel XVd 28()

Nfue Beoltachtungt'n aus dem Kellerwalde. Von Herrn Dks'ckma.s.\ in

Berlin. (Hierzu Tafel XYl.) 291

.VItliaiidluiig'oii von ausserhalb der König:!. g:eologis(dien Landesanstalt stellenden l’ersonen.

Der Gebirg^bau des Teutoburger Waldes zwischen Altenbeken und Det- mold. Von Herrn H. Stii.i.k in Hannover. (Tafel 1 111.) ... 3

Sach -Register 43

Orts-Register . . hh

Druckfehler und Berichtigungen (Kj

I

Mitthoiluu<>cn aus der Anstalt

1.

Bericht über die Thätigkeit der Königlichen geologisclien Landesanstalt iin Jahre 1899.

I. Die Aufnahmen im Gebirgslande.

Im Siulliar/. wiinloii die* iieiioii A uts(•llh"l^so (Km- I I:irzsrull)aliu i. D.r iiar^. Hiaunla}Tf-A\ all<<’iiric'(l von dem Land(‘^^;(‘ol()^•on Pi’otbssor Dr.

Koch in (Tmiminscliatt mit dmii Boziiktijn'olooon Dr. Hri’siiaI’.^kn aul’i'jenommCMi. Im Mittelliarz .'•(’t/.to der Kr.'itere die .\iitnalime des Blattes Klbin^ei’ode (G. A.Dd; 15)’) fort.

Bezirksi!f('()loii;e Dr. BKi’sii.VfsKS nalim d(Mi südlielten TIkmI des Blattc's St. Andrca.slicrif (Cl. A. rtd: it' und den anstossenden l'lieil des Blattes ICll)ini>'erodc (G. A. öti: 15) aut.

Professor Dr. Ki.ockm VNN slellt(’ di<‘ ilim übertragenen .Vn- tboile der Blättei' Seesen. Osterode, Zellerfeld und KiefenslieeU (G. A. .ä5; ]J. is) und (G. A. ö(!; i;t) fertig.

l'Aidlieb \vnrd<' nntc'r Leitung des Professors Dr. BKYscni..\G 10110 Seldiissbegehnng der nun zur NA'röffcntlicliung bestimmten, den Oberharz umfassenden Blätter vorgeuommeu, au welidier Landesgeolog(! Professor Dr. IvoCii, Bezirksgetdoge Dr. Bei^s- iiAtiSKN und Professor Dr. KlüCKMANN, Letzterer im Culmgebiete, betheiligt waren.

') GnidabthfiluDg ä6. Blatt lä.

9

‘J l’rovinz llüiinovpr, westlich des llar/.os

ClolioiiiKM’ ItoriTrath Professor Dr. von K()ENp:n setzte die Auf- iialiineii auf den Plättern I lildesheiiu^ Silihesse, I^oekeiiein, Lani- s|)riu^e und I lardejjjseii (CI. A. 41; 6'J, r>.% 5'.)) ninl ((I. A. ä.j; 5, 21) fort und brachte mit Hülfe des Ilidfsi^eologen Dr. Scil.MiDT die Plätter Dassel und Lanenberg (CI. A. 55; 9, 15) der Volleiidnng nabe.

Ilülfsireolouje Dr. SciiMiirr führte die Anfnahine des siid- liehen Theiles von Platt Dassel und des nördlichen Theiles von Platt Lanenlierg (Ci. A. ö5; 9, i.'j) ans.

3 crovinz 1 1 ü Ifsgeologt' 1 )r. Zkisk begann die Anfnahine der Plätter

.s.uhsiii. ll(>iligenstadt und Kella (CI. A. öä; 4i, 17).

Pezirks^^eohme Dr. Zi.mmkhm.vn'N führte tlie "eoloofiseh- a'i^ro- nomische Untersnehnng der Staats-Domäne (^nerfnrt ans.

t. riiiiiin^jcn. Professor Dr. Scmeimk bt^endete die Anfnahmo des Plattes

Prottercalc (Ct. TO; 7).

Pezirksgeologe Dr. ZiM.MEUMAN’N fiihrte die Anfnahine der Plätter Mielesdorf und (tefell weitei- (Ci. A. 71: 2S. ai).

Dr. STEi’Elt begann die .Aufnahme des Plattes Zeitz (CP A. 67; 59).

Landesgeologe Professor Dr. Pevscheao beendete die .Vnf- nahnie der Plätter Eisenaeb und Salzungen ((i. A. 09; c. 12).

Bergrath EhaN'I’ZEN führte die Aufnahme auf dem Plafti* Treffurt (Ct. 5.0; .“it) weiter fort.

ö. Die l’roviiiz

Im Uegierniigsbezirk C'assel führte Proh'ssor Dr. PCokin'o die Aufnahme der Plätter Kleinsassen (CI. .A. (Jf); cs) fort und brachte das Clebiet der .Milseburg zum Abscblnss.

Pezirksgeologe Dr. Denckmann brachte die Aufnahme der Plätter Frankenau, Kellerwald, Po.senthal und Clilscrberg ((I. .A. .54; .08,58. 08; 4, .5) zum .Abschluss, auf dem Platte Frankenau

unter Ilülfeleistung des 1 lülfsgcologen Dr. VON LiNS'i'Ow im de- biete des Puntsandsteins.

Dr. VON Seykhiei) setzte die Aufnahme des Plattes Sehh'ichtern (ü. A, 69; Hs) fort.

Professor Dr. Pevscheag führte die geologisch-agronomische Untersuchung der Domäne AVitzenhausen aus.

10

I in Ro^iorunijshezirk \\ ioshndon volliMidcto Professor l)r. Kayskh linier zeitweiliger l*nter>tütznn‘>: des Assistenten I)r. IjOTZ die Plätter Oherschedd (Trinirenstein ) und PallersliMcli ((t. A. 68; in, 19) lind setzte diejenij^i* des Blattes Ilerhorn ((t. A. 07 ; 24) fort.

Bezirksgcüloge l)r. Leppla nahm die südliche Hälfte des Blattes Pressherg und den rechtsrheinischen Theil des Blattes Undesheiin auf ((PA. 07; .18. 81; 4). Derselhe führte ausserdem die nreolojjiseh-afTronomisehe Untersuclnino: der Domäne Meehtilds- häuserhof aus.

Landesgeologe Professor l)r. WAftNSCiiAPPK führte, zum Theil iremcinsam mit dem Bezirks^eolo^en l)r. Leppla, die i;eoloixisch- agronomische Untersuchung der näheren Umgehung von Geisen- heim im Interesse des tlortigen Ohst- und Wh'inhanos ;nis.

Professor Dr. Bey.sciilai; hejxann die Aufnahme der Blätter

o

Altenbecken und Drihurg (G. A. .')4 ; 16, 17).

Landesi;eoloi;e Dr. Lop.etz heendeti' die Aufnahme der Blätter Schwerte, Menden. I lohen - Limlmrg und Iserlohn (G. A. ö-l; .'i2, ;!;i, .SS, .‘iti) und setzte die .Vnfnahme auf dem Blatte Hagen (G. \. ö3; :i7) fort.

Landesgeologe Gi!EI5E heendete die Aufnahme der Blätter Mahnedy und Recht (G. A. 0.'); :i5, ti).

Professor Dr. 1 Iolzaim Et. setzte die Autiiahme- Arheiten auf di'ii Blättern in der Umgehung von Aachen und auf den Blättern \\ eilhiirg und St. Goarshausen fort (G. A. 07 : ::6, 5i).

Bezirksgi'ologe Dr. Leppla führte die geologisch-agronomische Untcrsuclmng der Domäne Simmern ans.

Landesgeologe Dr. D.M'iiE heendeti- die Aurnahme des Blattes Neurode (G. A. 70; 21;), setzh' die .\ufnahnie auf dem Blatte Glatz ((L A. 70; ;«) und die Revision des IRattes Langenhielau (G. A. 70; -20) fort.

Hülfsgeologi- Dr. Michael führte die geologisch-agronomische Untersuchung der Domänen Sacrau und Sezepanowitz aus.

li. l’roviiix West r;i len

7. I'ii* aiioiii- pnivinz.

S. l’rnvinz SrtilosicM

11

9. l’roviim Hannover uikI Si'hleswijf Holstein.

10. Provinz liranüenliiir;:.

II. Die Aufnahmen im Flachlande

mit 1) esoiul prer Berücksicht ii^iinix der a ü: r oii o m i y eh e n

Bo den V 0 r li ii 1 1 ii Isse.

Landes^eologe Dr. Schhokdeh kartirle die reclitselliischen Anthoile der Blätter Uett'rseii und Iloriiehiirg ((l. A.24; ‘iO, -.'0) und bearbeitete einen d'heil des Blattes llagtni ((t. A. 24;

IIüH'sgeologe Dr. Monke stellte Blatt Hagen :'(i. A. 24; •j5) fertig und begann die Auinaliiiie auf Blatt Harsefeld (Ci. .A, 24; :i2).

Bezirksgenloge Dr. MCleeh setzte die .Vnfiiahme der Blätter Lauenlnirg und Lüneluirg ((t. .V. 20; as, la) fort und stellte letzteres nahezu fertig.

Hülfsgeologe Dr. Koekt brachte Blatt Artlenhurg (Ci. A. 25; a?) zum Abschluss und iiegann die Aufnahme von Blatt Winsen ((;. A. 24; 42).

Landesgeologe l^rofessor Dr. W.\hxscii.MEE brachte das im A orjahre hegonnene Blatt Perleherg (Ci. A. 2(1; ös) znni Alischluss. Ausserdem führte derselbe bei I^eginn der Aufnahmeperiode zwim Landwirthschaftsh'hrer in die .Methode der geologisch -agrono- mischen Ivartirung ein.

Hülfsgeologe Dr. Wphssehmel Iiegann dii* Bearheitnng von Blatt Kambow ((4. A. 2H: .^o) und stellte dasselbe bis auf eine in der Nordostecke des Blattes vorzuiiehmende Schlussbegehung drnckfertig.

Hiilfsgeologe Dr. Sctit'LTE begann und vollendete die Auf- nahme der prenssischen .Antheile auf den Blättern Alnam.sherg, Lychen, Fürstenberg, sowie Himmelpfort und ging daun auf Blatt Dannen wähle liber ('(1. .A. 27 ; 47, 4S, .'».a. 5t, W)).

Knltiirtechniker Dr. Woelfer kartirte einen fheil der Staats- domäne (Königliches Remonte - De|iot) Bärenklau im Maassstabe 1 : 10000.

Hülfsgeologe Dr. Mich.\el stellte das im V orjahre begonnene Blatt Schönow und sodann das Blatt Bernstein ((4. A. 29; 5!>, Go) fertig.

Hülfsgeologe Dr. Krusch beendete die Anfnahme der Blätter Schildberg und Rosenthal ((4. A. 46; a, o).

12

I lülfsn;o()l()<Te l>r. KoüN hraclitc Blatt Ma.s>iii /aiiii Ahsclilus^s und hcj^-aiiii (li(> Aiif'iialiiiic dt'r Blält*‘r Ilolirnwaldc und Költschen ((B A. 4(i; IC«. 17. -i:!) von doiicii (M>toi’('s naliozu f'orti^gostollt wurde.

I)or, selbe nnterzoLf dii- Staatsdoniänc I Xin'eii -Selchow einer o(H)loi;i!?cli-aorononiisclien l iitersnielninu'.

Lamlcisgeolojre l)r. Keii.ii.vck hearheitete, znni Tlieil unter I li'iHeleistung des I Irdtsgeolog<-n I)r. von Lins'I'OW. di(> Blätter lu'ppon. Drenzig und (ir.-Kade ((t. A. 4(i: -lo. ;w) und begann die Aul’nalnne der Blätt(‘r Drosscni und Lelms ((L A. 4(5: .it. .•fj).

suchte Domäne Lehus.

[..andesüfefdoge Dr. Schiu^DEK tührte eine Kevision der Blätter Neudainm und Tainsel behnts Drucktertigstellung derselben aus

(0. A. 4d: 15. >1).

I lülf'si^eologe Dr. (l.MtEL (ührte die geologisch-agronomische Untersuchung der Königlichen Domäne Alt-Landsherg aus.

Iliilfsgeologe Dr. Soiimidj' schloss die l’ntersuchung des ii. crovinr Blattes (lülzow ((i. A. 29: lo) al) und führte eine geologisch-agro- nomische Untersuchung der Domäne (irenzin hei hranzburg in Vorpommern aus.

Landesgeologe Professor Dr. .Ientzsch vollendete die Auf- nahme der Blätter Okonin und Linowo ((1. .A. H.‘); :!i, .•i.o) und setzte diejenige der Blätter Schwetz und Sartowitz fort ((L .A. d3:

12. l’rovin/. \Vo>l pronsviii

:u —:!•>).

.Ausserdem kartirte derselbe die Domäne Kehden und begann di(' A'orarheiten zur 'frinkwasser- Versorgung des luvises Elliing.

l’rofessor Dr. UurNEit brai4ite die im Vorjahre begonnene .\ufnahme des P>lattes Bahrendorf zum Abschluss und ging sodann auf das Blatt dablonowo (^(L .A. 33; 17. ii) über.

Die von ihm trüber b(■arbeit('ten Blätter Briesen, i^chönsee, (iollul) und Szewo ((1. .A. 33: ni. 52, 5:1, 5s) unterzog der.selbe einer Schlussrevision.

1 lülfsgeologe Dr. .M.v.vs stellte das Blatt Lindenhusch lertig und Ix'gann <lie Aufnahnu' der Blätter Zalesie, Lonsk, Alszauno (Dritschmin), Luliiewo, Bromki' und Schirotzken ((«. .A. 32; 21), ‘2:1, 24, 20, :i5, ad, 4i).

i:?. rro\iiiz Ostprcus.scn.

stand dor l’iililioationcn.

llülf’siiooloije Dl’. Ki'HN iKilmi dit* XordliäH’te dt\s Blattes Carthaus (Cx. A. lö; i-j) bis auf riiieii Streiten am Ostrandi* und den grösseren Tlieil von Blatt Zuekau ((x. A. Hi; 37) auf.

Ilidt’s£xeologe Dr. WoLia-' beendete die Ant'nalnne der Südbidf’tc des Blattes Carthaus ((x. A. lö; la) und ging sodann auf Blatt Bran- genau (Cx, A. Ki; 4:1) über, welcdies etwa /,u zwei Dritteln kartirt wurde.

Landesgeologe Brol'essor Dr. Klkhs beendete das bereits im Vorjahre zum grössten 'Plieile anf’genommene Blatt Aweyden bis auf eine Scldussbe;;cbunii und l>e;iann die Blätter Ribben und Sorqnitten ((x. dö: is, 17. 11). von ilenen noch der grössere Tbeil fertiggestellt wurde.

Hnlfsgeologe Dr. Rlau'I'ZSCM kartirte Tbeile der Blätter Sens- bnrg und Seeliesten (Ci. A.35; i‘i, e) und begann die Aufnahme des Blattes Rastenburg (G. A. It); 55).

I lülfsgeologe Dr. KnAt'SE nahm d'heile des Blattes Sensburg und die Nordhälfte des Blattes Cabienen (G. A. 85; i’-’, 5) auf.

Ilülfsgeologe Dr. (xaokl bewirkt!* die Aufnahme des Blattes Angerburg und vollendete die Blätter Krnglanken und Gr. -Steinort (G. A. 19 ; U), 58. 51).

Ilülfsgeologe Dr. KaI'NUowex stellte das Blatt Di-engfnrt fertig und ging daun auf das Blatt Gross-Stürlack über (G. A. 19; 11, fio).

Im laufe des dahres sind zur Pnl)Iication gelangt:

-\. Karten.

1. Lief. LXIX, enthaltend die IRätter Wittstoek,

Wuticke, Kyritz, Tramnitz. Neu- Rnpjtin.

\\ nsterhansen, Wildberg, Fehrb(*llin ... Blätter.

2. Lief. LXXX, enthaltend die Blätter Gross- Ziethen, Stolpe, Zaehow, Ilohenlinow und

(Jderberg 5 »

8. I>lef. LXCI, enthaltend die Blätter Gross-

Freden, Finbe(d<, Dransfeld und Jühnde . d »

zusammen 17 Blätter.

Fs waren pnldicirt 434 »

Mithin sind im Ganzen pul)lie,irt . . . 451 Blätt(‘r.

w as (loii Stand dor noch nicht publicirton Kartcnarheitcn betrirtt, so ist dersellx?. gegenwärtig folgender:

1. In der lithograpliisehen Anst'nliriing sind naho/ni beendet:

Lief’. JyXlV. (leirend von Ihnenan . . (! lllätter.

Lief’. LXXIX, txegend von ßernkastel . fi »

Lief. LXXXV’I, Cxegend von Cnirnsce . 4 »

I./iof. XC, (xegeud von Xeuinark ... a »

Lief. XCIII, Gegend von Pölitz ... (5 »

Lief. XCA'lJl, Gegend von Willenberg . 6 »

zusammen 33 Blätter.

2. ln der lithograj)hischen Ausführung begriffen sind:

Lief. LII. Gegend von Halle a S. ... 7 Blätter.

Lief. LXXXI. Gegend von Freienwalde a » Lief. LXXXI \ , Gegend von Grtelsbui'g b » Lief. LXX.X\’ll, Gegend von Gamlenitz 3 »

Idef. XCll, Gegend von C'assel ... 4 »

Lief. X(.A\ Gegend von Nendamm . . b »

Lief. X(’V1I. Gegend von Gi-audenz . . 4 »

Lief. XGIX, Gegend von Obornik . . b »

zusammen 1. und 2. 74 Blätter.

3. ln der geologischen Aufnahme, fertig, jedoch

noch nicht zur Publication in Lieferungen abgeschlossen 141 »

4. In der geologischen Bearbeitung begriffen . 134 »

Fs sind mithin einschliesslich der j)ublicirten

Blätter in der Anzahl von *131 »

im (ianzen BbO Blätter

zur Untersuchung gelangt.

B. Abhandlungen.

1. Neue Folge. Heft 10. von Fritsch und Beysciil.\g, Das

jüngere Steinkohlengebirge und das

15

Uothli(^ir(‘U(l(' in »k'r Piovin/ Sachsen u. s. \v.

2. Nene Folge. lieft 2!h II. Hi’iuiennk. Beitrag zni- Kenntniss

der Fauna dei- rentacnlitcniscliiefcr ini Lalingehiot mit hesonderer Ik'rück- sichtignng tler Scliicfer von Limn nn- \V(Mt Branidels.

3. Nt'tic f\)lg('. Heft 31. .V. \\ Oi-MvMANN . Die Bivalvmi und

( lastropndfm des Dentschen und Hol- ländischen Neocoins.

4. Nene Folge. Heft 33. Semi’F^h, Beiträge zui- Kenntniss der

( ioldhigerstätten des Siehenhürgischen

r> O

Frzgebirges.

Ausserdem sind noch folgende Ahhamlhingen im Hrnck und in der Lithograj)hie befindlich:

1. Neue Folge. Heft i). Bey.sche.vf; und Boi’ONIE, Heber das

Uothliegeude des Thüringer Waldes Theil I: Zur (leologit? des Thüringi- schen Kothliegendeu von l'\ I>eyschi..\<;.

2. Neue Folge. Heft IS. H. Schu(')1)EH, Die Säugt'thierfauua des

Mosliiicher Sandes.

3. Neue Folge. Heft 24. von Koenen, Die Mollusken des

Norddcnitschen Neocoin.

4. Neue Folge. Heft 30. BEUSitAtJ.sEX, Das Devon dc's nörd-

lichen Harzes.

5. Neue Folge. Heft 32. Lei’I'EA, ( ieidogisch-hydrographische

Be.schreibung des Ni(‘derschlagsgebietes der ( llatzer N<-Iss<‘ (oberhalb d<-r Steine- mündung). Hierzu ein .\tlas mit 7 Tafeln.

(j. Neue. Folge. Heft 34. A. Dp^vck-Mann, Der geol()gische Auf- bau d«‘s Kellerwaldes. Hierzu eine Uebersiclitskarte 1 : 100000 und zwei SpecialkartcMi 1 : 25000.

16

C. »I a h r b ü c li e r.

Jalul)tK*li (l<M' Könij^lirh Proiis^isclieii goolo^iselipii Tjandosanstalt 1111(1 Ib'rgakadeniio für das dahr 18b6, CXLI\’ und H72 Soiteii Text und 9 Tafeln.

Desgl für 1897, LXXVIII und 308 Seiten Text und (> 'fafeln.

Desgl. für 1898, C('X('V1II und 3 1 8 Seiten Text und 2-1 lafeln.

Ferner ist noch das Jahrbuch für 1899 iiii Druck befindlich.

Nach dem Berichte für das Jahr 1898 betrug die Gesaiiinit- uei.it der zahl der iiii Handel debitirten Kartenblätter . . 40874 Blätter. '

Im Jahre 1899 wurden verkauft: von Lief. L (leireiid von Nordhausen . 39 Bl.

» » 11. » » .lena . . . . 21 »

» » 111. » Bleicherode . ö4 »

» » I \ , » ■> Krfurt . . . 14»

» » \L » » Betersberg . . 1 »

» » \ 1. » » Saarbrücken

I. Theil . . 25 »

» » \ 11, » » Saarbrücken

11. Theil . . 57 »

» >' \'lll. » » Riechelsdorf . 13 »

» » IX. » des Kyfl'häusers . 82 »

» » X. » von Saarburg . . 2 »

» » XI, » » Nauen ... (j »

» » XI 1, » Naumburg a. S. 25 »

» » XIII, » » (rera . . . . 21 »

» » Xl\’, » » Berlin NW. . 18 »

» » X\", » » Wiesbaden . . 59 »

» » XVI, » » Mansfeld . . 31 »

» » X\ II, » » 'Lriptis . . . 21 »

» » X\’II1, » » Fislebeii . . 10 »

» » XI-X. » » (^uerfurt . . 23 »

» » XX, » » Berlin S. . . 30 »

501 Blätter.

Latus 41435 Blätter.

it

.luliil.ui'li

17

Transport 4148,") niättor.

von

Lief. XXL

(leü^.

VOl

Frankfurt a. M.

28

Bl.

»

»

XX II,

»

y>

Berlin SW.

!)

»

»

»

XXI 11,

»

»

Krinsc’livveiilt .

.M

»

»

»

XXIV,

»

»

Tennstedt .

12

»

»

»

xxv.

»

»

Mühlhausen

1

»

»

»

XXVI.

»

»

Berlin SO. .

16

»

»

»

XXVll,

»

»

Ivauterber^a. 11.

12

»

»

»

XXVI 11.

'>

>:

Rudolstadt .

16

»

»

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XXIX.

»

»

Berlin NO..

2S

>'

»

»

XXX.

>)

»

Fisfeld in 'rin'ir.

l<s

»

»

»

XX XI.

»

Limhurij

48

»

»

»

XXXI L

»

»

(lardelejjen .

8

»

»

»

XXXlll,

»

»

Schilliiif^eu .

17

»

»

»

XXXIV.

»

»

Nassejiheid('

8

»

»

»

XXXV.

»

»

Rathenow

12

»

»

»

XXXVI.

»

Uersfeld .

81

»

»

XXXVll.

»

Meiningen .

20

»

»

»

XXXVJll

, »

»

Stendal .

1

»

»

XXXIX.

»

:■)

Ootha

17

»

»

»

XL.

»

Saalfcld i. l'hür.

18

;>

»

»

XLl,

»

Selters

64

»

»

»

XLll,

»

Tantijerinünde .

8

»

»

»

XLIll.

»

Marieuwerder .

5

»

»

»

XLIV,

»

Ems ....

80

»

»

»

XLV,

»

»

.Melsungen .

29

»

»

»

XLVl,

»

»

Birkenfeld .

51

»

»

»

XLV 11,

))

»

lleilsherg

5

»

»

»

XLVJJl.

>

»

Burg ....

2

»

»

»

XLIX,

»

»

Bieber

19

»

»

»

L,

»

»

Trier ....

8

»

»

»

LI,

»

»

Obervveiss

»

»

»

Llll.

»

»

Eberswalde .

18

»

»

»

J^i V,

»

»

Braudenburg a/I I.

17

»

607 Hlätt(*r. r^atns 42 042 Blättor.

18

Traiiti;})ort 42 04*2 Blätter.

voll

Lief. LV, Ureg.

von

Selnvarzbnrg

Bl.

»

» L\ I, »

»

Ilildbnrgliausen

15

»

»

» LVII, »

»

(xreiz . . . .

20

»

»

» LVIIL »

»

Tein])Iin .

7

»

»

» LIX,

»

Neiistettiu

19

»

»

» LX, »

»

Heldlnirg

12

»

y>

» LXl, »

»

Bartenstein .

6

»

»

» LXIL »

»

Göttingen

25

»

»

» LXIIl. ’»

»

Oberstein

29

»

»

» LX\ , »

»

Riesenburg .

10

»

»

» T.XVL »

»

Prenzlau .

1

»

»

» LXVIL »

»

Stettin

212

»

»

» LXVIll. »

»

Wilsnaek

3

»

»

» LXXI, »

»

Nörten

38

»

»

» LXXIL

»

Coburg

5

»

»

» Lxxin, »

»

Müncheberg

4

»

» LXXIV, »

»

Bublitz

17

»

»

» LXXV, »

»

Rössel

13

»

»

» T.XXVI, '>

»

Angennünde

232

»

»

» LXXVII, »

Hanau

39

»

»

» LXXXII.

»

Schl a wo .

9

»

»

LXXXIIL »

»

Rügen Walde

9

»

»

» LXXXV. >>

»

Freystadt

22

»

;>

» LXXXVIll,»

Posen ....

27

»

»

» LXXXIX, »

»

Greifenbagen

15

»

2 809 Blätter,

(la.sis iiu (laii/.eii dureli den N'crkaut' dobitirt sind : 428äl JBättor.

\ <tu den Aldiandlun^en zui- geologisehen SpecialUarle eti-. ^iiiid verkauft worden:

Band 1, llel't 1. (BcK. Büdorsdorf und Umgegend) 1 Exeinpl.

:> » » 2. (Scn.MiD, Keuper deti örtlichen Tliü-

ringens) 2

» II, » 2. (Ohth, Rüdersdorf und Uingegend) 8

» » » 3. (Behend'I', Der Nordwesten Berlins) d

»

»

»

B*

19

liand n. lieft 4. (Kayskk. I )evoii-Al)lai;enni<ren) . 1 Kxeni))!.

» 111, » '2. (LAri’Ki? II. \V AiiNSciiAFi'K, Bodeii-

mitei’sucliiuiji) 1 »

» » » d. (Mkyn. S(ddeswig-1 Inlütein) ... (! »

» » » 1. (Sciif’rzK , NicdersfhlesiM'li - l)öh-

ini.''clies Stoliikoldeiilx'fkcMi) . . 1 »

» 1\', » 4. (SpKYKH, Bivalven dos Cni^soler Ter- tiär) 1 >

» W » 1. I Kokmem. Die Lceoloj^isohen \'erliält-

nisso von 1 lildoslielm) ... 2 »

» » » 4. (Likpe. ( Isttliiiriji'i'on) 1 »

» \’J, » 1. (BErsnAi'SEN, ( )l)orliarz. Sjfn iferen-

sandstoiii) 2 »

» » » 2. (Blankemiohn, Trias der Bifel) . 1 »

» VIT » 1. (\\ AiiNSfiiAFEK , Umj^e^jfend von

Magdehnr^) 5 »

» » » 2. (Bet:endt. Märkisch- Bonunerschos

Tertiär) 2 »

» \'II1, » 2. (Fuech, Tiiii^egend von Ilaij^er) . 2

» » » 4. (Scin.ÜTEK . Kheinisches Mittel- devon) 1 »

» IX, » 4. (Kixkelin. Unterinainthal, Wetteran

et(^) 2 »

» X, » 1—7. (von Koenen, Unter-OIigocän) S

Nene Foli^e. Heft 1. (Kay.sek, Ilaiijitqnar/.it und

Zorf^er Sidiieh'r) .... 2 F.xeinpl.

)> » » 2. (SrEriZFtE. SiLrillarien) ... 1 »

'> » » 3. (Beissel, Aachener Kreide) 8 ;>

» » » 5. (SciiLiVrER, Echiniden) . . 1 »

». » » H. (Eck, (rej.;end von Baden-

Baden) 2 »

» » » 7. (Uthemann , Brannkohlen-

Ta^Ljerstätten am Mei.ssner) 1 1 »

» » » 8. (von Uein.xcii, Rothliegendes

der Wetteran) .... 1 »

» » »11. (W()LFf:k, (leolog. Special- karte n. Bodeneinschätznng) G »

20

Neue Folge. Heft 12. (Bücking, Der nordwestliclie

Spessart) 7 Fxeiupl.

» » » 18. (D.\'riiE, Unigegend von Sal/.-

hriinn) 8 •>

» ;> 11. (Keilii.vCK. ZusainiiH'iist(‘l-

lung von geolog. Scdirilten

und Karten) 1 »

» » > 1(). (IIOLZ.vPFEL. Mitteldevon iin

rheinisclien Clehirge) . . 8 »

» » » 17. ( BEL'Sn.\t^SEN, Latnellibran-

chiaten) 1 »

» » » 11). (Fhekt, Tiet’bohrnngcn in

Ol)ersoldesien) .... Io »

» » » 20. (Waiin.schaeee. Umgegend

von Bnekow) K »

» » » 21. ( PoTONik, Floristische Glie-

derung de.s deutschen Car- l)on lind Perm) .... »

» » » 22. ( I )A’i'nE, Das schlesiscli-snde-

tisehe Frdlieben) .... »

» 28. (zu Solms-Daumacii, Unter-

enlni von Saalt’eld) ... 1 »

» '> 20. (.Mcli.eu , Mollnskmifanna

\a)n Brannsehweig n. I Isede) S >

» > 2t>. (Keilhack etc., Schrit’ten-

nnd Kartenver/eieliniss) . 5 '>

'' '> > 27. (W.\GNEU. .Mnsidielkalk von

Jena) '> »

» •> :> 2<S. (Beknei)'!', Der tiefere Unter- grund Berlins) .... 0 '>

» » » 21). (Buriienne, 'rentacnliten-

sehi('fer) -IO »

\ on den dalirbiiehern der geologischen Dandes- anstalt und Bergakademie wurden verkauft ... 11 »

21

Von (l(Mi sonstigen Karton und Schritten wurden verkantt:

1 löhenseliiehtenkartc des 1 laiv-gehirges 4 Excinpl.

(leologisidie l ehcrsiehtskarte des 1 larzgel)irges . . 10 »

Wkiss, Flora der Steinkoldenfonnation "JO ;>

KoSskn nnd Da.mks, Karte der L’ingegend von riiale ö »

Hkhendi', Lelanisalndss nnd Sclnnftenverzeieliniss des

Dr. Meyk 9 »

llEnKNivr, (icologisclie Karte der Stadt Merlin 1: laOOO 9 Heeendt nnd Dames, (Teologiscdic FelxM’sichtskarte

der l’nigegend von Berlin 1 : 100000 in "2 Bl. 8 BevsCiilag , I löhenseliiehtenkaite des Thiiringer

Waldes 1 : 100000 8 »

Bevsciii.A(;. (xeologi.sclie Uehersichtskartc des 'l'hn-

ringer \\ ald(*s 1 : lOOOOO 10 >

22

2.

Arbeitsplan

der Köiiiglichen geologischen Landesanstalt für das Jahr 1900.

I. Oie Aiirnaliiiieii im Oehir^sla/Kie.

o

I. Der Harz.

1 j;iu(l('sgoolog<' I^roteüsor Dr. IvocMl wird di(‘ Nordliält’to dos Idaltos Kll)iiig(Mv>do ((i. A. 5(5; lä) ’) t'ertigzustollon v('rsiiclion.

I ii(|iddati()ns()rt : Ivotlioliüttc*.

Ho/.ii-ksgoologo Dr. HErsHAUsEX wird die Aufiialiiuo auf d('iii Idatto 8t. Aiuli’(‘asl>org und der Südlu'ilt’to dos lllattos Klbiiigorodc' (d. .')(!; 1 1, if)) f'urtsotzeii.

I dquidationsort : Hrauidage.

2. Provinz Hannover.

droh. Bergrath Profossor Dr. von Koenex wird westlich dos Ilar/.e.s unt(M’ /.eit weiser Mitwirkung: des Bezirks'jeoloiron Dr. Müleeh und des llrdfsgeologeii Dr. SciiMiivr die Aufnahme der Blätter Lauonhiirg, Dassel und Alfeld (d. A. hb; 15, !), :t) volleudcu und die Boarhoitnng der Blätter E.schershausen, Salzhominondorf. dronau nud Sihesse. ((B A. .55; 2. d. .\. 41; 5G, 57, ös) der Voll- endnnir nahe Iniuixen.

I jiquidationsort ; Alfeld.

*) Gradahtlioilung '>(!, Rlutt 1.').

23

3. Provinz Sachsen.

1 lült’sgeologo l)r. Zkise wird die A iitiialiinen im südliclu'ii iMclisf’cdde idrts(‘t/cii und die* iiocli vorliamloiien Ijiickcn auf doii zum grÖ!:>s(M'cn Tlioilo luM’ritt; IVidior aul'gemmmuMU'ii lilättcrn Kolla, I leiligonstadt , I )ing('lslodt , Loiigoutcdd und lierliugcM odo al)zu- scldiessen vorsurlum (Cl. A. f);*); ;{(», 4i, li, 17, 4s).

r^i((uidatioiisort : I loiligeustadt.

4. Thüringen.

Laudot:gt'()log(‘ l)r. Zimmkümanx wird die Blättc'i- Lohenstein, Ilirsehherg und Seldeiz druekt’ertig stellen und die Auf’nalune dei' Blätter Mielesdorf, Scliönhaeli und (i('f‘ell tortsetzen ((L A. 71; irj, a::, 27, 2h, 20, lu).

Liquidationsort: Ilirsehherg.

1 lülf’soeolo^e Dr. Kai.seh wird die AufnaluiK’ der Blätter

O O

W indi.seldeul)a und Meuselwitz heginnen (G. A. .ä8; .w. G. .\. 57; Go).

Li(|uidationsort : Windisehleuha.

Professor Dr. Bey.sciilag wird die Südhällte des Blatt('s Selnvarza revidiren (G. A. 70; 20).

liiqiddationsort: Schwarza.

Professor Dr. BCckinG wird das Blatt Schmalkalden revidiren und druckfertig stellen (G. A. 70; i.a).

Liquidationsort : Kleinschmalkalden.

Bergrath Fhantzen wird die Aufnahme der Blätter Treffurt und Langula (CL A. .35; ;G. (t. A. 50: 49) zum Ahschluss hriiigcm.

Liquidationsort : d'reflurt.

5. Provinz Hessen-Nassau.

a. Iv cgi e r u n gshe z i rk Cassel.

Bezirksgeologe Dr. Denckmann wird im Kellerwahh* (dne kurze Schliisshegehuug des im Vorjahre tertiggestellten G('hiet(*s hehufs Aufsammlung von Versteinerungen ausfiUiren.

Liquidationsort : Frankenherg.

24

Dr. I)L'CKIN’(; wiid in <l('r lu'ilm unt('i- •/oit\v('i!>cr 1 1 ülf‘(‘l(‘istnn|i; dvs Assistcnton S(H-LNKI{ dio liearhoitiing der Blätter (lersteld, Kleiinjassen und Hilders ((B A. (55): au 2.s, -20) tdrtsetzen.

Li(|in(hitions()rt ; frersfeld.

Majnr a. I). VON Skyi kied wird die Aufnalitne des 15!attes ScliliUhtei-n (d. A. 69; üS) /ii beenden suehen.

I ii(jiiidationsort : Sehlüclitern.

1). Kegierniigsbezi rk Wiesbaden.

Ib'ofes.soi- I)r. Kayseh wird die Aiitnahnie des Blattes Heidorn nnt(M’ zeitweiser Hülf'eleistnng des Assistenten Dr. Lotz vollenden ((r. A. 67; -24).

I.(i([uidationsort : Herborn.

Bezirksgeologo Dr. Leppua wii'd znnäebst die Anfnalnne des Blattes Pressberg ((>. A. (57: vollenden, lerner di(' Ant'nainne

(b’r Blätter Hninbnrg und Hsingini in AngriM“ nehmen ((t. A. 68: 14, as) und endlii-b eine Kevision der ältm’en Aiilnahinen im l'annns Ixdinf's Id'langnng einer gleirlimässigeii Ant'fassnng der dieses (»ebir^e zusammensetzemh'n Sebiebten ansfübren.

Li(|nidationsort : Pn'ssberg, Homburg.

Professor Dr. Houzapiku wird eine Scblussbegcdinng des Blattes St. (loarsbansen ansfübriMi ((P A. (57; .')i).

Li<|nidationsort : St. (roarsbansmi.

6. Provinz Westfalen.

Hamb'sgi'ologe Dr. Lohktz wird die .\nfnabme der Blätter 1 a'idensebeidt und Altena fortsetzen ((i.A. ö3: 44, 4.')).

I ji( (11 idat ionsort : /Vltena.

Be/.irksgeologi' Dr. Dknckmann wird unter zeitweiliger Hülfe- leistnng des Assistenten Dr. Lo'iz die .\nfnabme der Blätter Nebeiin, Balve und Plettenlierg beginnen ((5. A. 7)8: ;:4, 40, ^i;).

Lii|nidationsort : Pialve.

Protessor Dr. BeYsOiii.AC wird in der dnreb Bevisionstonren niebt in .Vnsprneb genommemMi Zeit die ]5earbcitiing der Blätter Driburg und Willebailessen (Cr. A. 7)4; 17,2a) fortsetzen.

Li(|uidationsort : 1 )ribnrg.

25

7. Rheinprovinz.

Pi'ofossor Dr. IldLZAPi'Ei. wird die Aufiiahmoii in der Uin- jTotTcnd von Aaclion anf den Blättern lOnjX'n, Aaehon, Stolhoi'ii; nnd Kötgen ((1. A. (!.‘); j:’., i7. is. -ji) W(dterfnliren und versnelicn. cini<xe ders(dlu'n znin Absehlnss zn brinjxen.

8. Provinz Schlesien.

Tiand('sgeologe Dr. Da i'UE wird znniü'list di<' I )i'iu'Iif‘ei tig- stellnng der Blätter KndoltVwaldan . Iiangenl)ielan, W iinseliellinrg nnd Nenrode Ix'wirken nnd alsdann die Anlnalnno der Blättei- Friedland nnd Waldenburg zu Fnde tiihren ((l. A. 76: 19, -jo, ‘2'), 20. (i. A. 75; 21, is).

Licinidationsort : Nenrode, Friedland.

II. Die geologiscli-agroiioiiiisclieii Aufiiahiiieii im Flaclilamle. 9, Provinz Brandenburg.

‘.hl. Arbeitsjjeliiet dos Laiidesjjoolo^i^oii l'rofessor W'aliiisclialte. wcilclicm die Ansffdirung dor nötliigon l!ovisionf-reidi>n oltlirgt.

Landesgeologe Professor Dr. \V afinsciiai fe wird die -Vnf- nalnne der Blätter Karstedt nnd Bäk, sowie des preiissiselien .\n- tbeils der Blätter (Irabow, Balow nnd llfilselieek bewirken nnd dabei von den 1 liilfsgeologen Dr. Scik’L'ir nnd Dr. Weisseümei., sowie natdi Beendigung seiner .\rbeiten in Hannover aueli dureb Dr. ScH.MiDT iinterstntzt werden ((L .\. 26; ii, 45, -lO, oi, .v.').

Liquidationsort: Bäk, Karstedt, 1 lölsebiM-k.

1 Inlfsgeologe Di’. .ScilUETE wird znvoi' den preiissiselien An- tliei! des Blattes Dannenwabb* in (b'r .Vnfnabine beenden ((1. A. 27 : oo) nnd sieb sodann dein Landesgeologen Prob'ssor Waiix- scii.M'EE zur Verfügung stellen.

Liipiidationsort : (Iransee, Karstedt.

tll». .V i'l»(‘it.sg(‘l)iet (l(‘s haiiilesg;eole.goii iM-. Keilliaek. welchem die Airsfrihriiiig (!('i’ näthigi'n Revisioiisrcisen obliegt.

Landesfreolo<;e Dr. Keif-IIACK wird mit Hülfe des lliilfs'jeoloeen Dr. VON LiNS'fOW die Aufnaliine der angefängenen Blätter Lelms

und I)r()ssoii und sodann diojoni^c dor lilättor Sonnonl)iiri>:, Alt- Liininritz und Frnnkiiirt a. () aiistulucn und iruTl)(,‘i (hui neu ointr{‘t(‘udeu I lüllsarbeiter 1 )r. 'I'iKTZE in die Aut'naliinearlicit ('in- fulinui lie/.w. I)(‘i (h'rsi.dhiui heschäf'tiixen (Ci. A. 4(5; -ii, es, :u, :!h).

Li(|uidationsort : Lohns, Alt-Liniiurit/,.

Iliilfsgeolo'Te I)r. Korn wird die Loarbeitung der Llätter Ilühenwalde und Költscben /.u Lude tuhnui und sodann dem Landes'xeolojrcu Dr. KeiijiaCK zur Er/,ieluiu>r voller Blattabselilüsse bcliüll’lieb sein ((r. A.4(i; 17, 21. 'J;'»). namentlicb aiieli das lau tleu Laudwirtbsehaltslclirer-K ursen begonnene Blatt Seelow fcrti^stellen.

Liquidationsort : I lobenwalde.

Kulturteehniker Dr. WöLFEit wird das au<T(‘fVingen(' Blatt Kü.strin in der Aufnalune vollenden und druekfertig stellen ((5. A. 4(5; 2g).

T wiqnidation.sort : Küstrin.

10. Provinz Hannover.

Ijaudesge()log(' Dr. vSciiROEDER wird mit Hülle des llülls- geologen Dr. Mo.VKE, welcher zunächst das Blatt Harsefeld lertig- stelh’ii wird, dii» .Aufnahme der Blätter Kadenberge, Hamelwörden, Lamstedt und Himmelpfortcui bewirken ((». A.23: 17. is, ‘i.'t, 24).

Liquidationsoi-t ; Kadenberge.

Bezii’ksg('()loge Dr. .Mi'Li.Ei: wird naeb Fertigstellung der Blätter Laueiiluirg und Lünelmrg mit Hülfe des Hülfsgeologeu Dr. Koeut di(' Blättcu' Ilitttidd, Stelle und Winsen bearbeitcui. ((5. .V. 25; :!s, i:u (5. A. 24; 10, ti, 42).

Li( |uidat ionsort : Hittfeld.

1 lülfsgeologe Dr. Kiujscn wird im äussersten Westen der Broviuz mit dei- Authalune der Blätt('r .Mepptui und Liugeu be- ginmui (Ci. A. .‘58; 21, .'to).

Lifpiidat ionsort; Meppen.

II. Provinz Schleswig-Holstein.

Hült'sn;eoloi£e Dr. wird im äussersten Süden der Pro-

vinz die Bearbeitung der Blätti'r Hamw aiale und Pötrau beginnen ((i. A. 25, .‘51, .‘52).

Li(|uidationsort : Hamwarde.

12. Provinz Westpreussen.

Die lievisionstouren in siiimntliclicn Arheit.sgcliieten der Provinz werdi ii durch den Landef-gi'olngen Professor Dr. diCNizscn ausgeführt.

Lan(l(‘S^(.M)l()!go Dr. fiKN’i'ZSCii wird iiacli Fc'itiiv-

stolluii;^ der Hlältor Sartowitz und Si‘hw<'lz aut' <li(' anycldio.'^scudoii lilättor ^\ arluhipii und Laslcowitz (d'orgelKMi ((J. A. 83: 26. :’,i, :!•_>).

Li((uidationsort : \Varlul)i(‘ii.

llidt'sixpolojgc Di‘. M.\ VS w ird dio H('arl>pitung dor Blätter

ZaK'sic. Lidiiowo. Loirsk. I )ritsclMuii) und Broiidcc* l'ortsctzcMi und dio laudeu (■|•stg(Mlauut(Ml f’prtiu^/u.stcllou sucIumi ((1. A. 82; 2;i, 21,

60, .-lö, ;!6).

Liquidationsort : Lubiewo.

I lülfsi^ooloivo Dr. KfjiiN wird zunächst Blatt Zuckau und eine

O O

kleine Lücke des Blattes C’arthuus tertigstcllen und sodann di('

Aut’iialune des Blattes (^uascliin bewirken (G. A. lÜ; .u, 17).

Liquidationsort : (^uasebin.

nülls!i;eoloj^e Dr. ^\ OI.kk w ird naeb Fertigstellung^ des Blatt('s l’rangenau (Busebkau) die Blätter Sebadrau und (Tross-Train[)ken in Angrift' iiebinen ((L A. 16: -t:!. 19, .50^.

Li(iuidationsort : Sebadrau.

Professor Dr. GuPNi-:!; wird die Aufnabiue des begonnenen

Blattes Jablonovvo bewiiken (G. A. 88; ti) und dieses sowie die

.') in den Vurjahien kartii'ten Blätter der (iegend von Briesen und Güllub druekfertig stellen.

Li()uidationsürt : Jablonowo.

13. Provinz Ostpreussen.

Die Rcvi.sionstouron in sämmtlichi'n Arijcilsgobielcn der Provinz werden durch den Lurulesgeologen Profes.-ior Dr. Ki.kh.^i iinsgcfiihrl.

r>andesgeologe Profes.sor Dr. IVLF.H.s wird zuvörderst die Auf- nabuie dei- Iftätter L'iblxni und Sorquitten und dann die initllidf'e der I li'dfsixeoloeren Dr. KT>APT'/,.sf:ij und Dr. Kn.vrsK gleichfalls begonnenen Blätter Sensburg und Seebesten fertigzustellen suelu'ii (G. A. 35: 6, 11, 12. 17).

Liquidationsort: Sensburg.

28

I lülfijgeologe Dr. IvLArrzscii wird das im V^orjahre liogonuoiK' Blatl Uastcnburg hearboiton und demnächst auf Blatt Wehlack übergelieu (G. A. 19; 49, 55).

[.(iquidatiousort: Rasteuburg.

llülfsgeologe I)r. Kattnhowen wird die x4ufuahme dos Blattes Barten und der noch aus dem Voijahre gehlielienen grösseren Hälfte des Blattes Gross-Sti'irlack ausfühi-en (G. A. 19; 4:'.,.%).

I dquidationsort : Barten.

Iliilfsijfeologe Dr. Kh.at\sk wird die Kartiruug der Blättei’ Buddern und Kutten in Angriff nehmen (G. A. 19; 46, 52).

Li(|uidatiousort : Buddern.

llülfsgeologe Dr. Michael wird die Aufnahme der Blätter Geierswahh* und Gilgenburg in Angriff nehmen (G. A. 94, 29, 95).

Lii|uidationsort : Gilgenburg.

III. Anderweitige Arbeiten.

\’on den Laudesgeologen l)i'. Keiliiack. Dr. Schroeher und dem Bezirksgeologen Dr. Müller wird ein C'nrsus zur Kinführung von Land wirthschaft.slehrern in die ^[ethoden der geoloixisch-agro- nomischen .Aufnahme und die dieshezügliche Dai-stellungsweise in den Karten abgehalten werden.

Brofe.ssor Dr. W ahnschakfk wird in Gemeinscliaft mit dem Bezirksgoolog(‘n Dr. Lerrla die bereits im \ orjahre begonnene geologisch-agronomische l ntersmdiung der Umgegend von Geisen- heim im Interesse des dortigen ()bst- und Weinbaues zu Lude führen.

Von den Landesgeedogen Professor Dr. BEVSCin..4(L Dr. Keil- hack, Dr. ZfMMERMANN, dem Bezirksgeologen Dr. .Mül.r.ER, den Ilülfsgeolog('n Dr. Miciivki,. Dr. Scii.midt, Dr. Maa.s, Dr. K i.AU'i'z.scii und dem Kidlui'techiiiker Dr. Woelfer wird im Frühjahr oder Spätherbst die geologisch -agronomische Special- Untersuchung der Staatsdomänen Tjaudenbach, Kloster-Mansfeld,

Schladobiich, Alt-lvlostt'r, Kcinigsliorst, (5r. Saahor, Steinliagen, Altlx’d’elion, Fldclioliow und Häronklaii ansgofidict werden.

He/.irksgeologe Dr. Müllkh wird helndk der geuanereii Alters- foststelliiiig der hannövcrselien diluvialen Scliielitenf'olge die ini Vorjaiire nicht zur Ausf'idirnng gebrachte Hegebnng der Querlinie Lanenbnrg-Lübei'k ansl’nbren.

3.

(l(‘r 3Iitai*l)(‘it(‘r der Ivöiii,i>li(*lieii geologischen Lnmlesansfalt iihei* Krgehnisse der Anfnaliinen iin

Jahre 1899.

1>. Uecsiiauskn : Bo rieht iilior A u f’ii ;i Ii in o n auf den Blättern St. Andreaslierg und IC 1 b i n e rod (’ 18dl).

Bei dem Umstunde, dass die Arbeiten auf beiden Blättern noeh nicht abgeschlossen sind, beschränke' ich mich auf knr/.e P»emerkungen iiber die verschiedenen bislang /.ni‘ l'ntersnchnng gelangten Schichtcncomph'.xe.

1. Die im siidlichsten Theile d('r beidc'ii Blätter vom Oeler-

tliale bis znm Thale der Warmen Bode unterhalb 'ranne kartirte

l'anner (Iranwacke. nach unserer bisherigen Kenntniss das älteste Schichtenglied des Ilar/u'r Keriigebirges, besteht einerseits ans theils t'einkörnigen, theils derben mittel- bis grobkörnigen Dranwat'ken mit untergeordneten (ii'anwackcnschierern und milden blangranen Thonschiefern, amlerc'rseits ans dem durch Wechsel- lagcrnng mit ihr verknnj^f'ti'n charakti'ristischen System der Blatten- sehierei-, die nach O. zn gegennber (h'ii eigentlichen (iranwacki'n in B(>/ng anf ihre oberilächliche ^'erbl citnng entschieden vorwiegen. I eher die Stellnng der Blattcnschit'ter, ob Diegi'ndes der Tanncr (»ranwack(' im engeren Sinne oder Hangendes derselben, ist erst

•lalirhiirli KsJ.i.

U

II

vom Fort SSO hr(“it 011 dor Uiitorsucliuni^oii ( lowisslioit y.u orlioHon, obeiiso (liirübor, ob dio zwiscdioii dio (TrauwacUocomjdcxo ('inujo- siduiltotoii StroiCon von Plaltonscbiolbni durch l''altuu^ liozw. stroi- cheiidc Störiiiijjjoii liodiu^to \\ iodtM’lioluiii^ou dcssidboii I lorizoiitos oder etwa in vor.scliioilonom Niveau auCirotiMidc uiäcIiliij;o Zw ischeii- mittol dor CiraiiwacUoii siml. An die 'rannor (Irauwju ko schliosson sieb nämlicdi in dem bislang untoi^uchton (f(d)iolo nacli N. nicht jüiij^oro silurischo, sondern dcvouischo Soliichton an; nur au (‘iii(*r Stidlo am Obtraiido dos lllattcs St. ndroasbor^. am Ostid'or der W armon l’iodo, schiel)! sich /wdsclicn diosi' und ilio Tannt'r (Irau- wackc das von Platt \\ (‘rnigorodo und Platt Piohmsbook bekannte a u l‘l‘äl 1 i jj;o System von K i es e 1 sc h i e fe r u , W c t zsc h i e t’e r u und p 1 a 1 1 i n Kalken ein, welches w'ohl dem »1 )ensbci’jj;('r Kalke« der Urfer Schicditen im Ivellcrwahle '/u verifleichen ist und im Tnnnenthale hei Oeliienl'eld aut erstgenanntem Platte mdam Orthoceraten ('n/'diola infcrnijifii Sow. geliefert hat. Leidei- lan^ es ebensowenig wde aul’ IPatt Pief’ensljoek , Versteinerungen in dem hier vvenii^ mächtigen, nur durch einen altmi, versteckt liciTimden Steinbrnch besser aufgeschlossenen, im östlichen Fort- streichen alsbald durch eine (^iierverwerfnnjr abj^eschnittenen Schii-h- tencoinplexe naclr/.u weisen.

2. Die sonst an die Tauner (iranwaidvo im N. anstosst-mh'u Schichten (= Untere Wieder Schiefer Peyhk.’Ii's und Losskk's) sind ein durch zahlreicdie Finschaltuu^en verschiedenartij^er Dia- base ausciv.eiclmetes System von z. 'l'h. Kieselg-allen führenden Schiefern mit eingelagerten Pänken von dunkelfarbigen Ci rau - wacken und d ra u wa cken sa ndste i n en , hellfarbigen Th. (j n a rz i t i sc h e n Sandsteinen, Wetz- und Kieselschiefern. Die eingeschalteten Diabase sind z. Th. körnige Diabase mit ophitischer oder gabbroartiger Struetur, in letzterem Falle durch das Auftreten einzelnei- wesentlich grösserer wohlbegrenzter Fhurio- klasindividuen zuweilen von poiphyrisehem Habitus, z. Th. Dia- bas'por ph y rite und Di abasma ndel steine, (iewisse makro- skopisch feinkörnige Diabase gehen durch das Auftreten zuerst kleim-r und vereinzelter, dann sich häufender Plasenr.äiime unmeik- lich in echte 1 )I:d)asmamlelstcine von makroskopisch dichtem tlefüge

III

ül)oi'. All zwoi Stolli'ii auf Ulatt St. Androa'^linrir, am Osthaiiixe des Kollio und am W’o.stliau^o des Amkeiiberj^es wurden mit 1 )ial»asm:indelsteinen v<*r^esells(diaflt'te geschichtete I) i ah ast u (To heohaehtet. Von ('o n t a c 1 1) i 1 d u n^e n der körnigen Dialiase. sind Spilosite all;i:emein verlueitet.

Die Schiefer cntlialtim, besonders in urspn'inglich kalkigen, mergelig vcrwittm-tcii Lagen, oft massenhaft angehäufte Tentaculiten und Styliolinen, ausscnh'iu fanden sich mehrfaidi Einzelkorallen. Favositiden, (.’latlochonus sj*., die charakteristische kleine Strophu- iiii'iia nntior A. li., Cdj'diola sj). sp.. Oi-thoceraten . PhacapK- und /lcn/e.v^n’.v-lveste. Nach dieser voi läufig allerdings ärmliidien Fauna, sowie nach der mit dem Aufbau der Wissenbacher Schiefer am Ih'uchberge und zwischen Weruigeroile, Elbingenide und Blanken- burg rdiereinstimmenden (lesteinsentwicklung und dem Auftreten der charakteristischen Diabase kann der vorstehend geschihlerte Schichtencoin[dex mit ziemlicher Sicherheil als \\ issenbacher Schiefer angesprochen werden: (u’n vollgültiger Beweis wird für das in Frage stehende (Itdiiet erst durch die Beobachtung des An- schlusses an den nördlich f’olgi'inlen, noch nicht kartirten Ilanpt- (piarzil und den zu erhofl'emhMi Natdiweis iler bezeichnenden (loniatiten zu erbringen seiiD).

Feber die liei der Kartirung des (Iranit-C’ontacthofes auf Blatt St. Andreasberg gewonnenen Resultati' wird sjiäler im Zu sammenhauge zu beriiditen sein.

Feber die Lage r n ngs v e r h ä 1 1 n i sse sei kurz bemerkt, dass das Schichtenstreicheu flacher als im Oberharze ist; besonders auf Blatt Elbingerode liegt es ganz vorwii'gend in den Stunden 5 und (i, anscheiiK'ndo Fmbiegung in bercynisches Streichen erwies sich jedoch als \ erwerfung (N \\'. und X. W’icthfeldy. Südliches Fallen herrscht vor, doch wurden in den Aufschlii.ssen häufig flache normale Sattel- und .^^uhlenfalten beol)achtet. Kleiiu're Feber- schiebnngen sind in Aufschliissen hier und da In'ohachtet woiahm;

') Mimovci'as tjnicile v. M. wurde' von Herrn M. Kouii l’reundlivlier Mit- tlicilunn; zut'olgo in den güäelien Scliicliten um Lindla zwisclien Klend und Ii'illieluiUe lioreits uurgel'unden.

IV

oh wie aus luaiicheii Aii/eiclioii liervor/.U'jeli(>M seluunt,

die Tauner (Irauwaeko nach N. aul'i^eschol)eu ist, luüsscu weitci’o Uutersucliuuj^eii leinen. I)i(' in der aniseldnssarmen waldhedc'cktf'u I loi'hlläelu* meist nur sclivvi('ri^ nachwcdsharen < ^)n(MV('rwerrnn;i:(Mi streiehen wie im Oherhar/.e vorwie^^-eml in ilcn Siniiden 7 9.

A. DknCKMANN: Bericht liher die Ant'nahmen im KelI(M‘- walde im Sommer hSOi).

l’nter (hm von mir während des Sommers 1899 gemachten wissen.sehat'tliclien Bcohachtnngen erselieinen mir di(‘ nachfolgenden erwähnenswerth.

1. Aleine Arheiten im alten (lehirge heschräidcten sieh darauf', dass ich das Kartenl)ilu imäglielist vervollständigte. (lleiehwold war ich in dei' Lage, eine Frage /n lösen, welcln» mich seit einer Beilie von .Tahren heschäftigt hat. und ither welche ich 189.")') [)nhlicirt habe.

ICs waren uämlieh im Blauen Bruche hei Wildlingen khdne, flach linsenförmige Knollen eines schwarzen hitnminösen Kalkes vorgekommen, di(‘ nirgends im Anstehemhm heohaehtet waren, und deren Fauna ausser durch eine Anzahl zum Theil neuer Gephyroceraten, durch eine eigenthömliche Pelccypoden-Fauna gi'- kennzeichnet wurde. Das Merkwürdige an diesem Vorkommen lag darin, dass die so charakteiistisehen Kalkknollen weder am Blauen Bruche seihst, noch au irgimd einem (h*r zahlreichen Auf- schlüsse in den devonischen Kalken des Kidlerwaldes wiederge- funden waren. Nachdem ich inzwischen mehrfach Gelegenheil gimoinmen liatte, die Sehiehten mit Agnniutites discoidrn und dii* Büdesheimer Schiefer in ihren einzidncn Lagen an sämmt liehen Aufschlüssen des Kellerwaldes genau zu untersuchen, ohne in ihnen die fraglichen Kalkknollen entdecken zn können, hlieh mir für die weitere Fntersncluing nichts übrig, als die unteren Grenz- sehiehten (L'sAdorfer Kalkes. Da zeigte sirdi denn zunäeh.sf, dass di(‘se Grenzsehiehten in keinem der vielen Kalksteinhrüehe des K(dlerwald(‘s aufgcschlossim sind. Um die gesuchten Gesteine

') Zeit.sclir. (1. Deiif.soli. gnel. th's. .lalirg. ISOti, P., S. *228.

iii) I>!:inr‘n liriiclie hlosslc^jfon /.ii köniKMi. hodurttc cs einiger Scliürf- Arl)eiteiu mit denen ich Herrn Lclirer StniWALM ans OhcrijiTn/.e- ])aeh lieaidlragte. Diesem gelang es in kurzer Zeit, die gesmditen Kalkknollen in ihrem Laixer anl'/nfinden. Das heistehende Prohl

Profil des Oberdevoii und der Ueberschiebung im nördlichen Theil des Blauen Bruches bei Wildlingen.

tmh /

X-VAOtt.

Maassslab 1 : ÖOO.

tmw = Kalke mit Annrce»tcH Wenkanhacfii' tmh = Enso-lCalk: tmd Kalke mit Aiioniatitm (iiaccfidns: toB -- Ibide.shi'imiT Schichten: tol Adorfer Kalk. a -- Knolleukalke in tmd; ^ derbe Kalkbiuike in tmd: y ~ schwarze Bruclno- podt'iijdaltfn iu tmd: ^ = dunkle, bituininöso Schiefer mit scliwarzen Kalklinsen an der Basis von toi: r, f\ = dunkh'. bituminöse Scliiefer mit schwarzen Kalk- linsen in toi (die Kalke z. Th. dnlomitisirt und entfärbt).

zeigt die Schiel» tenfolge des lilanen Hrnches und die. strati- gi’ajthische Stellung der schwarzen Kalkknollcn an der Basis des Adorfer Kalkes. Ausführlichere Mittheilnngen über die Fauna der schwarzen Kalke hringe !< h demnächst in zusammen- hängender Darstellnng. Ich will hier mir noch auf die heachtens- weitho Thatsache anfmerksani machen, dass durch eine Verwecli- selnng der in den Adorfer Kalken hei Wildlingen auftretenden stärksten D:ige hitnminöseu Schiefers mit den dunklen Schiefern des l'Jüdesheimer Horizontes in den grössei’cn Steinhruchshetrieben h(*i Odershansen »nid hei Braunau die tiefsten fünf Meter beste 11 Kalkes an der Basis des iVdorfer Kalkes unhe- r üc k s i c h t i gt gehlii'hen sind Die von den Arheiti'rn hegan-

VI

^(Mir V(‘r\vevliscliin;X hat zur goliahl, (last? im Kcllci’wahlo

der fragliehe Ilori/oiit seliwarzer Kalke nirgc'iuls aufgesehlot^sen wurden ist, mit AiisnalmH' des HIaneu Ilrnehes. Hier waien je- dueh zu der Zeit, als ich die ersten Ijcgehnngen hei Wildlingen auslnln-te, die Anfsehlnss(‘ in den ( irenzsehiehtmi d(‘r Büdesheimer Schiefer gegen ilen Adorfer Kalk hercits dnreli Halden - Material verschüttet.

11. (relegentlich der Kartirungsarheiten über die Ostgrenze des Messtis(dihlatt('s Kellerwald hinaus hatte ich (lelegenheit, die- jmiigcn Sedimente zu unti-rsnclKMi, welche anfeiner llaeh geneigten terrassenartigen Fläche die Haupt-Kand Verwerfung des Kellerwaldes in ihrer Frstrecrknng von .lesherg his nach Zwesten hin diseor- dant üherlagern. Ks handelt sich nin diejenigen Sedimente, welche ich in meinem Arh«*itshei ichte vom dahre 18h5 ausführlicher he- schriehen halie. Die* an ihrer Basis anftreteuden Kiese sind hc- sonders an den Kändern der zwischen Ühernrf und Beptiedi sich hin- ziehenden Terrasse gut aufgeschlossen. Von den die Kiese üher- lagernden Sauden und Thonen ist in der Kegel auf den Feldern der Tei'rasse wenig zu heohachten. jedoch werden Beide heim Bflügen an zahlreichen Stellen hlossg<d(*gt. Auf der Orenze der Thune gegen die sie untertenfenden Sande treten im Terwitterungshodon Fisen- schalen auf, welche in den h’eldmarken von Niedernrf, ühernrf nntl Wiekershof weit verbreitet sind. Von grösserem Interesse ist es, dass sich in diesen Eisenschalen reinere Kotheisensteinc (Köthel) finden, welche genau so, wie die entsprecheiuh'n (1 esteine der Terrasse von Ikendorf hei Wabern von Pfl an z cn rosten erfüllt sind. Seit meiner ol)en citirton Bnhli- cation habe ich Gelegenheit gehabt, im Gebiete des Blattes Ziegen- hain (1 : 25,000), speciell an den beiden Schwalm-Ufern oberhalh der Stadt Treysa geologisch zu beobachten. Es geschah dies im Frühjahr ISOO im Aufträge der Direction der Kgl. geologischen Landcsaustalt zur Ergänzung des Kartenbildes für das Uehersicht.s- Blatt Kellerwald (1 : lOliOOO). Ich bin überrascht gewesen über die weite Verbreitung, welche die Terrassen -Kiese, -Sandc! und

*) Dicst« .lulirbuch für 181)5, S. LIV ff.

MI

-'riioiu' (Lciidorfoi- Scliiclitcii) ii:iiiicntlicli ;iiif dein liiikoii l'Irr (Kt S(di\valm zeigen. Es ist sehr wahrscheinlicli, dass diese Sedimente im Gehiete der Nieder - hcssisclien Senke noch eine erlieblicli weiteie \ erl)reitnng besitzen, als dies ans meinen hislierigen Beuhaclitnngen hervorgellt. Die genauere stnitigraphische und paläontologiscdn' Untersnclning dieser Sedimente sowie ev. ihre \'ertolgnng nach N. hin bis an das nordische D i 1 n v i ii m Ih' r- an diirtte eine lohmMuh» Aufgabe für denjenigen sein, der mit der geologischen Kartirung der in Frage kommenden IMüttcr lieanf-

tragt wird.

III. Im Anschluss an meine A iifnahmearbeiteiD) auf dem Blatte Frankenberg vom »lahre 1891, mit Benutzung der v. Lin- srow sehen .\nfnahnien am südöstlichen Rande dieses Blattes (von 1800) habe ich im Aufti'age der Direotion der Kgl. geolo- gischen Eandesanstalt im Sommer 1890 eine Untersnehung vor- genommeiu tlie an und für .sieh der praktischen Frage galt, oh die W olker.sdorfer (Quelle für die Wasserversorgung der Dom.äne und der ( )herförsterei Wölkersdorf' vermittelst hydraulischen Widders ans- rcMcht. Zur Beantwortung dieser Frage war ich indessen genöthigt, meine seit über zehn .fahren gesammelten Erfahrungen über die \\ asserführung des Kellcrwaldhorstes und der rings nm ihn abge- snnkciien Gebirgstheile zusammen zn fassen, bezw. sie in das Gebiet der (tektonischen) Frankenhergcr Bucht hinein zu verfolgen. Aus diesen Arbeiten hat sieli eine Reihe für die wissenschaft- liche Beurtheilnng der Wasserführung der Gehijge wichtiger Resul- tate ergelxm, die der Drucklegung harren. Ich will hier nur kurz darauf eingehen.

Für die Wasserführung des Kellerwald -Horstes kommen in erster Tiinie nicht die Schichtenwechsel zwischen relativ durch- lässigen und relativ undurchlässigen Gesteinen, sondern die. X er- werfu n gslinien in Betracht, welche das Gebirge durchsetzen, und zwar ist das X’erhältniss der Verwerfungini zu einander ein derartiges, dass, wo mehrere oder eine grössere Zahl Verwerfungs-

') Siolio die Karüj zu A. Ük.nckman.n : Die Fraiikcnborgor Pcrml)il(Iniig(’ii. Dieses .liilirh. für lö'»!, S. 2äl IT., Taf. .XIX.

VIII

linion in Bctnicht knnunon, iiniuor die jnnfXstiMi V e r w e i’f’u n irs- klüf’te das meiste Wasser f’iiliren. Demnach entspricht im Kellerwalde die Skala <ler \ erwerf'nngen hinsichtlich ihia'r Bedeii- tium für die Wasserriihrnim des (lehirjxi's der Skala ihrer zeit- liehen Anteiuanderfolge in umgekehrter Folge, nämlich:

1) Kami Verwerfungen,

2) Coulissenverwerfuugen,

3) Uebei-schiehiingen.

Fine wichtige Befihachtnng des vorigen Sommers ist es mm, dass im Dehiete der (tektonisciien) Frankenherger Bucht die Kand- Verwerfungen des Kellerwaldes wiederum durch noch jüngere Verwerfungen verworfen werden, welche heziig- lich ihrer Rolle für die Wasserfiihrnng des (lehirges den Rand- verwerfungen mindestens ehenhürtig sind. Die S|)rungh()hen dieser jüngsten N'erw erfu ngeii sind in der Regel kein es- wegs fl 1) e r m ä s si g gross nml können in keiner Weise mit den- jenigen der Randverwerfungen verglichen werden.

Die Frankenherger Bucht he.sitzt nun anl’ den Randverwer- fungen, sowie auf jüngeren Vcrwerfungslinien , welche dieselhen durchqueren, einen gradezu ahnormen Re i cht h um an grossen Quellen, deren Wasseraliga he zwischen 5 und 7t) Litern in der Secunde beträgt, und deren Bes tan fl durch trock en e J ah rcs'ze i t en und fl u r ch trockene S oin m er wenig oder gar nicht b e e i n fl u ss t ') w i rd. Die Niederschlagsgfdiiete dieses gewaltigen (^uellenaustrittes sind zweifellos nicht in nächster Nähe, sondern in weiterer Fntfernung, etwa in den (|m‘ll(‘n- armen Hochflächen und Thälern des Rheinischen .Schiefergebirgf's zu suchen. Es ist nun selbstverständlich, dass die auf den Schnitt- linien von Verwerfungen mit Thälern anstretemlo Wassermenge noch von einer Reihe von Factoren abhängt, flie im einzelnen Falle der eingehendsten Würdigung bedürfen. Ich nenne zum Schlnssf* dieser kurzen iMitthcilung als zwei besonders wichtige Factoren

*) Nach Angahon dor Mrillcjr, die an manchen Stellen aus.scldie.sslicli auf eine derartige Quelle ang<(wie.>en sind; wissenschaftliche Beobachtungen dieser Verliältfdsse von meteorologischer Seite ölehen noch aus.

IX

die reliitivc 1 1 ö li c ii 1 ;i g e des iiellenaustritti's und die Hesclia ff'en liei t der auf den beiden Fliigeln der V('r\\('r- f’n Ilgen an stell enden («esteine. Fs i.^t beispielsweise keine Fragt*, dass die niäebtige Felge klüftiger und daher dnreblässiger («esteine M it 1 1 e r e n 15 n n t s a n il st (* i n s der Frankenberger Ibieht einen besonders wichtigen Factor für die \V assertnbrnng dieses (lebietes bildet. Flienso ist in den mächtigen Folgen vtin relativ nndnrcblässigen (iesteinen des Unteren Hnntsandsteins . welche in den Staifeln des paläfi/.oiscbon (lebirges nach der hessischen Senke hin dieses manerartig alisehliessen , hezw. seine Horste nnihüllen, ein wichtiger Factor liir die Wasserverliälf nisse des («ehirges zn erblicken. Von grösserer nedentnng sind dann weiter- hin die relativ durchlässigen (Testeine Kalke. 1 )()loinit(', Sand- steine und Congloineral(') der Z ec hs te i n - For m a t i o n.

F. Kayskh: Bericht über die Auf nab men auf’ den Blättern Ballersbach und Ilerliorn i in dahre I8b!).

Das Blatt Ballersbach wurde in seinem gan/en Umfänge einer Umarbeitung unterworfen, die zum ersten Frgebnisse den Nachweis einer ganz ausserordentlichen Zt'irissenheit dieses Blattes hatte.

Fs siiul vor Allem grosse, kilometerweit zu ver- folgende* 11 e r b r n ch <‘. die das Blatt in grosser Zahl durchsetzen und das ganze («<'biet in eine Keihe langer, sedimaler, in der l\i<-htung von .^(J, nach NW. ausgi'dehnter (,)uersehollen zer- legen. Diese Sidiollen sind m<‘hr oder weniger stark g<*gen ein- ander verse’lioben und haben im Finzelnen oft einen recht ;d)- weicliemlen geologischen Ban, was selbst für unmittelbar anein- ander stossende Schollen (lülligkeit hat.

Neben dii'sen (^iicrstöningen spielen eine grosse Ivolh* st ri'iche n<le St<)rungen oder richtiger Ueberschie- billigen. In der N \V.-IIälft«j d<T Karte, wo die Schichten in iler Kegel eine stark gem'igte Ijage haben, ist auch die Lage der l'eberschiebiingsklüfte eine steile; anders in der S( ).-l lälfle, wo die Schieht«*!! auf grosse Frstreckung eine tlacln- bis fast schwe-

1)(Mh]p Liiij;cninuj l)csit/on; lii(M’ falhMi auch «lic l'cliorscliicl)uu<r.s- obcncii iiutor uiclu- oder iniiidor klciucu \Viid\cIn nach S. ein.

Ks sind im srullichcn und siidöstlii-hcii d’heilp des Hlattcs Hallorsliacdi miiuh'stcuis drei solche flache l’ol)ci\schicl)mi^pn vor- handen.

Durch eine erste ist die ijrossc. sich zwischen IChrin^^shansen lind IlohiMisolms anshreitende, taf’elförini'r«“ Masse von oherdevo- nisiduMii Dcckdiahas von S. lier aiit’ die iln- n()r<llich vorlii'jfcndcn (’nhns<‘hich'r und -Clranwacken der Di'i^end von Krilschhanseu, (dherlenij), Gr. A Itenstädtini und Krda (151. Kodheini) anfjj^e- schohen worden. Auch der merkwürdige Mühlher^ unweit (J)her- lemj), dessen Gipfel ans tlacldie}i;cndcm C’nlmkie.selse.hiefcr und Deckdiahas liesteht, wälirend der «ranze darunter liey;endc 'l'heil des Herge.s ans flaohirclaircrten Gnlmscliichten znsaminen^esiü/t ist. i)ildet nur ein weit nach N, vorjrcschoheni's Krosionsrelict der grossen UeljcrschielMin^staf'el, die kilometerweit idier die jimircrcn Schichten nach N. forthewe^rt sein muss.

Durch eine zweite U('herschiehnn<r sind die im S. der grossen Diahasmasse vcrin-eiteten, tlachliejrpndru ( 'ypridinenschiefer in jrjuiz ähnlicher Weise auf die eben besjirochene Diabasdecke (*mpor<rc- schohen, durch eine dritte die noch weiter südlich an.stehende, weite, tlaclie Decke von älterem (mitteldevotiischein) Schalst(‘in auf die Cyi)ridinenschief‘er.

Da diese interessanten, für die inneren mul südlichen 'Fheile des rheinischen t^chieferjrcbir^es noch ganz nnhekannten l'eber- sehiebnngserscheinnngen in diesem Jahrhnche in einem b(«sondcrcn Aufsätze behandelt werden sollen, so mögen darüber an dieser Stelle diese wenigen ßemerknngcn genügen.

Als ein letztes Ergebniss dm- die.sjährigen Arbeiten anf dem ßlatte Ballersbach sei noch die wesentlich der Mitwirkung des Herrn Dr. Lö'l'Z zn verdankende Anftindnng von Stringoce- [ih a 1 on ka 1 k - V e rs t e i n e r n ngen in der nördlich von Asslar am südlichen Kaitenrande gelegenen, klotzförmigen Kalkmasse des S c h w an z h e rge s erwähnt. Strinc/oc(‘j>}ialV'S Hurti/ii, grosse Arten von Actinocjffitifi und andere Versteinerungen lassen darülicr keinen Zweifel, B(‘merkenswerth ist die sich z, B, im Anttreten von

XII

von «IcmMi die (‘iiH' non! wr.vl-M'iilöstlicIi, 'li(‘ ainlcro nor(l-si'i(lli<‘ii vorläni't. Sti(llicii von Ilaninn-n. an (l<'r ' llanlaM'sclicn) \Vcnm“ko|)p(‘, findet ich eine /.weile Partie, wi Cidin län^'' einer nordwest-^iitio.siüeh verlaulend'n \ Crw ertun^ an Pnnfsandstoin ^ren/l. liier wird die von Herrn 1 )kn{'K mann ^<’nauer nnter.snchte LaLjeiain^' noch dnrcii duN Aidtreten verschiedener (Ihedcr d('s ZecliötoiiKs coni|)licirt.

Das jüngste (llii'd des Zeehst(*in.> liesteht ans ('onij;lonu‘i\-iten. di(> concordant von Ihintsandstein iihi'rlar^ert werden. Aufs Idiisse, die diese Antla^ernnii; ixnt /eieren, linden .■'ich an mehreren Punkten, so wesllich, sndwe.^tlich und südöstlich von Ilanliern. ICin von DkNI’K.M.^NN ’) clKMiiisch nach^jewiesencr MaLTnesia-Ciehalt in dii son jüniTermi ( ’onelnmer.iten konnte dnn-h Anffinden von P>ranns[i:ii h- KTystallen oeoeniiljcr der I lanher'sidien Miiliie inineralooisch h«>>t;i- ti;;t werden. Sie. fanden sicii in Di nsen als kleine Krvstalle der Ans- hildntii^ -h R (Kd 1}, welche Form heim Kalkspath xdlen anftritt. sich aber nm so hänfioei- lieim Dolomit. Hrannspath und amh'ren (iliedern die.^er Reihe findet Das so^. ;ilt(‘ri‘ (.'onolomerat -) des Zechst eins wird \ om P>nntsandstein durcli die znlet/t oen.innte V'er- werfnng <retrennt.

Innerhalh d(*s jet/t fertig «ri'stellten Hnntsandstein^rehietes lassen sich von grösseren St()rnnoen nur zwei auf längere Fnt- fernnne: hin V(‘rfole;en. Die eine heoinnt südwestlich von W illeis- dorf lind set/t sich in nord-südlicher Richtnni;- verlaufend auf Blatt Rosenthal fo'rt; hier ist die westlieln* Partie, die ans .Min- ierem Bnntsainlstein hcsleht, ahoesiinken. Di<’ andere Strnaiiii;. westlich von Oherhol/hansen ij;eleoen, cliarakterisirl sich als (hnil- liche ( iraheneinsenknni^ von Mittlerem Bnntsandstein. Anf ihr lieot an ihrem mirdliidien Futlpnnkte eine der wasserreichsten Quellen des j^an/en (Tchietes.

An kleineren N’erwerfmioen reich ist die (lebend von \Villers- dorf, wosidhst anf diesen Störnnoim an manchen l^iinkten starki'

') Dknckma.n.s-, Die Fninkonbcrger Ft'rml)iklnng«‘ii, dicse.s .lalirlmcli fiirlS'.M, S. L^ßO.

‘•0 Dkn’ckma.w, ebenda S, 1 .

Mil

(^iipIIi'ii <■llt^[u iiiiXiMi. I)ai;(‘i;(Mi i>t cs wog'iMi der pctroi^raiiliischen ( llcicliartiLi'kcit dc‘r (Icstoiuo nicht ;Li;<‘lnn^(>n. die heidon westlich von luhnersliaiiseii aul’trefenden t^nellen. den Isselhnrn und Schnial'/horn, anC lektonisidie l'rsachen /.nrückxnliihren. Da an ladilen Punkten die tiid'sttni SchichtiMi des L'nieren Ihintsandsteins anitrclen. so lag die \ enniilluing nahe, dass die t^nellen ant der (iron/.e von undnrchlässigein thonigen Unteren Hnntsandstein geg(Mi dni'chlässiges jiingen'sC ’onglmneral des Z<‘fhsteins entspringen, allein auch dieses li(‘s> sich nicht nachweisen.

A. VON Koenicn: Uehcr die U r ge 1) n i ss e d e r A u f ii a h in e n i in Jahre 18!'9.

In dem Ihnielite Inr da> dahr 1 ''9S wnrdi' ansgelidirt. dass das inariiH* Neticoin ini NW. und N(). der Ililsinnlde concordant auf dein W ealden , Pnriu'ck etc. liegt, iin ."^W . nm! vS. dagi'gen disi-ordant. indem es im S. anscheinend tlirect ant' den Drnaten- tlumen lagert, liher welchen nach NW’, nach einander alle hölu'ien Schichten der Korallen-Oolith. di(‘ verschiedenen Ahtheilungen des K immeiddge, das Portlaml. Piirlieek ninl W’ ealden iiervortreteii. in Welchen nur vm'hältni.s^mre'sig get ingt’iigige, nordwestlich .•'treicle mh' Stiirnngmi siidi linden, gegmiiiher der 1 lanptverwert'nng, welche Ix’i Stroit unter »len I lilssandstem liiiiri und 'len Münder Mmgel liehen den iintmam Ihannen rlnra. die PnriM'ckkalke liehen di(' ( )rnatenlhone legt.

Im S<imnier I81I9 wnrdi' nun in dem alten rageban der ong- lisehcn .Xsidialt-t lesellschai't am W'int jenherge hei Ilolxi'ii. deren .Asphaltkalke ja di'ii Pteroceras-Schichten angehören, ein neuer Antschlnss gi'inacht. in welchem liher den As|)haltkalken znmichst '•ine his xn I (>( '(‘iitimeter dicke, schwarxe, nuilmige Schicht folgte, welclii* fast nur ans fein zertheiltem Schwefelkies ht'stand, und dann 80—90 C'entimel'-r eines Kiscnstciiies, welcher in dichter (irnnd- mas>e mehr oder minder gedrängte, kleine Lisenstein- oder Hohn- 1 r/.-K(irner enthält, in frischem Ziistainle schwärxlich, hei heginneii- der \ erwitternng hrann, ganz idinlich manchen Eisensteinen von Salxgitter und reich stellenweise an verdrückten Ammoniten ans

XIV

(lor V('r\v:ui(ltscli;tt‘t dos Unph'fr.s (iiitl)Ii/(/o/iiu,s., sowie' aucli an Uloi- ncron Kxoiiijdaroii von Ih‘lennnlo.'< ,s}(l>{jU(ulrafi(s «‘tc.

Auf dor I Iaido l’andon sich al)or amdi imdir kallviü:-nioi-^oliiro Hleioko, in wololion I)ra(ddo|>odon liäufij^e'r wann, wio 'l't’rf/iratidd .si'lla IvOKM., 7’. peroralus Kokm., 7\ j'h/xi Kok.m., 7’. Moiitoniatin lihijiichonrlla üi'piussa Kokm.. alior anoli Arlruhi inacropti'ra lloK.M. lind liolemiiliiii mlxpKidraiux \K)\\i\uw\\. Diosm fand ich ahor auch in don d’honi'ii doi' Halde nolion voi’kii'ston und in lu'lloni Kalkstein orlialtonoii Aninionilon ans dor(lni|i|to dos //dp/ifcfi ain- öli/po/iii/fi, Ih'lmuiifcx jai'iiluvu Mt iiiria onrntn und kloinon (lastro- jioilon lind IJivalvon. naimnitliedi der so;^('nannton l.'iocxn/in (f/ii/itlxfa. Hioso Thono sind sninit siolior nni' nni W’oni^fos jinin:or. als die Kisonsteino und ('nt.-|>rocdti'n i;an/ dmi \ m kiinnnnisson in d(>r alten Zio<.ndei-Tlionii;rnl>o /.wisidion dein I lilshornsun nnd und der Strasse naeli (irnnenplan und in den \\ asserrisson an dieser Strasse, die schon UoKMEl! erwähnte (Zeitschi’, d. 1 )entsch. f^eol. (li's. 111, ISäl.

hlO lind die von (1. Ih'dl.M und anderen als »am SjM'chtshorn.-'- kojd« etc. he/.eie’hnet wurden. In einem \\ asserrisso des llils- hornsefiiiides fand ich aber auch unter diesen Tlmnen und filier Münder Merced anstehend dichten l'nsciistein mit kleinen l’ohn- (‘rz-Körnern und mit Olvtiöffphanus p-sHo-stontu-s Nki'.m. et riii.n; und weiter lose iK’iichstncke von liidcm nih'fs xiilxjudih'diu-s^ Jloplifi's dvibhjijoiiid-i und V ei wandte. ()lc()--<fcplidnux psiln.stdinu-s kenne ich nun aus der alten Zic^elei-d hongriihe von i lohenegg(dsen, wo er zusammen mit anderen O Icont e phd n u. s- \ rXi'w . z. Th. aus iler \’er- wandtsi’haft des O. hUichdtoinnn Lky.M. und des O. < (irtfi'oiii \>\)\{\\.. mit einem eigenthümlichen Ilopliten, den ich //. //r«/e/e.v/ henaiiiit halte, und mit Sdif/ioei'i'd-s (^Co-'unocrra^') cvriuico^'ni m i)()i:i!. vorkommt, ciiiei hczi ichiicndcii .\rt des südli’anzösischen etc. \ddaiiginicn (d/c/’/n'-i i/ij rd/irocoinit’/i/K -s LoiiV, Mdrur.s d AdidKdiltf'a lionhadill et Aeoroii(/t‘n,sia Kiman). Diese Schichten mit ( 'Iros/eplid/iit.s p.'>-i- lualo'Hiu.s sind jedenfalls mit ilie ältesten, in Xorddeiitscldand he- kannten marinen Neoctmihilduugen , ahgesehen von den Schichten mit Atiniionitn^H /ictcd'op/fdru.'i timl .1. (J<>rrili.d/rUf<, die ich im (lehi(>ti> des Ilils und der (Ironaner K reidemuhh* nicht kenne; sie ent- halten noidi nicht Formen ans der Verwandtschaft des lldplllr.s

XV

(ivi/j/ijf/oitiifs^ wie sio in dtni nnt<T>tr-n Si-hichten i1<m- Asjihaltgi'ulx* am \\ inlj('nl)orge und an /aldiciclicn aiuhnon Fiindoitim Nord- (lontscldands sich finden und nach Kh.Ian ans d('r nächst hülu'ren Stufe, den ->Scliichlen mit J .s Jran/tdfi^, anftreten. in wel-

chen wiederum die sänimtlichen A mmoniten-Arten jemn' Zone fehlen, ln einer dritten, noch et\vas hoheicn Zone tritt ilann auch < liori’ruN Roeiurri Nki’.M et l III.KJ und radiafu-s, die hezeichnende

Art des Ilanterivien auf. den ich ans Norddeutschland von Achim, K irchwtdiren , Liiuhm, Brixlenheck , Egestorf, Mehle, Osterwald, lUdligsen und ans dem 1 1 ilshoinsgrnnd kenne, von wo, durch (i. Böii.m ges.amnudt, ein Ahdrnck iler jüngmen Wimlnngen von nalnv.u d C'entiimt('r 1 )nrchm(>ss(‘r im (löttinger .Museum liegt; das Ci('stcin ist ein schwärzlicher Phosphorit idmlich demjenig(‘n, in vvtdchem liesonders Mci/cria so zimnlich von allen Fundorten, auch

hei Speeton. in (hm ’l’honen vorznkommen jdlegl. doch ist ans der r('herein''ttmmnng des Phosphoi its mteh kcincsWt'gs atif die (»leich- altrigkeit der 1 hone zn schliessen.

dcdenlalls liegen am llils S oder doch 2 vcnschiedene Zonen vor, in ihmen lieUnnnites ant'tritt. vc)n welchen ich die

nnterst('. die mit ( )!<'. psHostotuns mit Sicherheit nur vom llilshorns- grnnd, von Delligsen und 1 loheneggelsen kenne, doch kfninten verdnickt('. schlecht erhaltem* Ammoniten, di(' in eirnnn \\ asser- riss(' nahe dem d'iei hatischacht hei ()st('rwald sich tinden und in dem allen Knnstschacht von P)red(mheck vorgekommen sind, auch diesc'r Stufe znznrechmm sein.

Der folgenden Zone gehfn-en an ausser den Fisonsteinen und m(*rg(*lig(m C'onglomeraten vom Wint jenheri^e wohl noch mimh'stons theilweise die teiidvfh nigen Bohnerze, welclu' früher für dii' Karls- hntt(‘ in Delligsen am Ililshornsgrnnd nnterh.ilh des Kihineherges und am Flligser Brink Ixn Delligsen ansgehentet worden sind. Be- züglich der letzteren führte IvOK.MEK (Zeitschr. d. Deutsch, geol. des. III, IS.äl, S. Öls) an: »D;is I'h’sen ist theils in thonigem Sphä- rosiderit, theils in kleinen, hirseartigen Körnern enthalten, das ganze Ijager aber nur 5 n Zoll stark«. -Ans dem lOIsenstein des Dören-

h(‘rges liegt mir nur ein kleiner f lopliti’s vW \*n'. Dartdx'r

lolu'en d.ann die fossilreichen Schicht(m (h's Fllii^ser Brink(‘s. in demm

XVI

niu’li noch dicsolhon Ilojditcn vnrkoininoii. die also viclloiclit noch zn dei’sclhen Zone ’/.ii rechnen sind. lIi'iT von Stiiommkck he- incrkte iihrij^ens schon IHnd (Zi'itschr. d. l)entsch. ^eol. des. \ I, S. ‘ihn): »/.u dem I lilseongloinei’at /ielie ich noch die untersten paar Fnss von Ivt)KMKHs llilstlion«. Dies würde ich dann lielier aiisdrücken: »Diese Zone kann auch in der d'hon-Faeies entwickelt sein«, wie ieli dies vor einigen dahi’en 'Zeitsclir. d. Deutsch, j^eol. (ies. ]8t)(), 8. 714) all_omiein aus^ethhrt hatte. Fine solclie Thon- hicies ist aln'r 1891 am Ncuhausko|d’ am Wintjenheri^e mit einem 8chnrrschacht nach Asphalt dnrehteuCt worden und hat eine gi'össerc Zahl von allerdino;s manc,(‘lhatt erhaltemm Ammoniten, Hrachiojtoden, I^ivalven etc. m'hst Hoh nmitis fnihtniiKlratnn <^o\\v\'oy\^ die von \\ KHMUTKn iresammell und <)em ( iöltiim-er .Miiscum ühci- ^chen wmahm. doch enthalten (dn/tdiie Ilojtlifv.s aii</f/i/(/(>/iiUf! etc. im Inneren auch hclllir.umcn Phosphorit.

In den obersten Thonschichten des Tagebaues am \\ intjenheri^e timhm sicli dann di(' antöi'iiponiu-'i in hellem Kalk i‘tc., und

»ranx ähnlich erhaltene IJrnchstncke samimdte ich auch nebst /ir/. .snOi/nudrafii-i an dem Ilanptwei^e, welcher von ilein da;i:<lhanse unlei- hall) des Ilils im Dnim^er Walde (d(*r W cenzer l'tnst} zwischen Schlag *23 null 32 nach W’NW’. hinahfVihrt nnd zwischen Schhe^ 24 nnd 33 schon W älderthon amschneich't. ohm* dass die drenze zwisclien Heiden sichtbar ist (theihalf) des da^dhaiises sowie an einigen anderen Stellen, wie nah(‘ der SO.-Fcke des Itlattes .MUdd. fand ich dicht nntm' dem I lilssandstein li(l( nuiiti'x Kinihli. so dass der llilstlion hier das gcsaimnic Ncocom nnd .\pticn enthält, h'ider sehr schlecht anfgesclilosscn nnd anscheinend aian an Am- moneen etc., so dass eine dliedeinng der wohl (iO .Meter

mächtigmi Schichtenlolg(“ ganz nnansführhar ist.

Unteres Ncocom mit l.socoi'dia luKpihiln anloinm etc. wnnlc sonst noch heohachtet an dem horizfintalen IloIzwcLre ostnordöst- lich über dem Sparensiidv, lötiO Meter N'N’t) von llolzen. und im Dninger \\ aide in der engen Schlucht, ca. ädO Meter N’( ). vom Horherge, in geringer .Mächtigkidt nherlageile es aber nördlich vom »Schwarzen l.<and« im Vorwohlci- l''oist , 3(i() Meter WNW'. von dt-r Umbieeiing des Ihdilweges nach N N \\ graue Mergel mit

wir

Gri/j)haea dilatata^ wohl Ileersuiiier Schichten, iincl 500 Meter von dieser Umbiegung unteren Korallenoolitli mit Cidai'ü ßorigemma^ Exoggra reni/onnLs, Rhyiichoneda ‘pinguin etc., wie Scluirfversiiche nach Asphalt an diesen Stellen erkennen Hessen.

ln dem \\>enzer (iy{)shruch ist in dem Thon im Hangenden des (»ypses besonders Arnnioniteis nims verkicst häufig genug neben liehminiten Eivaldi^ seltener Acanthocera-s Martini, llopliim jurcatm nnd Jdigl/oceraa Moreli irüRH., und, in anderer Ei-haltnng, llopl. iJesluiyesi neben Brnchstiicken von Hamiten etc., nnd zwar faml sich Hoplite-'i Drshageni auch im anstehenden Thon ganz nahe dem (ly|is. Ich habe alier aus dem Thon iles Weeuzer (iyj)shruches auch grössere Bruchstücke von Phosphorit-Steinkernen von IJnplites ani- /difgo?iius nnd (’rioceran cupricornu, (h's echten, welcher nicht mit den H oder 4 anderen, ähnlichen, zum l'lieil in amleren Stufen (h's Neoeom auftretenden Arten verwechselt w«‘rden darf. Dieser 'l'hon ist somit nicht einer bestimmt«*!! Zone zuzurechnen, da sich dai’in verschiedene Stufen d('s eigentlichen Neoeom und auch !l<-s Aptien finden, und ist daher mit dem Collei‘tiv-Namen llils- thon zu bezeichnen; er liegt auf alle Fälle recht unregelmässig, ^\ ie dies hei Stdiichten über (lypsstöcken keineswegs selten vor- kommt : so fanden sich im Thon nahe über dem Hyj)s auch Blöcke von schwa)v,<‘m, ganz mit Asphalt getränktem Saiuistein, die ich nur für Weahh'u-Sandstein halten kann.

Nun ist die Ansicht ausgesprochen woiah'u, der Hyps des Wha'uzer (iy|'shruches könne nicht dem Münder Merg(*l angehören, wie Di'UHKits und KoKirr noch neuerdings annahmen. da Koemkr schon aus seinem llan<tenden eine Foian d(*s Braunen rliira, näm- lieh Avivionites Farkinsoni angeführt hahe. Ich habe hierg<>gen zu bemerken, dass ich seit langen dahren den \\ <*enzer fiypsbriich besuche und rei'ht viele Fossilien aus demselben in der (löttinger sowie in anderen Sammlungen untersucht habe, aber niemals eine Alt aus dem .Iura dazwischen fand; zui‘ Aufklärung dieser An- geh'genheit dient vielleicht die Notiz, dass in der ilem ( löttingci- Museum vermachten Samndung des verstorbenen ( )hei’a[)pelations- rathes Nöi.deke ein JIoj>lifr.s ambiggonivn von Neustadt am Kuben- berge lag mit der Etikette von v. Strom heck & Hand: »Aehnliclu*

1.

tlulirliiicli Ui'.);».

XVI II

Stücke besitze ich aus dem llilstlion des I'dlii^ser Ibinkos und habe sie bis dahin für Findlinge aus Hiauuem dura uml zwai- fiir Ammoniteti Parkinsoni gehalten. 4. d. (>().« iOs h.it also V. S'l lUi.MUKCK ehemals, vor 40 dahreii, Hoji/ifrs mit Amni. Parlin-so/ii

verwechselt, und Fokmku hat den Namen »laiiii angeführt, vielleirht ohne Exemplare gesehen zu haben.

Dieselben 4 hone mit Helemnit<'n, wie im \V (Mmzer ( 1 yj)sbrneh, sind aber auch 1 Kilomet(‘r nordw (*stlich davon in dem d'hal zwi- schen dem Ilaidkopfe und den Scn pnlitbrüchen der »Tlni.-'ter Ibirg« bei Schnrfversnehen angetrolfen wurden. wi(‘ ich in fhfahrnng brachte, und thalabwiirts iolgt dann \V(‘alden und Fnrbei'k. so dass iler llilstlion hic'r normal auf Weahhm zu liegen scheint.

Heiläntig sei liier bemerkt, dass auf der anderen Seite der Leine rings um den Sackwald und die Sielienbergo bei Alfeld, also um die sogenannte (Ironaner Kreidemuhle, der llilstlion ganz die- selben verschiedenen Stufen des Neocom und .Aptieii umfasst nach den Fossilien, die bei Alfeld. Everode, Westerberg, ICyers- hanseu etc. von (l. Mi'llku, Wku.mbtkh und mir im Laufe der Jahre gefunden worden sind, so dass der 1 lilssandstein aneli hier nur dem unteren ( ranlt angchort, der Flammenmergel mdist den wmiig mächtigen Thonen mit Pehunnifen inininim dein oberen («anlt. Es scheinen dort aber vielfach die untersten Schichten des Neocom zu fehlen, und die folgenden liegen direct auf mittlerem oder oberem I.iius, nach N. vielhdcht auch auf unterem Braunem Jura, wie ich dies schon bei anderer (lelegenheit hervorgch(dien habe.

Schliesslich möchte ich noch anfüliren, dass ich im letztmi llerlist in dem Serpnlit der »'riiüster Burg« bei Weenzen-'riiüsti' einen Belcmniten gefunden habe, soviel mir bekannt, den ersten ans diesen Schichten. Derselbe hat zwar nur 7 Alillimet(*r Durch- messer und ist nur in einer Länge von 25 Millimeter erhaltcni, zeigt aber eine ganz ähnliche \"cntralfurche, wie kleine Exem- [ilare des PdeminPei (ih.soluiux von Mniowniki bei Moskau, so dass er füfrlich als H. cf. abtsoiutm zu bezeichnen ist. Es wiirde dies

O

darauf hindetiten, dass der Serjmlit rein marin und zu den Bortlandschichten zu rechnen ist und nicht, wie vielfach ange- nommen, zum Burheck, welches KuEUT in seiner Arboit idxu'

XIX

(lio (ireiizscliicliten zwischen Jura und Kreide etc. im riau<renden des Serpiilit und unter dem Wealden nachwies.

Der Wealden kann nach allem diesem nur ein Ver- treter des unteren Valanginieu sein, also wohl der Berrias- Scliichten, die Kilian aus guten (Gründen in diesen Horizont stcdlte.

]m oheren Neoconi der (hegend von Hannover und Hildesheim lassen sich zur Zeit folgende Zonen unterscheiden von unten nach ohcii; 1) Zone des drioceras elegans v. Kokk. 2) Zone des Crioceras jinsicostafnm (Koemer) Keumayk et UiiLlG. 8) Zone des Crioceraa Denckimtniü (i. MÜLLER. 4) Zone iles Ancifloaraa costellafum V. Kokken. 5) Zone des Cridcnui.'i aegoceniti v. Kokken. iJ) Zone (h's Annjlnroi'dfi Iri.spinofmvi v. ICoi'.NKK und dann f dgt das Baremien und das Aptien mit den Zonen des ilopliti’H De.shaye-n und des A ca n ih o re ras Ma Min i.

1 );is von K. VON Seehacii (Zeitsclir. d. Deutsch. i;eol. Cies. XXHl, S. 111') kurz erwähnte »Zusammenvorkommen von Neocom- und W’ealdenfossilien (Schalen von rni(»nen und Belemniten) hei d)(dligsen« ist ja verschiedentlich hes|)rorhen und n.amentlich auch als B('W('is angeführt worden, dass der W ealden zur Kreide zu stellen sei. Bei der geologischen Aul'nahme von Blatt Alfeld hatte ich nun Veranlassung, mich über den Sachverhalt näher zu

unterricditeu.

(ilücklicher Weise hat (K Ihui.M

in seiner Disser-

tation iiher die Hilsmulde (S. 10 und Zeitschr. d. Deutsch, geol. des. .XXIX. 1S77, S. 2‘i4) genauere Angaben über das \ orkommen gemaidit. und die Stelle, an ^\•eh•her »das neue Bachhett« ausg('- grahen worden war, konnte ich mir zeigen la.ssen. ICs stellt sich nun heraus, dass uumittell)ar östlich davon die Burheckkalke und Mergel anstehen und ziemlich steil zu dem Bache oder aler Beke« einf'allen, dass die von Böhm ('rwähnteu Kalke, mergeligen Kalke resp. sandigen Schichten Kokmkrs also dem Burheck angehörcu. ln dem Bach stehen dunkle Thone mit zahlreiclum ('i/prifi an. und an Fossilien habe icdi nur noch ('in etwas gerolltes Bruch- stück von Olcohtephanus gel'unden, welches jedenfalls nicht den alleruntersten Schichten unseres marinen Neocom, sondern wohl

der Zone des 0. j)/iiloiito/ni^s und Saynocerus verrucoauni angehört. Falls nun nicht eine \ ervverfung die Burhcckschichten ahschneidet.

b*

müssen die riioiie dem allcruntersten Weiildim ;ni<xeiiören , und die Aumilime, dass das Zusammen Vorkommen von Vido Mcnkei und Beleinnite.i subtiucuhuitiiK dudureli /u erklären sei , »dass die ßildun^ der Elligser Pu ink - Seliielit , wenn aueli vi(*lleielit nur in ihren Anlang('n, noeh in di«' Zeit des Weahh'u fiel<f, kann daher un- inüi^Iieli autrceht erhalten werden, /uiual da tlie Ids.^il reiche Ellisiser ßrink-Sehielit noeli ül»er dt'r Zone des ()/cotiff>}>li(i/ii/.s ji.si/oftfoiiiHs liegt, wie ich vorstehend ausgel’ühit habe. Ich habe vielm»'hr keinen Zweifel, dass die Pelemniten sich im Hac‘hl)«'tt verschwemmt ge- funden haben, eben so, wie (h'r von mir gesamiiK'lte Olcostejiluinu-s^ nicht aber in d(?m 'riion, /.nsammen mit den P'idonen. Die he- treffenden in der (TÖttinger Sjimmlnng anfhewahrten Exemplare sind denn auch sämmtliirh zerbrochen und /.i«‘iidieh f>tark altg«*- riehen. Einen gewissen Zweifel an dem Znsammenvorkommen scheint aber auch die vorsichtig gehaltene Enssnote (1 PoiiM’t; a, a. O. anszudrüeken , in welchei’ immerhin die Möglichkeit iles Nicht-Zusammeuvorkommens otfen gedussen wurde.

\'on einigem Interesse sind Hirner die Anfschlüss«', welche bei dem Bau der Eisenbahn von (landersheim nach Dnngen-El/.e aid’ Blatt Ciandershelm gemaidit word<‘n sind. Zunächst ist westlich der Strasse nach Ivimmerode nordischer Saud und Kies, sehr dentliidi geschichtet, mit einem Einfällen von ca. aufgeschlossen worden, also unzweifelhaft gc'stört; es ist dies nahe d('r Stell«*, an welcher früher nordischer Schotter unter Wellenkalk aiigetrotlen wurde, wie ich dies im dahrbnch für 18iS4, S. 4h angeführt habe.

ln gr5ss<*rer Ausdehnung ist Bänderthon sichtbar geworden zunächst östlich der Strass«* nach Ivimmerode und daun nördlich der Strasse nach Sebohlshausen, wo ln dem langen ICinsehnitt unter dem l)is 2 Metei luäehtigej» Lösslehni 0,60 0,70 Meter grau- brauner, feiner Sand mit zahlreiclu'u Kohlenstüekclien folgte, dann 3 4 Aleter braum*r, thoniger Lehm und ca. 0,60 Met<‘r blau-grauer Bänderthon, ländlich faml sich ca. 800 Meter südlich vom mu-d- lichen Kande des Blattes unter dem Lüsslelim l)is idjer 2 .Met(‘r Bänderthon, oben dunkel, nach unten heller und in helll)rauu('u, dünuschichtigen Schlufl'saud ül)ergehend. Darunter folgte nach Sfuh'ij wieder Lösslehni. l'As scheint sehr wünschenswert h , diese Schichtenfolge durch ein kleines Bohrlocli zu untersuchen.

XXT

A. S'n;rER: AI ittlinilung über A ti fnah iiieii i in öst 1 iclien 'J' li ü r i n (re n 1899.

Naclidein eiiK* irrösseie Anzahl Hi'frelmniren des auf’ den Mess- tiscliblätterii Zeitz. Ilolienniölsen , Meuselwitz und Predel dariri'- stellten (iebietes aus<refülirt waren, wurde, die Sjiecialaufnaliine des Blaites Zeitz heironnen. lin süilliehen Theile dessellieu, na- nientlieli au den 'riialwäudeu des l']Btertliales tritt unterer Hunt- sandsteiu auf, der e;ewölinlieh noeli vun den untersten Ihänken des mittleren Buntsandsteins. welche das Plateau bilden, über- la^rert wird. Diese Bänke sind von ^reüberein Korn als die rothen tieferen und weiss oder ^rau bis orelb »refärlü ; einige liefern einen ziendieh guten Baustein und sind in grösseren oder kleineren Bi'üeheii au/ges<ddoss(*n. Di<‘ (irenz»‘ gegen sii' ist fast überall gut zu bestimmen. An einer einzigen Stelle bei der Eisenbahn- station Wetterzeube, auf der linken Seite fies Elsterthales, tritt oberer Zeehstein. Letten und PlattfUidolomite, in gestörter Eage- rung neben dem Buntsamlstein zu Tage.

Voll besonderer W ichtigkeit sind die Ablagerungen des unteren Clligoeäiis. Im S. des Blattes Zeitz, (hm Buntsamlstein bedeekend, ist lediglich die Stufe dei- Knollensteine entwickelt. Sie besteht aus Kiesen und Sauden, auch thonigf* Jjagen fehlen nicht. Die Knollensteine sind sehr verbreitet. Zwiscdien Ilaynsliurg und Breitenliach wi'nlen sie in viehm kleinen (»ruhen gebrochen, sie treten dort als nu'terstarke Bänke (oft zwei durch Sand oder Kies getrennte, über einander liegende) ül)er den Kiesen auf. Die Stufe der Brauukohlenflötze stellt sich erst jenseits der Kister nördlich von Zeitz ein.

AWite Flächen nehmen die Diluvialablagerungen ein. Es sei erwähnt, dass sich die zuerst von Keiliiack in der Gegend von .Alteidmrg gewonnene Beobachtung über die Zweigliederung des Löss auch in der weiteren Umgebung von Zeitz bestätigen wird.

W\ Frantzen: Ueber Aufnahmen auf Blatt Treffurt 1899.

1. ln dem Bereiche des Mf'sstischblattes 'Preffurt verdient eine Ablagerum»' vou Schotter erwähnt zu werd(m. welche sich durch abweichende Zusammensetzung und höheres Alter von den

XXII

frowölinlicheii Scliottorablajxenm^on der Werra iiutersclieidet und walirscheinlich nocli in die jüngere Tertiärzeit liineinragt.

Sie findet sieh ln einer grossen Schlinge des Werrathaies, an denen dasselbe zwisehen C'renzhnrg und Trefi’nrt sehr reich ist, auf der Höhe des Minichenherges, zwischen den Dörfern F'ran- kenroda niid Falken. Dieselbe hat die (Gestalt eines ziemlich regelmässigen, nach X. hin geschlossenen Halbkreises. Bei Frankenro<la, wo der Fluss Anfangs eine snd- nördliche Richtung hat, wemlet er sich bald nach N(). und erreicht bei dem Forst- hanse Frob,>t-Zella den östlichsten Funkt des Bogens. Von hier fliesst die Werra .Vnfangs nördlich und dann über NW. bis etwa 10 Minuten abwärts von Falken nach W. hin.

Die Schichten liegen in diesem von der Werra eingeschlossenen (leblrgsabschnltte nicht horizontal, sondern sie fallen unter dem Kinflnsse einer Schichtenhebnng. von welcher weiter unten noch die Rede sein wird, und welche am Falkener Berge und im Sand- berge bei Treffurt sattelt, nach Südosten hin in der \\ eise ein, dass die Werra bis nach Mihla vom Wellenkalk an allmählich alle Schichten bis zum Nodosenkalk des Oberen Muschelkalks dnreh- schneidet. Am Mönchenberg selbst ist die Lagerung so, dass man in dem Thale, welches neben der preussisch-gothaischen Ivandes- greuze von Falken ans auf den Mönchenlierg führt, die untere Wcllenkalkgrenze in etwa 5(10 Dec. -Fuss, auf der anderen Seite d(^s Berges aber in dem ebenfalls auf den .Mönchenberg führetnien Thale die gleiche (frenze in etwa 600 Dec.-h’nss Meercsluihe an- trittt. Sie. liegt also in beiden Fällen nicht hoch über der Werra, südlich aber etwas höher, als nördlich. \b)n diesen Stellen ans senken sich nun die Schichten nach O. hin, dem allgemeinen Verhalten derselben gemäss so, dass das VVerrathal mit seiner Sohle an der Stelle der grössten Ausdehnung der Schleife nach O. bei dem Forsthanse Zella, auf der rechten Thalseite die oolithischen F)änke des W ellenkalks dtn-ch.schnoidet. Der Mönchenb('rg besteht seiner Haiiptma.sse nach ans Unterem Muschelkalk, der sieh recht steil über das Wcrrathal erhebt und oben eine ansehnlicla' , von S. nach N. etwas abfallende Blatte trägt, die von der in Rede stehenden Schotter- und Lchmablagei'ung licdeckt wird. Am Nord-

XXIII

raud(‘ (Irrsplboii oi\scheint niitor dem Schotter Welieiikalk und nahe daniut(U’ lie<^en hier am Rande des Abstiirzes s?e<^en das W'eiiathal die hciden Terel)ratnla-R)äi)ke; am Sndraiide treten da- <>;eiren nicht selir weit vom Absturz der Platte ^ej^en das Werra- thal die unterem .Mergel des mittleren Muschelkalks hervor. Ks zieht sich also der Lehm und Sehotter über eine nicht jjjanz kleine Schiciltenreihe hinwejTj wobei es frai^lieh bleibt, ob die Ablagerung noch überall auf ihrer ursprünglichen Lagerstätte sich hetindel, oder ob sie von S. nach N. hin etwas ahgeschwemmt worden ist.

Das Lagei' besteht oben ans Lehm, dessen Vorkommen Ver- anlassung gegeben hat, dass man in neuerer Zeit den Wald, der zur Zeit der Aufnahme der Karte durch den Generalstab den L(>hni bedeckt«*, und damals die Bezeichnung »Amtswald« führte^ fast ganz ansgenulet und das so gewonnene Terrain unter den Ptlng genommen hat. Die Karte hat daher hier berichtigt werden müssen, und sind bei dieser Geh*genheit auch die Höhenlinien, um sie mehr in l’ebereinstimmnng mit den geologischen Verhält- nissen zu bringmi, etwas gi'ändert wonhm. Der Lehm unter- sch('id«*t sich schon durch seiiu’ Farlu* von den gewöhnlichen Lehmen der dilnviah*n Lager des Werrathaies. Kr ist mehr grau als gelb und tritt dies im Herbste, wenn die Aceker abgeerntet und frisch gepilügt sind, sehr deutlich hervor.

Luter dem Lehm und mit ihm auch wohl vermischt, liegt der Sehotti'r. Kr lindet sich bald in grö.sserer, bald in geringerer Menge. .\m zahlreichst(*n ersclnnnt er auf ilem Felde an d('r Fal- k«*ner Seite, wo dasselbe ganz davon bedeckt ist; dagegen ist seine Menge an der Seile nach kbankf'iiroda nur gering. Während aber an (h'r Falkener Si'ite die Geröll«* nur klein sind, meistens nur wenige ('entimeter lang, tritft man an der Frankenroder 8<*ite grös.sere Stücke, die bis 4.') Lentimeter T.(änge haben. Diese V('rsehi<'denheil in der Giösse der G(*r()lle scheint für die .Ansicht zu spi(*chen, dass sich diese Geröll«* vielleicht ursprünglich auf der Frankimroder Seite gebildet Indien und dass sie von da ans nach S. geführt und bei diesem Transport zerkleinert worilen sind

Dil* Gerolle besteh«*!! «ihne .Ausnahme aus (^uai'zit. Ihi' <‘ l'äi- bung ist licht, gelblich, bis dunkel. Au einzelnen Stücken «•ikennt

XXIV

man dmitlicli , dass sie diircli Verkitten von Sandkörnern durch Kieselsäure entstanden sind, ähidieh wie die Knollensteine des hessischen Tertiärs. JEin/.elnc Stücke gleichen dem .^[aterial solcher Kuollcnsteine so sehr, dass sie sich nicht davon unter- scheiden lassen.

Der Kieseksäiiregehalt dieses Laj/ers ist so «rross. dass er auch anf die Vegetation Einfluss gewonnen hat. .Man trifl't den Boden in dem \\ aide an der \Vestseitc des l'eldes da. wo das Lager noch erhalten ist, mit typischen Sand[>flan/,en, mit Vdccinhun Miji'- fHli/s lind Erica cuhjaris hedcckt. .Vnch erscheinen diese Pflan/.en in Mimge auf dem ahgeschwemmten Tjchm an dem Abhänge des Muschelkalkes an dem Wege, der hei der Höhenlinie fl-Jö von dem von Falken anf dem Mmichcnhergc ui'hen der Lande.Kgrcnzc aufwärts führenden Mege ahzweigt und oheu die ohere 'fcMC- l)ratel-Bauk erreicht.

^\"^her das ^laterial zu den Geröllen dieser Ahlagernng ge- kommen ist, lä.sst sich nicht angehen. Ans der näheren Umgidning stammt es jedenfalls nicht und ehenso wenig ans dem Bnntsand- stein. Es muss sich dasselbe schon zu sehr früher Zeit hier ah- gesetzt haben, als das Werrathal noch nicht existirte oder si<di erst zu bilden begann. Ich habe, es wegen seines hohen .Mters zum Tertiär gestellt, obwohl das durch Versteinerungen nicht sicher gestellt ist.

Das Lager erinnert übrigems sehr an die Ijehmahlagernng, welche sich bei Meiningen an der Strasse nach Uohr aut der Höhe des Muschelkalkplateaus vorfindet. Es kommt hier unter dem Lehm etwas weisslicher Sand vor, dessen Ursprung auch nicht nachgewiesen werden kann und der auch jungtertiären Alters sein könnte.

2. Ich habe ol>en von den zahlreichen Windungen ges[irochcn, welche die Werra zwischen Creuzburg und Treffurt macht, und komme auf dieselben hier zurück, um sie einer kurzen Besprechung zu unterziehen.

Die grosse Anzahl, mit welcher sie an manchen Flu.ssthälern erscheinen, besonders auch an der Werra, ist Veranlassung ge- w<‘sen, dass man früln'r die eigenthümliche d'heorie aufge-stellt hat.

x\v

(lass ein so vorscliluiigf'nos Thal niclit lodiiilicli durch die Ero- sioiistliätigkeit des Wassers entstanden sein könne, sondern dass aiKth t'äeidare IJewegnngen der Landinasse dalad in liervorragen- der Weise jiiitgewirkt haben innssten. Man nahm an, dass die d'häler bereits in graner ^ orzeit in ihrem (Trnndrisse vorgehildet worden s(nen und dass mit dem Ahsinken der Länder die Flüsse nacli jenem (rrnndrisse sich allmählich tiefer eingescdinitten hätten.

Wenn auch der Verfasser die Existenz säeularer P>ewegungen durchaus nicht in Abrede st(dlen will, so ist derselbe doch nicht in der L.age, solchen Bewegungen einen so sehr bedeutenden .\n- thei! an der .\usbildung der Thäler in der Trias Tteutschlands einzuräumen. Er sieht vielmehr die irrsaehc der starken und zahlrei(dien Windungen mancher Elüss«* der Trias ln dem starken Wechsel von Stndchen und Ealleti der Schichten, in dem raschen Auftaui-heu von Sättedn nnd Mulden, in dem Auftreten zahlreicher ^’erwel•fnngsliniel| mul in der verschiedenen Härte* des durch- bi-ochenen (lesteins. Zu diesen Ursachen tritt endlich noch ein Monu'nt. welches bi>her viel zu wenig beachtet worden ist, und dies ist die .Auslaiigimg von Stc'insalz aus dem Inni'rn der Erde, welches in seiner Wirkung den angenommenen säeularen Sen- klingen ganz gleich kommt, und auch wohl zu der .Annahme jener d'heorie geführt hat. Dii'se Ursachen haben auch bei der Ent- stehung des fainfes der Werra in den Blättern C'reuzburg und fretfurt eine b’olle ges|ii('it mul will ich mich bemühen, den .-Vn- theil. den sie an der Entstehung des Flusslaufes der \\ erra zwischen (heuzburg nnd d'retfurt resp. Heldra gehabt haben, im Einzelnen naehzuweisen, wenn ich mir auch nicht verhehle, dass dies ohne Beifügung einer Karte schwierig ist.

B('i ('reuzburg endigt am Schlosse im \\ errathale die tiefe Keuperversenkung ( 'reuzburg— lOisi'iiach und erhebt sich an der Nordostseite der sehr bedeutenden Verwerfung, welche die A er- senkung nach N. hin begrc'iizt, plötzlich i'ilier dem in der Ebi'iie liegenden Keu|>er steil in die Höhe steigend nach Nü. hin der untere Muscludkalk in seiiu'r ganzen Mächtigkeit.

Am W isch ist der W ellenkalk zuerst durch kleine Briiche, wi’lchc die Senkung zum Hau[)tbruchc vermitteln, zerrissen. Die

XXVI

Schichten orüdioincn hier steil auf^erielitet . doch wird die I^a^e- runi; auf der Hölie (h's Wisch rei^cdiiiässii; und erscheint dann der Welleidvallv hori/untal. His f^henau hleiht dies so.

Bis hierlier macht di(' Werra von (’reuzhur^ an eine >/rosse Schlinge. Ihre Entstehung hängt mit <ler hori/amtaleu Lage der Schichten auf dieser Strecki* ihres Laufes zusammen. Das Thal ist hier, wie mau zu sagen j)tlegt, ein willkürliche.s Eiatsionsthal.

\'on Eheuau an nehmen die Sehicliten ein hallen nach Nt), hin au und hehalten dasselbe his nach .Mihla hin hei. Die Werra tliesst hier der Fällrichtung nach und dnrchschneich't dalxd sämmt- liche Schichten vom Itöth his zum Nodnseidvalke.

Bei Mihla alxu' wendet sich die W'crra plötzlich mit einer sidir kurzen M endung nach M NW. liin his in die (legend von Fran- kenroda, wo ihr Tjauf sich nach N. richtet.

Diese sehr scharfe Bicirnng der Werra hei Mihla ist durch eine Aenderung d(.*s Fallens der Schichten bedingt. Die W erra erreicht hier den nördlichsten Funkt einer Mulde, welche sich nach NWV. zu auskeilt, nach S(.). zu aber in ansehnlicher Länge den Fuss des Ilainichs h(>gleitet. \ On dieser Midde an steigen die Schichten gegen das Ilainich nach NO. hin in die Höhe, aller- dings mehrfach nnterhrochen von Störungslinien, widche «hm re gel- mässigen Auf hau dieses tlehirges unterbrechen. Fs ist also der Widerstand des Ilainichs, welcher die W eiTa veranlasst, hei .Mihla pl()tzlich nach westlii.’lier Ivichtung ahzusehwenken.

Weiterhin nach Frardienr«)da zu iolgt «ler Flus.*' his nach Khcnhaiisen hin noch «ler hei .Mihla auftrt'tenden Muhh*. wird aber weiterhin, hei Frankenroda durch den Einfluss eim'r nach W\ vorliejxenden hedeulenden Sattelbildung gezwungen, seinen Lauf

O O o O

nach N. hin zu nehmen.

Dieser Sattel erreicht seine grösste Höhe im I leid rast ein, einem durch seine prachtvidh' Aussicht auf das Werrathal he- kannten F<dsen. Von der ('reuzhiirg-ICisenacher Schiehtenversen- kung an steigen die Sehicliten ganz allmählich nach N. gegen den- selben an und liilden hier eine lange, fast senkrecht abfallende, von W . nach ( ). streichende Felsmauer, unter welcher das Werra- thal erst in grosser Tiefe vor den Augen des üherraschlen Be-

XXVIT

Schauers erscheint. Sie erhebt sich iin Allgeinciiien his einer Tlölie von 1300 Dec.-Fiiss und erreicht in der Ilnnehiirg, dein öst- lichen Eckpfeiler gegen das tief in das Herginassiv nach S. hin einschneidende Schnelhnannsliänser Thal mit 1331 Dec.-Fnss iltrc grösste Ilölie. Der Ilöhenunterseliied zwischen dieser Stelle und der Drücke ülter die Werra bei Treffurt beträgt 801) Dcc.-Fuss.

Am Ileldrastein erheben sich die Wellenkalkschichten zu grosser Höhe. Die obere Kante der Felswand des Ileldrasteines wird von den Schichten des Terebratelkalks gebildet; die Fels- wand selbst Ijestebt aus dem darunter liegenden Wellenkalk. Al)- wärts folgt nach N. meist noch mit steiler Böschung der Röth und dann der Ilauptbuntsandstein, von dessen Schichten auch ein ansehnlicher Theil des Unteren Buntsandsteins hier no<‘h zu Tage tritt. »lenseits d<*s Werrathaies erscheint wieder Buntsandstein, Köth und darüber der \\’ellenkalk, hier aber in viel tieferem Ni- veau, wie am nehlra.>^tein , über den ungefähr die Sattelllnie hin- weg läuft.

We.stlich vom Schnellmannshäuser Thale erheben sich die B('rge zwar auch .\nfangs noch zu ansehnlicher Höhe, am Iberge bis zu 1 U)() Dec.-Fuss. Es fehlt hier aber der hohe Absturz des I leldrasteins und beginnt von hier an die Sattellinie sich nach Mihla hin allmählich zu senken.

Die Sandsteinbildung lässt sich nach O. hin bis nahe vor Falken verfolgen, verschwinilet aber dann unter dem Werrathale.

Dles(' eben beschriebene Sattelbildnng stellt dem weiteren Vordringen der Werra nach ^V . hin von Frankenroda an ein Ilimhuniss entgegen und zwingt den Fluss, hier nach N. und NÜ. hin auszuweichen.

Bei h'alken stösst er auf (h'r rechten riialseite aut den Ilaupt- buntsandstein, weh'luMii der Fluss von hier an in nordwestlicher Kichtung nachgeht.

Es ist sehr bemcikenswerth, dass die Werra in dieser (legend nicht nmhr die tiefste Stellen zu ihrem Bette gewählt hat, sondern dass sie im (iegenth<Ml hier mehr oder weniger die Sattellimb' da- zu benutzt.

Die geologisch tiefste Stelle liegt hier nördlich vom Werra-

X xvni

tlialp. Sie eilt wickelt sich etwa f) Minuten siullich von (l(‘ni (Jute Schönhero;, läuft von du nördlicli vom Siil/.eul)er^ voi'hei nacli der Stelle, wo der Wei; von Treffurt nach Seliiersclnvende von dein alten Wei:«- nl)er den ller^ in ilas W (‘iideliänser Thal, etwa f) Mi- nuten von der Unine Norinannstein entfernt, al)/.w'i'i;iXt. V on da läuft sie weiter am Nordrande der Ailolphsliuri^ vorliei nach Kleintöjifer hin und lässt sitdi von da auch noch weiter verfolgen. Nach dem Hainieh hin steii>en die Schichten von diesi'r Linie an nur lang- sam an. währimd der Südflügel steil aufgerichtet ist und /uweilen fast seid\recht steht. Stelh'nweise sind mit dieser .Muldenlinie auch kleinere llrüche verhuuden.

Dass di(> W erra diese hlinseukung nicht '/um l'his.''l)ett he- nut/.t hat. ll(*gt /.weifellos an der kur/am ICrstreckuug lierselhen. Sie hat aher. wie aus dem Vorhandensein »dncr kleinen Ahlagc- rung von W'errakitcs, welche südlich vom (lute Schönlierg in dieser Mtdde erhalten ist, diesen W eg ohne Zw'eifel in älterer Zeit einmal verfolgt, his sich dem Flusse später durch den Huntsand- stein ein l)e(|uemerpr W'^eg gt^/eigt hat. Dass die W’erra von f'al- ken an sich in den Huntsandstein eingegrahen hat, ist (due Folge der vi-rhältnissmässig geringen Härte dieser (i(‘steim'. I )er Hmit- sandstein, l)esonders <ler untere, ist in dieser (legend sehr weich und set'/t dem Eindringen des Flu.sses im \’ergleich /um harten W ellenkalk nur einen verhältnissmässig kleinen W'ider.-'tand ent- gegen. daher es nicht üherraschen kann, dass der Fluss sieh in ihm seiiiMlett gegraben hat. Daliei suchte der FlusMaiif dem hohen Sattel des lleldrasteines auszuweichen und ist dies der drund, warum er liei d'reffurt nach NW", fliesist.

Hier hei Treffurt erweitert sich das 'fhal seeartig Ins nach Gross-Hurschla hin. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass auf dieser Strecke in der liefe starke Auslaugungen von Stein- salz stattgefunden Italien und (htss der Hoden hier eingesunken ist. Das Zechsteiustdz liegt hier gar nicht besonders tief unter dom Thale und konnte von dem W^is.ser, welclies duridi die zidil- reichen kleinen \ erwerfungeu in der Nähe der vorhin erwähnten

Mulde nordöstlich von 'frcffiirt Vorkommen,

leicht in die Tiefe

dringen. Es ist ithrigciis durch eine Ticfliohiaing, wtdehe nicht

XXIX

selir weit von Iloldra bei der Mäuteiuühle auf Blatt Kseliweire nacdi Kalisalz aiisgefiihrt worden ist, dire(;t nacli'^ewiesen , dass selbst liier in ansebnlielier Entfernung von dem fdiisstliale noch Wbisser in die Erde einiredrnimen ist. welches dmi obei’sten Thoil des Zeidisteinsalzes zuustört bat, so dass in Eoltrc dessen das Deek- ^ebir^^e ininiittelbar über dem Salzlager stark zerriss»'n ist, die liölier liegenden Schiebten aber sieb etwas gesenkt haben.

II Lohktz: AI i 1 1 h e i 1 n nge n filier geologische Auf- nahmen auf den Blättern Schwerte. Menden, Ilohen- 1 i m bürg und Iserlohn im Jahre 1899.

Der vorjährige Bericht befasste sich mit Unterscheidungfui im Eennesehiefer, widelie in dem Debiete iler beiden letztireuannten Blätter und in deren Nachbarschaft möglich sind, auch auf der Karte, wenigstens zum I heil, ihren .Ausdruck (iudmi können, und welche sich, wie damals sidum bemerkt, im eseiil liehen an die NN ALDSCiiMiirr sehen Zonen der (Trauwackensandstiune und dei' ( 1 rau wack<“n thonschiefer auschliessmi.

Da die diesmaligfui Aufnahmen, dcmi Arbeitsj)laue gemäss, sich vorwiegend in der Nähe des Bnhrthals, im (iebiete der beiden erslgenanntmi Blätter bewegten, wo man es besonders mit Carbon uml diesem disi'ordant aufgelagerten jfingeren l^chichten zu thuu hat, so konntt“ dit' Ei-age. welche Bewandtniss es mit den Enter scheidungf'u im Eennesehiefer im südwärts anschliessenden (le- biele hat, ihr(‘r Eösung noch nicht näher geführt werden. A\ ir wiederholen daher nur aus eler früheren Mittheiluug, dass jene rntm'scheidungen einstweilen für den nordw(‘stlichsten Theil des Eenueschiefergebirges, zwisclum Balve und Elberfeld, (leltung be- ans|irnchen dürfen, uml bi'sehränken uns im Eebrigen bezüglich diesi’r mitteldevonischen Schichten auf einige wenige Bemerknngim, zu welchen die abschlii'ssenden und levidirenden Begehungen auf dem Blatt(‘ Iserlohn Anlass gi'beu.

In der vorigmi .Mittlu'ilung wurde ein durch gelbe \ erwitle- rungsfarbc anffalh'mb'r und von Evingsen und Ihmert bis znm

') Dieses Jalirltiieli lür 1898, S. (’XVII C.XXVl.

XXX

LpiiJiPtliale verfolgter Sclilclitenziig beschrieben und die Ansiclit ansgesprotdien , dass petrograjdiiscb gleiclie, an verscliiedenen Stidlen weiter nürdlicb auf lilatt Iserlolin erscbeinendc' Scliicliten als \\ ied('rlu)lungen desselben, bedingt diireb streiebende \ ei- werl’nngen, oder Uebersehiebnngen . nnfznfassen wären (a. a. (). S. (jXX). So ansgesproeben halte ieb diese Ansicht nieht mehr für richtig, nehme vicdmehr auf (»rund fortgesetzter Heobaehtnngen und Revisionen an, dass unabhängig von jenem Horizonte auch in hrtheren Lagen der oberen Lenn('s<-hief‘ergrnpj)e petrographiseh gleiche, die gelbe Wrwitternngsfärbe anfweisende Sehieht(‘nf’olgen eing('s<-halt(*t sein können. Heson<lers (hmtlich ist dies bei dem \'orkommen von Dieken, wenig südlich vom mirdlielnm Ivande lies Leimcsehiefergebirges, in der Nidie von Snnd\%ig nml Di'ilin^- hofen; die betreftenden Schichten liegen hier in der streichenden Fortsetzimg eines westwärts hier und da ei‘k(mnban*n, schwachen Kalkzwischenlagers und ihr Horizont ist si<'her ein viel höherer als der von Kvingsen-I Innert. Ks handelt sich bei diesen gelben Schichten wohl immer um eine gewisse ch(‘misch gleiche oder analoge (iesteinsinischnng mit ganz gtuangcm ursprünglichem C'ar- bonatgehalt.

Unbeschadet dieser Rerichtignng kann man an dem \'or- Imndensein von streichenden Verwerfungen, odf'r auch Ueher- schlebnngen, mit Rücksicht auf die gro.s.se horizontale ICrstrecknng dieser, meisthin doch unter stärkeren (lra<len geneigten Schichten, im Hinblick ferner auf den gesammten (rebirgsban und auf die Terraiuformen gewisser Stellen kaum zweifeln nml wird insofern die Möglichkeit solcher Schichtenwiederhohmgen zngeben. Nament- lieh für die a. a. O. S. CXXI erwähnte Stelle bei Rredenhrnch halte ich letztere nach wie. vor für sehr wahrscheinlich. Wenn es mir bei den Aufnahmen auf ßlatt Iserlohn trotzdem nieht ge- lungen ist, die Vermnthnng zur (Gewissheit zu erheben und strei- chende. Störungen nebst dadurch bedingten Wied(‘rlu)lnngen direct uachzuweisen , so ist dies ans dem M.mgel an günstigen Auf- schlüssen in dem zum grössten Theile bewaldeten (lebirgslande erklärlich.

Der Abschluss der Ivartirung auf Blatt Iserlohn hat bestätigt,

XXXI

(lass mit Ansnaliiiip dor Stolle bei Dahle (a. a. O. S. CXXV) der iranzo östliche und südöstliche Theil dieses Hlattes von der jüngeren (nnpjx* der Ijenneschieter mit ihren (Tiauwackenschietern und laulnm Thonschiid'ern eingenoniuien wird, welche sich bis auf die angren/aMiden Blätter Balve und Altena erstivcken; anderei-seits niniint westlich von Iserlohn di(> ältere Gruppe, an ihren zu röth- lichen \’erwitt(‘rungsfärhnngen neigenden ( Iran wackensandstein- hänk('n kenntlich, die südlichen Theile der Blätter lloluudimhurg und Hagen fast ganz ein und verbreitet sich von hier weiter aid' das Gebiet der südlich anstossenden Blätter Büdeuscheid und Badevonnwalde. Soviel diesmal über die Lenneschiefer.

Schreit('n wir in der Schichtenfolgc* nun autwärts zum ober- sten .M ittt'hlevon. so hab(‘ ich bereits in der Mittheilung im dahr- ’buch lür S. LW L\'I darauf hingewiesen, dass im Hangen-

den des IClberftdder KalG‘s, schon im Bereiche des v. Decmex- s(‘hen h'Iinz« insidartig innerhalh dess<‘lhen an ein jiaar Stellen unsei’er ('o'gend geschlossene Massen von Kalk veirkommen, die sich faci(dl s('hr scharf von ihrer rmgebnng unterscheiden, iiuhmi sie ein Indlgraues bis weisses, festes Gestein darstclleu, das sich nach seiner petrographischen Beschaffenheit und nach seiner Knt- stehung von den i'einsten d'heilen des IHlierfelder Kalkes nicht unterscheidet (Korallenkalk- resp. Kiff- Facies) , während der umgebende' Flinz von einem weiclu'ti, frisch fast schwarzen Mergel- schiefer (schlammig)' Faci('s) geliildet wird ^). An dem hedentend- steii deiiu'tigen Vorkommen am Kohlenstein, nahe hei Bilveringsen bei Iserlohn, ist in neuester Zeit durch ISteinlunchshetrieb eine An- zahl Versteinerung(‘n von mitteldevonischem Cdiarakter gefunden worden, darunt('r S/rin(/ocr/i/ia/it.<i Ihntini in Mengi' und in sehr grossen Fxemplaren. Zur Beurtheilung des Alters mindestens der tiefsten Zone der Flinzgru])pe, ist dieses VOrkommen von Interesse. Fin nidieres IGngehen auf diesen (L'genstand muss für eine andeie G('h^genhcit vorhehalten bleihen.

•) Eint! Erklärung in der Weise, dass die botroffeudon Stellen durch Störungen bedingtes Hervortreten kleiner l’artieon des Elbcrlelder Kalkes wären, ist mir bis jetzt nieht gelungen.

XXXII

Zu unseren früheren Beinerkunfien über das Oberdevon ist

o

hier nicdits hiir/uzufügen.

I )as U n t c r e a r li o n ist in unseren (legenden bekanntlich durch denCulin i(’])räscnlirt. Dersellie lässt in seinem hierin Betracht konun(Mid(>n Zuge z^vi^chen Hagen und dem 1 lönnethale eine, w(mn auch keines^\■e'Js scharfe (lliederunc; erkennen, und zwar in Iblgender Weise. Zunächst auf dem Oberdevon liegt eine Schiehten- irruppe, in der liesonders ächte, kohlschwarze, <1 ü n n |) 1 a 1 1 i g (> Kieselschiefer, mit ihmm aber auch kohle- und schwcfeleisenreiclu*.

daher leiidit vitriolescirende.

weicher<- Scldnder entwickelt .sind.

Doi’h schii'ben sich schon hier öfters Lagen. Blatten und Bänkchen ein, die f'twas kalkhaltig siml (Kies('lkalke) und zugleiidi eine et- was hellere Färliun>r aidweisen. Aufuiirt.s lol>:l eine Zone mit vorh('n>ch(‘nden dünn- und dabei ('twas wulstig |)lattigen, auf. dem t^uerbruche g 1 e i eh m ä>si g dichten und citdgerniaa>sen hell- farhigen. auf der Oberfläche dageg(‘n mit glänzender. s<.‘hwarzer Schiiderhaut überzogenen Kieselkalk- Lagen, deren (lesammtheit in Folge der ursprünglichen und der Xhuwitternngsfärhungen (un weit bunteres .\nsehen gewährt als jene reineren Kiesels<dni‘fer im Ijiegenden. Es folgt eine Zone mit viel ziemlicdi dunklen (fri^eh fast schwarzen, veiwittert bräunlich werdenden), dabei auf dem t^uerbruehe etwas matten und vielfach ausgesprochen schicht- streifigen (also wechselinl heller und dunkler erscheinenden) e h e n - plattigen und zum ddieil schon dickeren Lagern und Bänkchen. Das äussere .Ansehen des (lesteins in diesem Horizonten erimient

ndtunter entfernt an Arten von Baneijaspis.

W enn sclmn in eien e'rwähnten Sediie-htengruppcn. wie ange- elejntet. der Kiesedimisse sich ein gewisser Kalkgtdialt beimengt uml in gew'issen Bänken etwas rcieldie-her und zughiie-h auedi auf- fälliger vorhanehm ist. s(» nimmt nun aufwärts elioscr letzteu’fi Biestand- theil mich zu und es bilelet siedi dadure-h eine weiteu’e Schiehtemgruppc eider Zone im Culm, wedche siedi duredi elie* Zwistdienlagermig zahl- reiedier starker, elmeth Ver\vitte*rnng grau weualender Kalkhänke* (richtiger Kieselkalkbänke*^ zwisedien gewe'ihnliediem, sediwarzen Kiesedsediiefer iinel sedir eh'inuschiehtigemj reicherem, ihonigem Schieferthon, auszeichnet. Diese Zeine wirel besemders vom Stedn-

XXX in

hriicli.sbctriebo ;iu%esuclit , da die kiesfdigeii Kalkbänke ein gutes und ausgiebiges Material /air Mescliottermig der Strassen diefern. Mb)bl nur vorübergellend und versiiebsweise sind hier lagernde, etwas reinere Kalkbänke auch /.um Kalkbrennen benutzt worden. In den dünnen, weieben Zwiselienseliiefern findet sich stellenweise in grosser Menge Posidonia lieclnri^ in den kalkigen Schichten Gonititifen ■'ijdiaei'i.CKH und ( hihoci^ra-i sp. Uebrigeus sind auch die oben angef’übrten tieferen Zoiu'ii durch eine Anzahl Stein- brCiche recht günstig aufgeschlossen, da auch dort die Kiesel- si’hii'fer- uml KicsclKalk-Kageu für die Strassen ein sehr geeignetes Material abgeben, währeud jene sfreitigen, e b e n p 1 a tt ige n Lagen oft als Mauersteine Verwendung finden.

!>]<• letzterwähnte, an dicken kalkigen Bänken reiche Zone scheint mächtiger als die vorhergehenden zu werden: ob sicli über der.<elben noch eine weitere, den Ix'reits angeführten gleich werthiire Zone (»der Schichtenreihe iin t'nlin unterscheiden lässt, darüber bin ich nicht zur Sicherheit gekonirnen, da gute Aufschlüsse hier zu selti'u sind. Doch lässt sich soviel sagen, dass nach dem 1 langenden hin die dünnschichtigen Lagen wii'df'r zunehmen und dass in der Nähe der oberen Cnlmgreuze witahu' stärkere Folgen weicher, dünner, schwefeleisenhaltiger Schiefer (\’itrio!- resp. Alaun- schit'Cer zum fheil) i;rscheinen.

Die hier aufgeführten Schichtimgriippen od('r Zonen im C'idm unserer (legend ’) sondern sich übrigens in keiner W eise scharf von einander ab; im (legentheil, sie sind dniadi Wechsellagerung der l'ür sie als b('sonders l)ezeielinend ang(*gebcnen Gi'steine eng verbunden, und andererseits kommt es auch vor, dass örtlich die eine oder andere der (1 nippen nur angedeutet oder gar nicht ent- wickelt ist. Line kartographisclu' Trennung ist nicht ausführbar. .\ncb dürfte der ( ulm in seiner Cb-sammtmächtigkeit nlclit uner- heblich wechseln.

Die Stellen, wo durch alte und neuere Steiubrüche lu'sonders gut(> Aufschlüsse über die kurz beschrieb(>neu \ erluiltuisse b('-

') Din von v. OKeiiKs (Erlihit. z. geolog. Karte der Khcinproviiiz und der Provinz We.stfalen, Hd. 11, 1884, S. 217 unten') angogclieno Gruppirung ist un- verlteiiiihur fdinlich.

Jalirbuch ISäU.

0

XXXIV

stellen, liefen, von W. nacli (). , nanienflicli iiei lC[)llenllau^eIK Ilenkluiusen , zwiselien Letmathe und Schälk, hei ( ierIin<^.s(Mi iiml im Ihiarthale hei Iserlohn, hei lleim*r und im Oesethale hei ( )ese.

Aut’ den C'ulm l’oli^t aul'vvärts die mäehliire, einen hreiten Landstrich ertiillende Schichtenri'ihe des t) h e rea r h <> n , und zwar znnäclist, soweit noe,h keine eigentlichen Ivohlenth'Uze oder -tlötzchen zwisclicngelagert sind, th'r h' 1 <"» t z 1 (> e re Sandstein oder schlecht- weg »Flötzh'cre« (v. l)l'X'HKX). Nom (adm lässt sich dies** (irnppe meisthin ziemlicdi gut ahgrenz(*ii, do(di gieht es amdi Stellen, wo die (iia'iize zwf*i(’elhat’t hleiht. Der »Flützleere« h»*steht ans Sand- steinen, sandigen, mehr oth'r minder glimmerigcn Schiefern und ans Schiefeithonen. Die Färhnng dieser Schichten ist ilnndiweg eine graue bis gelhlichgranc . in ihren ('xtn im*n A häiidrnmgi'n fast in Schwarz und in ganz helh* 'röne verlant’cml. je nach dem (Irade der Frische oder N i-rwittcrnng. N’eg(>t;d>ilische Sinnen sind im Gestein sehr verhreiti't, in der Kegel nur in kleinen, nnkf'imt- li( hen Fetzen, selten als hestimmhai'c Kesti* in den Schieferthoin*!!. Die Sandsteine komnu'n meistens in nur massig dicken Platten und Bänken vor, haben vorwiegend mittleres ins feines Korn und werden in der Kegel lei(dit mürh** und locker, dah<*r amdi der Stciniirnchshetrieh in diesen G(*hirgshigen nicht von Bedentimg und selten von längerem Bestände ist. Stellenweisi*, wie hei Schälk, nördlich von Letmathe, wird der Samlstein grobkörniger; auf der Höhe nördlich von Gerlingsen hoi Iserhdin tindet sich im »Flötzleeren-;* ein förmliches ( ’ougloim'rat, welches besonders kleine Kollstticke von t^narz und vlahei vieh* kohligo Masse cntliält, ührio’cns nur ein kleines Zwischeidager hihlet.

L’nterahtheilnngen hassen sich in der sehr eintönigen Schichten- folge <les Flötzle('ren Sandsteins tiicht machen. Fr reicht vom Zn ge des {.ailni tioialwärts bis an's Knhrthnl zwischen Westhofen und Schwerte, weiter nordöstlich greift er lujch auf die nördliche Seite des Knhrthals hinnl er. Fin zwischen N. und NW. ge-

neigtes Finfallen seim'r durchaus vorherrschend.

Schichten ist in dieser ganzen Streck** In F*»lge voti Faltungen, m*">glicherwcise

atieh strclchen*lcn \"*‘rwcrfnngen ,

sind in dies**r hctiä**htlich**n

Breite ohne Zweifel Schichtenwiederholnngen enthalten, doch lassen

XXXV

sich solche nicht nachweiseu ’). Tcrrainrückeu iimeihallt dieses Gebietes, die in der allgemeinen Streichrichtnn'r aufjeleirt sind, inöujen ihren letzten (irnnd in dein örtlichen Vorwiegeu etwas häiterer Schichten (Sandsteine) gegenüber den weicheren (Schiefer- thone) haben.

Ueber der Schichtengruppe des Flöt/deeren Sandsteins folgt die des eigentlichen Productiven Garbon, ausgezeichnet durch seine Kohlentlötze, von welchen die li(?gendsten schon Ini Bereiche unserer Blätter Schwerte und Menden, wenigstens des erstgenannten, (Mscheinen. Abgesehen vom Vorknmmen der Steinkohle kann zur kartographischen Abtrennung des Productiven Carbon vom »Flötz- leeren« nur das erste Frscheinen i- rubkörniger. öfters etwas conglo- nifratisch werdemh-r fester uufl wegen der letzteren Eigenschalt von den StelnbrecluM’n aufgesuchter Sandsteinbänke ilienen, wie si(‘ eben für diese (iru[)pe, im Gegensatz zur tlötzleeren Gru])pe, liezeichmmd sind. Im Uehrigen gehen die weicheren Schichten, namentlich die Sidiieferthone, aber auch glimmerig sandige Lagen, Sandsteinschiefer und -bänkchen. ganz mit demselben Ansehen, welches sie im »I'lötzleeren« bieten, auch im Ihoducliven Carbon

weiter. Da nun (Pu* Beobachtungen im Fehh' darauf schliessen lassen, dass jene festen, technisch branchhanm Sandsteine, wmiig- stens die liegendsten, hier in Betracht kommcmlen des Blattes Menden, nicht etw.a einen überall gleichmässig durchgehenden Schii-htenzug bilden, sondern mehr in der .Vrt geschlossener, rings-

um begrenzier Lagermassen (also mehr linsenförmig)-'’) Vorkommen, so ist crsi(‘ht lieh, dass die Abgieuzung zwischen » I'lötzleerem« und

Productivem Carbon in manchen Strecken zweifelhaft und willkür-

*) K I ein« Faltungen, Hin- und Ilt'rbiegungon, Knit kr n. s. \v. .'»md in Stoin- lirfu'lion und .sotnstigiMi Aufschlüssen hi<‘r und da ohne Weiten-s zu schon.

Ans oinor solchen Forni dor luMrotVonden Lagorma.-i-u'n kömito man os am h wohl nrkltiren, dass die Streirhrit htung ihrer Sandstoinliätdio, wie man .sii* in eiiügon Sudiibrüchcn in der Gegend von llohonhoido und Fröndonherg (Hlalt Monden) tiiuiot, von dom allgninoinon mittloron SchlcIilcnstnMchcn, w'ek'ho.s (•;w.i WSW. 0N<). ist, ziemlich stark abwoiehl, indem -sii h nämlich solclo.* In-gren/.to Lager sehr starrer Schichten dun schiid.x-udun Gobirgskräften gegennber amlors verbiilton und aiulor.'i auswoichon werdoii, wie die sie ciuseliliossenden. weicheren, naebgiobigeron Sohicluon. Freilich könnten auch schwer nachzuw eisende Vtu- wertungmi im Spiele sein.

X X \ \ I

Hell bleiben muss, wiks eben besonders für das IHatt Afenden v.u- trifft. Die hier in der Gegt'nd von Strieklu'rdieke, Nindiol', \\ inkeks- bot’ lind Ilolicuheidc vorkonnneinlen, mit Vorliel)e zur Stras^eIl- besebotternng aufgesnebten , gelegentlieb aneli zn Ptlahtersteinen vei'arliciteten derartigen Koblensamlsteinbiuike sind xdir fest. (|nar- zig, sehen iin frisebeu Zustande mitunter ganz weiss, sonst bunt, gelblieb, brännlieh nnd besomlms aneb rötblieb ans, mdnm’n öfters grobe (^narzkrirner ninl -geiölleben anf nnd werilen da<lnreb etwas eonglomeratiseb ; in anderen Füllen sind sie etwas arkoseartig. Sie iimsebliessim viell’aeb, mitunter in Menge, gi'össere verkohlte Triimmer nnd Stammstfieke von Steinkoblenpflanzen. Die ihren Ib'inkeii zwi^ehengesebalteten dunklen, fast sebwarzen, kobb'baltigen S<'bief(*rtbonc neigen zn röiblieber \’erwitternngsfärbnng. 'J'rümmer diesres qnarzigen Sandt>t<‘ins, znm Ibell von grösseren Dimensiom n, sind an den GebäiiLren abwärts, im \ erwitternngslelnn nnd l)is in den Diluvlallebm des Unbrtbales hinab sehr verbndtet. Dass sieh im Hangenden solcher typischen, festen Kühlem-'aiidsteinbänkf' nicht nur graue Schieferthone , sondern auch Sandsteine wieder- holen können, welche ganz den Habitus (h'rjenigen des »Flöiz- lei'ren« haben, ist schon angedentet. Es ist das in der Gegimd von Hohenheide sehr deutlich').

Auf dem Blatte Schwerte ergiebt sich die Grenze zwischen Flötzleerem Sandstein und Prodin-tiven Carbon ohne Schwierig- keit. ln der Strecke von Westhofen bis Schwerte liegt Nie dem Hanfe der Knhr ziendich genähert nnd zieht dann, zum Tlieil unter diluvlah'r Bedeckung nach t )j)herdicke, unter die dortige B<'- deckung durch Plänermergcl. Der Kühlensandstein wird auch hier in ganz verschiedenen lIoiTzonten der Schichtenfolge durch Stein- bruchslietrieb gewonnen nnd zu Ptlastersteinen und Bausteinen

') Etwas westlich von dieser Ortschaft steht ein Steinbrucli in flach nord- westlich fallenden, gliintnerigen , grauen Sandsteinen, welche grosse, ebene, ziemlich n n e IMattcn liiffern und entschiedene Aohnlichkeit mit dorn allgeniein verbreiteb'n Sandstein de.«- Flötzlccren habi«n, aber keine mit jenem grobkörnigen, fo.stoti, rpiarzigen Kohlen-.andstein, wie er doch bereits in ihrem I.iegeiuh'n, wenig südlich von Holienheirle erscheint nnd dort ehenl’idla in Steinbrnchen gewonnen wird.

XXX^■I1

aller Art !ier;^erielitet ; Itesonrlerti ausi;ed<'lint ist dieser H(‘triel) h('i Westhofen und in der Nähe, bei Ibicldiolz.

Auf der östlichen Seite des llönnethales, hei Menden und in der Nachbarschaft, lieixt in völliix ab\v<‘ichendcr Laf^eruiiir eine schon lani>:e bekannte und in d(M- Literatur inchrfaeh erwälinte con(rh)nieratische Bildung auf den Schichtenköpfen des aiiü^erich- teten und gefalteten Flöt/leeren Sandsteins. Dieses Congloinerat von Menden besteht aus mehr oder minder abijerollten Stücken von Kalkstein, <|uar//itischem (Lauwackensandstein und -schiefer (wohl auch etwas Kieselschiefer), deren Zwischenräume von einer gleichartigen, feinei-en Masse erfüllt sind. Durch Verwitterung röthet sich dieselhe, daher auch die P)odenfärbung im Bereiche des ( ’onglomerats roth ist Die Kalkgerölle entstammen vor- wi('g(md dem mittehlevojiischen Sti'ingocej»halenkalk (Fiberfelder Kalk\ zu (dnem kleinen 'rheile scheimm sie auch olierdovonischen Ursprungs zu sein. Der ( ii’auwackensandstein dürfte hauptsäch- lich ans den Lenneschieferschichtcn herrühren. .‘\n .Menge stehen gewöhnlich die nicht ans Kalk bestehenden (lerölle hinter den Kalkgeröllen zurück; dies kann so weit gehen, dass das (lestein zum Kalkbrennen benutzt wird (Schwitterberg). Doch kommt auch der umgekehrte Fall vor, so dass die Kalkgerölle sehr znrück- treten oder fast zu fehlen scheinen. Die (ierölle werden faust- gross und grösser, kleinere und grössere liegen bunt durch ein- ander: gegenseitige Eindrücke dersedben sind nicht selten, ln mehreren .\ufs(“hlüssen ist deutlich eine Art von bankförmiger Schi(‘htung des (n'steins zu erkennen, die tlacli westwärt.s nach dem llönnethal hin einfällt, ln einigen wenigen Aufschlüssen sind rothe, thonige S(duefcr als Zwischenlagen zu bemerken; an einer Stelle der iSüdseite des (irossen Ilaarbergs liegen derartige Schichten entweder an der Basis des Clonglomeratcs oder doch nicht hoch t'iber deiselben. Die Auflagerung des (’onglomerates auf dem Flötz- leeren Sandstein ist an verschiedenen Stellen ganz nahe bei Men- den deutlich aufgeschlossen; besondert' Zwisclienschichten machen sich hier nicht hemerklich. Nicht selten kann man sehen, dass auf der (Irenze von Ucjuglomerat und »Flötzloerein« , oder wimig hrdier, (^uellwasser austritt.

XXXVIII

Rin dirocter Beweis für das njeolorfische Alter des Conirloine- rates felilt; dassellie ist dein Rotlilie^enden. von anderer Seite dein Buntsandstein zugereclinet worden. Seine Rrstreckunn^ ist he- seliränkt. Auf das Naclibarhlatt Nelieiin greift es nur weni^ liin- üher; auf der linken Seite des 1 lönnethals ist keine Spur davon gefunden worden.

Tn den nürdlielisten Tlieil der Blätter Schwerte und Menden ragen Stücke des südlichen Saumes der ausgedehnten westfälischen K rei d«*luldung(*n herein. I']s legen sich hier hei Hörde, Aplei-heck, Oplu'rdicke. Stricklnwdicke und l'^römern weisse, zum 'fheil glau- koniiische Kreidemergel, mit tlachciiH), nordwärts gerichtetem I^in- fidlen discordant auf die Schichteidcöpfe des Kohlengeliirges. Die Mergel werden in einer grösseren Anzahl von ITrüchen oder (Truhen zu landwurthschaftlichen Zwecken gewonnen, auch findet die völlig verlehmie Wrwitterungsdecke hier und da technische Benutzung. Man sieht in den Aufschlüssen, dass der (Tlaukonitgehalt nicht auf den untersten Horizont direct üher dem Kohlensandstein he- schränkt ist, 'ohwohl er stellenwiMse hier sich hesonders geltend macht. Es erhellt ferner aus den gesammelten Versteinerungmi, welche Herr Dr. (t. Müli.pir zu hestimmen die (Tefülligkeit hatte, dass in der ganzen hdäche. widche die Mergel auf unseren Blättern einnehmen, sowohl ilem Cenoman als dem Turon angchörige Schichten enthalten sind, ganz entsprechend den schon von H. V. Dechen gemachten Angahcn; ihre kartographische Trennung dürfte immerhin nicht leicht sein.

Im Ivuhrthale liegen auf heitlen Seiten, hesonders der rechten, d. i. nördlichen, im Bereiche der Blätter Menden und Schw(*rtc ziemlich ausgedehnte diluviale Schotter- und Tjehndager, die hier und da an den sanft geböschten Thalflanken recht hoch hinauf- reichen; so kommt Rnhr.schotter hei Stentroj) und bei Heide in etwa 50 Meter Höhe über der Thal.solde vor. Auffallend stark liegend i.st solcher Schotter z. B. hei Dellwig nur wenig üher der Thalsohle durch Kiesgruben aufgeschlossen, (^uarz, Kieselschiefer

*) rmmerhii) durcliöriern rho nicht weit vun dor Südgrenzc des Mcrj^ols gelegenen Kühlengrubcn hei Hörde und Aplertieck liereits ca. 2() 40 Meter desselben.

XXMX

Hilf] harte, qiiarzitiselip Gesteine (Gi’aiiwaekensandsteiu) liehnn dii' I laiiptnia'Se dieser Geschiehe. Auch der Lelun hejnrt örtlich sehr stark- I>. 4, f), (! Meter und mehr. Diese Mächtifikeit dürfte aber uimi^er eine ursprüngliche als eiin* secundäre .sein, die durch .\ Idlössuuu: höher g<deirener [.(ehnunassen auf tiefere zu Staude gekoninieu ist. Einige .\ufschlüsse sind hew(‘isend l'ür eine solche Ahllössung. So z. ß. zeigte sich zur Zeit der Kartenaufnalune au der L('hiuwaud d(‘r Zie<relei am -Vusirauüe des Löhnhach(»s hei Fröndeuherg als Unterlage d('s Ijehius mehr oder minder zer- setzter Deti’itus^) von Schiefer des »Flötzh'eren« , welchem auch grössere und kleinere Geschiehe heigemischt sind, sowie nicht gerundete Steine aus dem Gehängeschuttc; üherdies zeigt sicdi ein mehrfacher und unregelmässiger, streifenweise verlaufender Wechsel dieses gemischten Materials mit dem Iveluu. AVie hei <liesem Thale, so lässt sich auch Iiei einer ganzen An- zahl der Thäler, Ihälchen und Schluchten, welche die diluvialen Ruhr - l)lagerungeu durchfurchen, die hekanute Wahrnehmung ma<-hen, dass die westwärts g(‘h“gene S(Mte sanfliue ßösiduing und in der gedachten Weise vf'rstärkte Eehmlagi'r aufzuweiseu hat, während an der gegenüberliegenden Seite hei steilerer F)öschung öfters Säume von Schotten’ uml Ivändei’ von Ivtddengehirgsschichten unter dem Ijehme sichtbar werden.

Die grt'issei'cn Xehenthäler des Kuhrthals, llöunethal und Baarthal. welche aus dem Bereiche des älteicu, d('vonischen Ge- birge; kommen, iühren in ihrem Diluvium und .Vlluvium ent- spreclnmde Geschielu'; soweit di(^ Nehentliäler jedoch ganz im Flötzleereu Sandstein eingeschnitleu sind, machen sicli in oder unter üireu Flanketdehmeu kaum Geschielie hemerklich, was zum

Theil

der leichteren Zerstöiluirkeit der Schichten des h lötz-

leeren liegen kann.

Sehr schwi(*rig ist es, die blossen Verwitternngslehme <les Oliercarhon und der Kreidemergel von den diluvialen Lehmen, welche die Thalluldungeu hegleiten, zu unterscheiden. Sowohl

') hl eitler Ziegi'lei nalio liei hahnlior Menden liegt solcher Schieferdotrit ns (i 7 Meter hoch; er isi lelmiig zinset/t, doch noch kenntlich und wiid wie wirklicher Lehm benutzt.

die sandijxen Scliichten als noch mehr die thoni^cm des üher- carbon (Flötzleeren wie Productiven Carbon) liefern durch die \'or^äui^e der Verwitterung eine lehmartige Masse, welche der Abtlössunsc und dem Wiederab.^atz an zweiter Stelle leicht unter- liegt. Das Ausgeliende d'*r genannten S(‘hie,hten ist daher oft in gröSvSerer Erstre<‘lvung von .solchen Lchmbildungeii verhüllt. Es giebt Aufschlüsse, in welchen man ilie Uebergänge von m)ch er- haltenem CTCsteiu durch aufgclockerte, schon halb lehmig ge- wordene, in völlig verh'hmte .Masse sehen kann, sowohl bei den sandigen, als bei den thonigen, als auch bei den mergeligen (le- steinen. Soweit nicht zu feinkörnige Sandsteine zu (J runde liegen, sind für die zugehfirigen V^erwitteruugslehme t^uarzkörnchen be- zeichnend.

Es sind ganz besonders die Abhänge des auf Blatt Schwerte par.'dlel dem Kuhrthale von »Auf dem Höchsten« nach Oidierdiekr* verlaufenden Höhenzuges, und zwar sowohl die nach dem Kultr- thale als noch mehr die nach dem Emscherthale ahfallenden, wo man vor die schwierige Hnterscheidung zwischen mehr oder mimler verllösstem \"erwitteruugslehm und Diluviallehm jener Thalhil- dungen gestellt wird.

.Vutfallend ist ein Lager von massenhaftem, sehr stark liegen- dem Schotter auf dem d'errain der Hermannshütte bei Ibude. Derselbe b(>steht fast nur aus (»estcMueu des dortigen Kohlemre- birges; alle möglichen Abarten des Kohlensandsteins, besonders auch conglomcratische, aber auch weichere Saudsteiuscliiefer, ja Schieferthone mit viel Pflauzeuresten sind in denselben verarbeitet. Die Stücke haben alle Geschiebeform und erreichen Koj)fgrösse und mehr. Dieses Taiger dürfte keine grosse Erstreckung haben, vielmelir eine mehr locale Bildung darstellen. Bedeckt wiril der Schotter von starkem Lehm. Es i.st bemerkenswerth, dass in nächster Nähe der I K'rmannshütte und jenes Schotterlagers, in Hörde, bei Gelegenheit einer Fiindamentirung der Lehm 8 10 Meter stark, ohne irgend welchen Schotter, unmittellbar auf sandigem Kohlenschiefer liegend angctrolfen wurde.

Nordische Blöcke, mei.st granitisclie Gesteine, die wenigsten von grossen Dimensionen, liegen hier und da auf dem oben (>r-

XLI

Avälintoti nölic‘ii7,uir(‘ nönllifli vom Uulirtlialf' ; iiamciitlicli wiirdon solche in der Ciemiirknu'^ »Auf d(Mn Ilöcli>t(n« i^cfundcn und nocli mehr in der Fortsetzung dieser Terruinschwelle auf I»latt ]\[enden im (rehiete des Kreidemergels. Fs ist das die südlichste (Irenze ihrer V(>rhrfitung in dieser (fegend We.sffalens. ln den erwähnten Schotter der 1 lermannshüttc sitjd auch vereiuzelte Stücke des nordischen Materiales hineingerathen

( ). Zeise : M i 1 1 h e i 1 u n g ü h e r A u f n a h m e n i m F i c h s fe 1 d c

O

1 S99.

An der geologischen Zusammensetzung des nntersjichten Theiles der Blätter Kella und I leiligenstadt nehmen ausser (Quartär die gesaminte Trias mit Ausnahme des Rhät, ferner Zechstein Theil. wovon letztfu'cr. der nur in seiner oheren Ai)theilung vor- zuliegen scheint und der Keuper auf den beide Blätter durch- ([uercnden ITichenherger (frühen lieschränkt sind. Die I>.agcrungs- verhältuisse dieser typii^eh grahenartig ausge|)rägten, einseitig und zweiseitig entwickelten Schichtenversenkuiiir. deren Untersuchung noch nicht ahgeschhissen ist, sind ziemlich complicirter Art. An den ( frahenrändern sind die Schichtfui ziemlich steil doch kommt auch flache Fageruug vor g('iren die V('rscnkungslinie gestellt, während nach dem ( i rahentiefsten zu, das fast aus- schliesslich von den Schichten des Unteren und Mittleren Keuper eid'iillt wird, die Lagerung eine flachere w ird.

ln hr<Mt(*r Znie. am südwestlichen Ctrahenrande von einem schmalen, aus dem Buntsandstein schroff aufragenden Kücken rauhwai‘k('artig ausgehildeten Oheren Zechsteindolomits mit den Ix'glcitcnden Lf'tten und (f)psen flankirt, auf der anderen Seite unmittelhar am W ellenkalk ahschneidend , tritt (h'r Keuper von dem Blatte W'itzcnhanseu auf' das Blatt lleiligen.'^tadt über und (uhält hier nicht nur auch am gegenüberliegenden (Iraben- rande eine Flankiruug sich ebenfalls orogiviphisch markirend(’i> Lolirt sichender Zechsteinpfeiler, sondern wiial auch in ungefähr der (Irabenmitte von einem gleichen, parallel verhudendeu Zuge durchsetzt, auf dem tlu'ilweise das I )orf Fretterode stfdit. l nweit SO. des I forfc.s werden die drei parallelen Zechsteinzonen ab-

XIJI

gosolniitteii und von da ab biy ülu'v dio ganx.o ICrsti'ockung dos Grabens auoli auf dom Blatte ludla kommt der Zei-hstein, so- weit bis j(*t/.t erkannt, nur auf einer (IralxMiseite in baldig unter- broehenem Zuge vor, und zwar nur am südwestlichen Gralien- rande.

Der Eicheub(?rger Graben giebt sich in dem von mir begau- gangenen Abscimitt zum grössten Theile amdi orographisch als Graben zu erkennen, dncli treten auclu besonders in seinem siidwest- lichen d'heile auf Blatt Kella, Höheiizügi' auf, die so auffällig in ein und derselben Kichtung, der Gi'alienrichtung, sich orilnen und deren Bildung im engsten Zusammenhang mit iler Versenkung dei- harten Muscludkalkschichten in den Kickmam und weicheren Buntsandstein steht, aus dem ilie Krosion die lltigid heraus- modellirte.

Das den Graben einfassende (lebirgi* ist im Allgemeinen flach gelagert und schliesst dessen Glieilerung sich, soweit bis j<‘tzt erkannt, eng an die bisher durchgcd'ührte Gliederung der Trias in Mitteldeutschland an, wenn auch im lOinztlnen die Glieilernng z. B. des Wellenkalkes wegen N'ichtanshaltens (»der zn geringer Mächtigkeit der festen Bänke kaum durchführbar ist. Gb ancli der Chirotherinmsandstein so ganz allgeiiK'in von dem grobkörnigen Sandstein abgetrennt werden kann, wie (?s Büt’KiNC und l^HOEsCHOi.DT auf den von ihnen kartirten Antheilen tler beiden Blätter gethan haben, erscheint mir zunächst noch zweifelhaft; jedeiifalls ist an mehreren Stellen die directe A nflagei nng des Köth auf die rothen grollkörnigen Sandsteine zn beobachten und mir an einer einzigen Stelle, nnmittelhar am südlichen .Ansgange des Dorfes Rüstnngeu 'Blatt Kella), glückte ndrin feinem, glimmmägem, grünlich gefärbtem Kalksandstein die Anflindnng von Carneol.

II. GuebK: Belicht über die geologische n A iifnah men (1 es .1 a h re s 1 891).

Bei den geologischen Aufnahmen des dahres 1899 sind die Blätter lu*eht und Malmedy znm .Vl).schlusS gebracht, die Knter- snchniigen aut Blatt .\Ieyerode lortgeselzt und an! den anschlies- senden Blättern Ternell und Elsenborn begonnen worden.

XI.I11

Das untersiichto (icliiet umfasst einen Theil des Hohen Venn lind der nordwestlichen Eifel. Das Hohe Wnn besteht vor- herrschend ans Cainbrinin. an das sieh auf der sinlöstliehen Seite Unterdevou in grosser Breite anlehnt, ln das Chimbrinin ist in Folge grosser von SW. nach NO. streichemler Verwerfungen Überrothlicgendes. das sog. Cougloinerat von Malinedy, keilförmig eingesunken.

Bei den diesjährigen Aufnahmen hat sieh ergehen, dass ant den höchsten Punkten des Hohen Venn kleinere und grössere l’artien von Kreide und Tertiär Vorkommen; sie treten unter einer wi'it verbreiteten Decke von Moor- nml Torfabhnxcriumen hervor lind diirtten unter derselben eine gröl’sere Ansdelmnng annehmen.

Das C'ambrinni stellt sieh in zwei A litheilungen dar.

Die untere .Abtheilnng (1 )evillo-Kevinien) dehnt sich von den höchsten Punkten des Hohen Venn im nördlichen Theile vom Blatt Malmedy nach SW. über die bfdgische Grenze in die .Arih'nnen aus, dann erscheint &i(^ südlich von .Mahnedy von Falize abwärts bis Warche und läims der Amei bis Pont.

O

Die tiefsten Schichten dieser .MülK'ilnn«; bestehen ans sehr tcstem lind dichtem (^nar/.it, häutig mit (^narzadern durchzogen, von meist hellgraner und weisser. seltener röthlicher und dunkler Färlning. I )er tjiiarzit tritt in mehr oder weniger breiten Kücken auf, dazwischen lagern ph) llitische Schiefer, in denen häufig Würfel von l^yril ansgeschieden sind. Die Färbung der Schiefer ist grünlich, röthlich-gran, blanschwarz bis scliwarz.

Die obersten Schichten sind im Warchethale oberhalb Beverce sowie in den von N. her einmündenden Seitenthälern und an der Amei östlich von Eignen ville gut aufgeschlossen. Hier kommen ebenfalls graue und weisse, öfter aber schwarze (Quarzite im W echsel mit jihyllitischen und (^iiarzschiefern von grünlicher, röthlicher und schwarzer Färbung vor. Die Schiefer sind vieltach gebändert, haben häufig eine intensiv schwarze Farlu', glänzen stark, sind ganz di’innblättrig und sehen solchen ans der Stein- kohlenformation ganz ähnlich. Man hat auch an einigen Stellen z. B. oix'rhalb der Eonglayi'r Mühle \ ersuche auf Steinkohle gemacht.

WAV

Dio ohoro Alitheilung des ('aml)riuiii rJ^alnisrhichton) ist /.ii l)ei(.lon Seitoii der WarclKMUU' olxadiall) Malnicdy, dann taidlicli von Rocht viidfhcli antgosclilotison.

Die tiotoron Schicldon dorsoll)en hot^tcdion ans granoin und bläulicli-schwar/aMii Phyllil ini Weclisol mit liollgrauoin Sandstein und (^narzscliiofcr. Der Sandstein ist in ‘20 C'cntiineter dicken Platten abgesondert ; solche vvcnlen in dein Steinliruch westlich der Strasse von Malmedy nach (leromont gi'broc.hen.

Die oberen Schichten dieser Alitheilung bilden einen W echsel von vorherrschend dicken mit ilünnblättrigen, glänzenden und matten Phylliten von grau-violetter und bläulicher Färbung. Sie sind ott reich an Cilimmei' (Scricif} nml Ivörnchen vi»n l'asenglanz, wodurch sie ein gesprenkeltes Ansehen erhalten, das sie leicht m-- kennbar macht. Durch das Mikroskop ist (rranat darin nachg(>- wiesen worden.

Die dicken Schiefer werden bei Recht in mehreren Stein- brüchen als Platten und W erksteine. die dünnblättrigen durch unterirdischen Betrieb als Dachschiefer gewonnen.

Das Lnterdevoii erscheint am südöstlichen Rande des (iebirgstoeks vom Hohen \ enn in grössei-er Fntwie.klung; die Schichten streichen bei concordaiiti'r Auflagerung auf dem (’ambrium von SW . nach NO. und fällen meist gegen SO. ein.

Das Untere l'nterdevon (Schichten von Weismes, (b'dinne- Schichten) dehnt sieh von den Salm her iiber die belgisidie Orenze durch den Emmelser Wald (Blatt Recht) ans, bildet den südlichen und süd/istlichen Abhang tles W Olfäbüschs bei Montenau, ei‘seh('int unterhalb .Montenau zwischen Ondenval und Tirimont und setzt von da nach der W^archenne und W'äirche in einer Breite von 5 (> Kilometern fort.

Das tiefste (’rlied <lieser Abtheilung beginnt mit grobem Conglomerat (Conglomerat von Fej)in), welchem Arcose-Sandstein aubi’elaoert ist, bildet den grösseren d'hcil des Rfickens südlich von Recht, tritt in Felskup|)en nordwestlich von Born hervor, Tiimmt die Höhe wchtlicli von W'eisnu's und die östfudi von (Jdoumont in einer Breite von 50t) bis 000 Metern ein und setzt

Xl.v

dann als scliinalos Hand durch das Warchctlial nach Sonrhrodt fort. In den \\ aldnn^cn zwischen Sonrhrodt und der Kicludlay l)ei UeichciKstidn (Hlatt Monjoie), wo das (.’on<£loinerat von Fepin (C’onjfloinerat der Kichelhiy) in einer hohen Felsku])|te ersch('int, ist das lii-fste (llied iler Cu'dinue-Schichten nur stellenweise ent- hlösst, ehpiijso zwischen der Ivitdiellay und Mützeni<-h. Hier ist das ('onüjlonierat und die Arcose in einem Wassm'riss zwischen dem Hahnhof Montjoie und Mützenich anl’ eine ^•eriiii'C Hreile aufjj^eschlossmi. I )as foiiLrlomerat tritt nur au einzelnen Stellen zu l'am». kommt aber hänfi«*' in grossen Hlöckeii vor. Seine harix* ist weiss und hell;i;ran, es hestidit aus Quarzit-, (Trauwacke- und (^uarz-(Teröllen von Nuss- bis Koj)fiL;rösse, ist meist sehr fest und i^i'ht nach olien in {»rohen Sandstein über, der viele (^uarz- {rerdlle einsehliesst, auch häufiii: l‘\'ld.''|iath Ix'zw. Kaolin (Arcose). nie Färhunu: des Sandsteins (Arcose) ist wiuss, hellifi’au und r()thlich.

Auf das C'on^jloim’rat und die Arcose fol{»t (une Zorn* bunter |ihyllitischer Schiefer (schistes hie;arres), die mit schiefrigem Qfuarzsandsteiu wechsella ern; dit' Hhyllitc' sind roth. grün, grau und hlausch warz. oft gidlcekt und geflammt und zeigen zuweih'ii eine stark '»'länzmide ()herfläche. C'haraktiuistisch für dicsellien ist das \ Orkommen kleiner und grösserer Löcher. Hei Station Kallerherherg hat (»im» (»(»winuung von 1 )achsehiefern iu dei‘ hlau- sch Warzen Schieferzone stattgcd'unden.

Die (Tedinne-Schichtmi siidlich von Uecht streichen liei süd-

östlichem hanfallen in Stnmh' 4—5 durch den Fmmelser Wald.

Hei der Si-Idommefui't h-Mühle am oberen

Kec'hlhach ist eine

Querv(‘rwerf iing und liegt der Rücken »auf der lluckt'u<'>, w'est- lich der .Mühle, auf (huu sich alte, grosse Steinhrüche im Arcose- Sandsfein hefimlen, (500 .Meter weitei' nach Süden als der Kiiekmi im Fmmelser W ald, auf dem ebenfalls der Arcose-Sandstein dnich alle Sleinhrfiehe anfiteschlossen ist. Zwischen der Kaiserliarai'ke (»stlich von Recht und Horn nimmt man auch eine l uterhrechung im Forstreichen der ( ledinue-Sidiichten wahr; dieselben sind im Hornerwalde in Folge einer C^m'rverwerfung um etwa Kilo- meter nach NW. verschoben; dann findet wieder eine Intet-

XI.VI

brechung bei Moiiteiiau statt. Hier sind die Scliicliteii (iiiicli eine grosse (^uerverwerfung um etwa H Kilometer nach N. v(*i- seboben.

Der Taunus()uar/it, am Siidrande des l'hiimelser W alde.s, durch viele kleine Steinbrüche entblösst, dehnt sich über Born aus. Aul d(‘r norilöstlicheu Seite der grossen vorerwähnten Kluft von Moutenau ist er an der Bahn von St. Vith nach \\ eismes, 1 Kilometer südlich von Ondenval, sowie in den Steinl)rüclHMi auf der Höhe GOd bis 7l»() Meter stnlöstlich von Steinbach aut’ge- schlossen. Dann set/t er gegen N(). iiber FaNiiionville foit, ist '2 Ivilometer nördlich von da durch eini> kleine Kluft abgesclmitteii. auf deren noidöstlicher Seuti! ei' über Beiair, W eywerfhs nach den Steinbrüchen am Trouchebaum westlich V(m Klseid)orii wcutcr verläuft.

Der Taunus(juar/,it erscheint in Bänken von Vi~ V2 Stärke, ist zuweilen ganz dicht uml fest, z. B. in den Stein!)rüchen bei Faymonvillc und Beiair, ott auch von geringer Festigk<*it, und geht in Sandstein über (Steinbi'üehe am Trouchebaum}; seim* Färbung ist weiss, graiilich-weiss, gelblich und röthli<di.

Die. obere Stufe des mittleren ITiterdevon, der Hunsrück- Schiefer, welcher in der Cfegend von St. Vith eine Breite von nur G 7 Kilometer einnimmt, verbreitert sich östlich von Faymonville und nimmt die 12 If) Kilometer itreite Fläche zwisclum Weywerths und Honsfeld (Bl. Meyerode) ein. Wie in der Fmgebung von St. \'ith und i\mel erscheint er in seimu' typischen Fntwicklung meist als dünnl)lättriger, hellgraiu'r und schwarzblauer Schiefer von mattem Ansc'hen bei Weywerths, sowie zu beiden Seiten der Warche bei Bütgenbach uml am We.ofe von da nacdi Honsfeld. An vielen anderen Stellen wechselt der Scdiiefer mit dünneren und di(dcei-en Bänken von (Irauwac^ke und (|uarzitischem Sandstcun.

Thieri.sche Reste sind bis jetzt nur an einer Stelle g('fundeii W(n’den und zwai’ im District Dickenborn, 2 Kilometer NW. von Wirtzfeld (Bl. Elsenboim) am VV^ege nach Berg (Spiri/e/- inacro-

Xl.VIt

pten(S^ Uosto von unhestiinmlinrpn Zwoischalern und von llomalo-

llOtUii').

Das soijf. CongloiiKM’at von Malinody (Ohorrotli 1 lösendes) ist dnrcli zwoi orosso von SW . nach NO. strciclif-ndo \ orwcrfnni;on '/.\vis(dicn steil anslci^oinlcn Iviickon, die ans C'andndnin Ix'stehen, (dn^^t'snnkcn. Oostlich einer Qnerklnf’t hei der Mühle von Iloverce treten Schichten von C'amhrinin unter dem Ol>errothlic<rendon lu'rvor. Ks ersclieint hei Mahncily /.n heidcii Seiten der W^arche in einer Ih’eite von fast 2 Ivilometer niid setzt mehr nnil mehr sich verschmälernd nl)er die beli^ische (Irtmze auf eine liämre von etwa 15 Kilometer fort. Oleich westlicdi von Stavelot I)ei Parfondry keilt es sich ans, dann tritt es in südöstlicher Hichtnng nochmals westlich der .Vmhlcve auf und erstreckt sich hier auf eine Länge von ■} 5 Kilometer l)is Ihisst'-Hodenx. Die nordwestliche grosse

Wrwerl'nng vcrlänft in fa>t grader Linie in Stunde l von Stavelot tiher Leinistcr (nordwestlieh von .Malmedy). di(> sfidöstliche von Parfomliy in Stunde 5 über Fali/(‘ a. d. W arche. D -2 Kilo- met<’r südlich von Malmedy setzt diese V(‘rw(‘rfnng nach (diödes hin fort nml zwar in Stunde H 1.

Die nordw(‘stli(di(‘ streichende Nerwerfimg ist am Wege von ih'verce mmh der Ferme Lihert und an der Strasse von lleverce nach .Mont nah«' der Hrücke iiher den d'ros Maraishaidi besonders dentli(di zn ('rkennen nml die südöstlicln' westlich von Falize ca.

1 Kilometer nnterhalh des Zollhauses aid der rt'ehten Seite der Whirehe. Alan nimmt schon von Whdtem wahr, wie» hier die intensiv roth gefärht('n Schichten (h's üherrothliegenden j)lötzlich anllu’iren und an das (.'amhrinm anstossen. .Auch in ihrem si'id- W(\stliehen Fortstreiidien ist diese Vcn'werfnng am \v ('ge von Stavelot nac!) ('halles gut anf'geschlossen. !0(' .lOO Schritt von der Stavf'lot-.Malmedyer Strasse stehen horizontal gelagert!' Schichten von ( flx'rrotldiegemh'in, dicht dam'lx'ii steil anfgerichtetes (’aml)rinm an. Oestlich von Mahnedy, an der Strasse nach C'hödcs, ist di('- sclhe Verwcrfhng leicht zn erki'nnen, auch in C'IkhIcs, wo am Ansgang urccen Peverct’ camhrist'he Schiefer mit steilem I'.,infallen m'hf'ii horizontal gelagerten Schichten des Oherrothliegemh'ii an-

XLVIU

stolion. Bel niul oIxmIuiUi Maliiiedy i)il(let dassolhe di(' steilen, tust senkreehten ände /,ii beiden Seiten der Warelie und reicht bi.s /air Thalsolde; nordöstlich von Beverce, in der Nähe von Mont lind bei XhoHVaix liedeekt i's das (kunbrinin in (‘in/.elncn lja[)[)en, welche 100-180 Meter iib(*r der Sohle des Warchethals liegen.

Die Mäcditigkeit des Oberrothliegenden ist bi'i Arahnedy etwa '270 Meter; an der Basis besteht dasselbe ans Ixdinen- bis kopt- grossen (icriillen von (Quarzit, (irauwai’ke und versteinernngs- tiilirendiMii devonischen Kalkstein, damit kommen auch verein/adt nussgrosse (rerölle von .Milclupiar/, und Stücke von |di\ llitischem, grüidichen Schiefer vor. An der Basis treten zwischen den Schiiditen des groben Conglomerats ziiwidlen solche von ' .\let<'r starkem, vioh'tt-graium Sandstein auf. (legen die Platt'.ans herrschen rothe Sandsteine und Schief'm’thone vor, n.inientliidi anf‘ der Ibihe von C^’hüdcs und w’estliidi von da. Dit'se Sandsteine sind denen von Kreuznach recht ähnlich. Die (n*schitd)e des vorherrscheml

brauuroth gid'ärbten (Jonglomerats sind duridi ein th()nig-sandi"-es Bindemittel verbunden. Kleinkörniges, zum Theil aus Schiet'er- broidcen bestehendes ('onglomerat , bedeckt die camhrisidien Schichten an der alten Stras>e von Beverce mudi Mont. .Auf dm- Höhe von XhofiVaix gewahrt man aut' den Feldern vlide mehr oder weniger dicke (jerölle von (liauwacke und (Juarzit. Noch wäre zu bmuerken, dass am \\ egi; von Beverce nach Ferim^ Bibm t an zwei Stellen schmale Strtdfen von cambrischen Schichten in Fohj-e von \'orwert‘uugmi. die von SW. nach NO. streichen, aus dem Oberrothliegenden hervortreten.

Im Belicht des Jahres lSi)8 wurde erwähnt, dass aut’ der Höhe von (Jhödes, links am Wege nach Walk, (^uarzgerölle auf- ireschlossen seien, mit denen einzidne (lerölle von Feuersteinen und Chahaalon vorkämen. Bei den diesjährigen Untersuchungen hat .sich gezeigt, dass au mehreren, sowie auch den fa.st höchsten Stellen des Hohen Venn Ablagm-ungen von lo.sen scharfkantigen Scherben und Knollen von Feuerstein, Chalcedoii und Hornstein bis zu Faustgrösse, z. Th. mit weisser Kinde umgeben, auftreten;

XLTX

(laiitit orsclioiiiPii wi(* in dor Kroido hoi Anchon voroin/.olto (roröllo vnn Milclujiiai’/. Sie sind an oinifron Ihndvton hei Anlage von Kntwässernngsgrähon his /n 1 Meter Tiefe nainontlicli im Disti ict d'rois hetres, östlich der Strasse von Mont nach Mont Rigi (IRatt Ternoll) angetrotfen worden. Dor Venn (Tros Marais) -Rach, dor

stein-Knolhm nnd Scherhon; ferner erscheinen sie anf der Höhe links vom M^cge von Alont nach liongfaye, sowie auch vereinzelt an der Strasse von Mont nach llockai (Belgien) nnmittelhar an d<-r holgischen Cn-onze. Im Bahneinschnitt hei Station llockai sind Feuersteine his 10 Meter Höhe enthlösst. Anf dem an Blatt Malmcdy nördlich anschliessendmi Blatt Ternoll sind sie an mehreren Slelhm . östlich von Althattlich durch Ent wässerungsgrähen nher 1 .Meter tief anfgeschlosson. ln dem Fenerstein finden sich niit- nnter kh'ine Kidn’noiden.

Die Fenersteinvorkornmen sind als Ih'st einer an den vorer- widniten Sttdlen ehemals vorhanden gewesenen .\l)lagernng von Kladde mit Feuersteinen anzusehen ; lad der Erosion wurden die weiidieren Kreidegesteine entfernt nnd die fast nnzerstörliaren Fimersteine sind zurückgehliehen.

.\nss('r den im letzten Beriidit angeführten Vorkommen von l ertirir wi'stlich und südwestliidi von St. Vith, Bernister nnd (’hödes sind sohdie weiter nördlich auf (dnigen Plateaux des Hohen \'enn angetrofien worden nnd zwai" im District \ orch'fay (Blatt 'r(M’nell) links der Strasse' von Sourhrodt nach Kalterherherg, dann im District Stelingherg, '2. Kilometer nördliidi von Müfzenich nnd hei Simmerath.

Im District Vorclefay ist in einer Sandgruhe unter ('iner ^2 Meter starken Dammerde rostgelhei' Sand mit kleinen (^narz- geröllen enthlösst, in den Sandgruhen im District Stelingherg tritt auf iy.2 1 Meter Tiefe weisser Sand mit ganz runden (^narzge- röllen von Erhsen- his Faustgrösse zu rage; an einer Stelh' gewahrt man Blöcke von feinkörnigc'in, rostgelliem Sandstein, der zum Theil conglomeratisch ist. An heiilen Stellen in A orcletay und Stelingherg dürften ausgedehnte Ahlagerunga'ii von Moor nnd

d

•lalirliiicli

I-

Torf (Ho tortiäron \H)rkoinmon auf woito Krvstroclviini^on l)o- ilockon.

Auf (lor wostliclioii Soito von Siininoratli ist woissor 'riutn mit Qiiarz^oröllon iiiif^ofjchlosson \vor(l('n.

Dloso vorolnzolt(Mi N’nrkommon von 'Portiär auf df'ii Platoanx (los ITohon Venn, sowie auf violcn Ilölnm der Kifol l>(‘i<‘flitio-(>n zu der Annaliino, dass elioinals ciiu' ans<r('dolmto A l)la'XornniX vor- lianden war.

(lOTTiHiEi) Müller: Die Krgoknisso der l'ntorsu- eliung(Mi auf I’latt L a u on I) u rjj; (KlHo) iin Sommer IS'IJ).

Don irrösston Fläolionraum auf Blatt Lauonburij nclmicn *Iio alluvialen Bildungen ein, die in derselben \Velso entwickelt .sind, wie auf den anstossenden Blättern und überhau[)t im uiileicn Elbtbal, so dass eine Scbilderung derselben nui- eine (\Bederliolung dessen sein würde, wa.s W eissek.mel und Küfjjt über das Alluvium ihrer Blätter im vorigen dabre berichtet haben. Während di(> Verhältnisse im Allnviuin und Thaldiluvium auf Blatt Lauenburg so lieireu wie überall in Norddeutschlaud bei dc'n.selben (Irund- bediuguugen, zeigt der Schichtenaufbau der Hochfläche ein W(*sent- lich abweichendes Bild von dem, was man im Allgemeinen lau der Aufnahme der Flachlandsblätter zu sehen bekomml. I)i(‘ schönen Aufschlüsse bei Laueuburg las.sen sich in dieser Hinsicht wohl vergleichen mit denen auf der Seeküste von Usedom und Wollin und auf Bügen, und es ist deshalb naturgemä.ss, dass man bei ihrer Deutung hier wie dort zu denselben Ergebnissen kommen muss.

Schon im vorigen Jahre konnte ich den Nachweis führen, dass die Lauenl)urgor Hochfläche von bedeutenden Störuu'ren und

o o

Faltungen betroffen ist Diese Thatsuche lehrt uns jeder nennenswertho Aufschluss. Die diesjährige Aufnahme hat meine vor- jährige Aufiässung bestätigt, dass an der SO. -Ecke der Hochfläche, welche ihre höchste Erhebung im Hasenberg (70 Meter) (M iaMcht,

*) Siehe Profile im Führer für die Excursiouen der Deutschen geologi.schou Clcsellschuflen in das nor(hh‘nt.sche Flachland, S. 32 u. 34.

1,1

(lio ältostcn Scliiclilon iiorausti-ctoii. und dass dioso nach NW. und W. in das Thalnlvcan horahsinkon. Ks stellte sieh ferner heraus, dass die im Führer für die Ansflüi;e iifs Norddeutsche Flachland auf 8. 32 gezeichnete Verwerfung von weitgehendem Einfluss auf den Hau <]es (lehicts ist, insofern als sie östlich die Ivinnc be- grenzt, in welcher der interglaciale Torf abgelagert ist. Die. Ver- werfung setzt gerade dort auf, wo die Uinne beginnt, und die Thone, die an dem Aufbau des Gebiets östlich der Kinne einen hervorragenden Antheil nehmen, treten westlich der Kinne nir<rends imdir zu Tage, vielmehr wurden deni ausschliesslich Sande und Gcscliiebemergol lieobachtet.

Zur Erkenntniss des Sidiichtenanfbanes lassen sicli vor Allem die tlmnigen f)eziehungswe{se feinsandig-thonigen Dihhmgcn ver- werfhen, <la diese gewisse petrographische Eigenthümlichkeiten besitzen. Der in dieser llinsiebt sozusagen idiarakterlose (nv schi('liemergel lässt sich in so stark gestörten Gebieten nur ilanu znm Verständniss der Scbichtenfolge l)enntzen, wenn er gut anf-

ergab nun.

dass die

geschlossen ist.

Die Untersuchung der Elbst<'ilnfer sämmtlichen thonigen wie tbonig-sandigen Hildnngen des Dilu- viums gefaltet sind, und dass sie wie die [»räglacialcn Schichten nach W. unt<*r den Elbspiegel beralisinkeii. Die dunkeln, fetten Tbone, welclu' man früber mit der gescbichteten, sandigen Hraun- kohle und dem verwitterten Mytilus-Thon d(Mn Miociin zui'echnete, treten nirgends liei Daueulnirg selbst zu Tage, S(mdcrn sind erst dnich die Ziegeleiaufschlüsse und den Han des Elb-Trave-Ivanals fe.slg('stellt worden Eigenhändig aus den Aufschh'issen entnommene und geschlämmte Proben des Thones ('rgaben dessen vollkommene Keinheit an nordischem Material. Dagegen zeigte sich, dass der Thon dort, wo er unmittelhar unter oiler nobt'u ghicialen Hil- dr.ngen lagert, durch diese mit nordischem Material verunreinigt ist. Wie vorsichtig man in dieser Ilinsiidit sein muss, zeigti* mir ein Heobacbtnngsfelder, den ich anfänglich beging, Indem ich dit‘ schwarzen »Hrockcnmcrgel« der Krüz(m('r Ziegelei nöiailich Lauen- bürg mit dem liegemisten Thon des Kanalaufschlusses paralldisirte, währ('nd sich bei genauerm' Untersuchung hcransstellti*, da,ss es

d"

LII

glacinl uiiifToliigorto, .(lalu'r brock ölig gewordene, präglneiale '’riiniie sind. Ini Bohrer werden sieh solche Bildungen iiunier leicht als echt(' rhone dein Ange darhieten. \\ enn inan eine ihonige Bildung vor sich hat, deren .\lter zweifellos ist (wie z. B. der inittehdigoeäne Si'ptarienthon u. s. 1’.), M'ird inan aus dessen wäh- rend der (flacialzoit oherfläcldieh unigelagerten Partien niinnals auf den Schluss kommen, diesen als interglacial zu deuten, mag man auch unter demselhen nochmals eine (irundmoräne oder Spathsand, (rrand u. s. f. mit dem Bohrer fassen. lOs wird der fortschreitenden Ixartiriing ülierlassen Ideihen. das .Alter des Bnuenhurger 'fhones, wi(> ich ihn vorläufig nennen im'ichte, fcstzu.stellen. ICr ist jiiuger .als die olx'rmiocänen ( ! limnicrthone von Lünehiirg u. s. f. und älter als die hei Laiienhnrg, Boi/enhurg und Breetze an.stehenden, marinen und Siisswasser-Bildungen. von (hmen er durch einen feinen, glimmerhaltigen Sand getrennt ist.

Die auf Kali gestossene, mitten im Klhthale hei Kusenthal angesetzte Bohrung ist leider nicht in wCiiischcnswerthem Maasse zur Lösung dieser Frage zu verwerthen, da sie anfänglich Spfd- hohriing war. Lauter 19,5 Aleter (Quartär IVdgt von '2d,0 *27,4 Metm- an ein zäher, dunkelgrauer, hitiiminöser Letten, über (.3,5 M('ter) und unter dem (21 Meter) feiner Sand mit (tlimmersi-hiijipehen lagert«'. B('i 51 Meter unter Tage begannen gröbere, graue, gleichkörnige Sande und hei ca. 30 Meter zweifelloses Oherndoeän. ln den feinen Sauden von .30,0 51,0 Meter wurden laut Bohrregister »(le- steinshrocken und Lignitstiiekchen« angi'führt. Letztere ktiniu'n in einem feinen Sand auftreten, erstere sind meines Kraehtens frag- lich, zumal sich unter dem von Herrn Consiil Dr. Ocfisenh's gütigst eingesandten Bohrprohen solche nicht befanden.. Mag man nun die unter 50 Meter liegenden grandigen Sande, in denen keine Sjuir von Feldspath u. s. f. zu heohachlen war, schon dem Mioeän zureidmen oder den feinen gliminerreich('n Sauden anschliessen, die bis .30 Meter unter Tage anhalt<‘n, so bilden doch letztere clnschlie.sslich des 4,4 Meter mächtigen dunkeln Thons und dem darülier folgenden 3,5 Meter feinen gliinmerreichen Sand eine Zwischenstufe zwischen Aliocän und glacialeni Diluvium. Letzteri's begann 4,0 Meter unter Tage nml

LIII

lii(’It I)i.s 19,5 Meter an und bestand aus Sauden, C)rand(Mi und (le- sehiebeinergelbänken , deren Mäclitigkeit ini Einzelnen in Folge des I)obrverfabrens nicht festziistcllen war. Die Kü&cnthaler liohrung habe ich demnach in tblgender Weise gedeutet:

0 -

- 0,5 Meter

Alluvium

0,5

- 4,0 »

Thalsand

4,0-

-19,5 »

Sand, Grand- u. Ge- )

Glacialcs

schiebcmergell)änke 1) Diluvium.

19,5-

23,0 »

Feiner glimtnerreicher

Sand, noch

Ci .

etwas kalkhaltig (wohl

vou oben iii-

i

filtrirt).

fs

23,0-

•27,4 »

Zäher, dunkelgrauer.

bituminöser

CO

ö

Letten.

j

O

27,4-

-30,0 »

Feiner glimmerreicher

Sand. 1

1 i

30,0-

51,0 »

» »

» mit

\ "S;

1 tf)

Lignitstückchen.

Sande und Cxli inmerthonc des Miociins^).

hks fehlen demnach die. Cardiumsande nebst den brackischen M ytilnsthonen, sowie die Süsswasserbildnngen, die (ilimmersande und der Thon des bei Lauenburg aufgeschlossoneu praeghicialcu ( lebirgsgliedes , eine Thatsache, für die ich eine befriedigende Lösung zur Zeit noch nicht huden kann. ln diesem Sommer konnti- man in den Thongruben von Brand ilt Anker, sowie auch in dem Kanal von der Schleuse zur Sparkammer bei der Palmmühle sehen, wie der (llimmersand auf Kosten des Thons mächtiger wurde. Ob jedoch die bei einer Brunnenbohrung auf dem Ziegelhofe von Brand c'i. Anker festgestcllte Mächtigkeit

0 Die bi.*« zn oinor Tonfc! von ülx'r .äOO Meter getriebene Bolining ist ein.st- weilon eiiigeslollt. Von ilen lieferen Seliicliten fehlnti mir leider zusammen! än- getub- l’robon .sowie das genaue Holirprolil, so das.*> ich nur sagen kann, dass auch die tieferen Scliivhten de.s Mioeän, Oligocäu, Koeän ( ? L sowie die obere Krei<le (glaukoriitisehe Sandsteine und Thone) durc.hsunken sind, dass jedoch lii.*« jct7.t triadischo oder gar noch iillerc tiefere Bildungen nicht erbohrt sind. HolTent- lich gelingt o.s mir, diis Material zu ergünzen, sodass ich in den Erläuierungou zu Blatt Laueiiburg ein genaueres l’rofil geben kann.

UV

»

(los rjauonburnjcr 'Flioiis von über 80 Metor normal ist, kann man navb dom bisborigen Stand unserer Kenntnisse nicht sagen.

Die im Hangenden des Lanenl.uirger TlK)ns folgenden Süss- Wasser- und marinen Bildungen werden nach NW. und W. noch mehrfach sattelförmig empor gepresst, mn nach beiden Kichtnngim, je l.äOO Meter von der Palmmühle entfernt, unter dem d'halnivean zu verschwinden. Die marinen Samh' b(‘zw. thonigen Sande sind früher mit d(Mi diluvialen Mergelsanden verwechselt worden. Ahgc'sehen davon, dass man überall eine makrosko[)ische Fauna in d(Mi Cardium- sanden beobachten kann, ist auch das (lefüge dieser ein and(>r(‘S. Die Mergelsande sind stets dcutliidi geschichtet, während in dom C’ardinmsaude der Thon- und Sandgehalt unregelmässig verthoilt ist. Diese Thatsache ist für die Deutung des Fmfds am Ktdi-

grnnd von Bedeutung. Die dortigen Mergelsande sehen äusserlich allerdings den Canrmmsaudeu der Stöhlke’schen Ziegelei sehr ähnlich, sind jedoch bei genauerer Beobachtnug leicht zu trennen, ln die über dem Cardiumsande lagernden feinen Sande siml hier und <la feinsandige Thone eingeschaltet, über wehdie dann gröbere Sande und die untere (Teschiebemergelbank der ersten Vereisung folgt. Diese erreicht ö.stlich vom IIaseid)crg nirgends eine be- deutendere ^fächtigkeit, die nur ganz vereinzelt 2 Meter über- steigt. Erst am »Sandl)erg« und im Fürstengarten und namentlich westlich des (ranges, der vom Kriegerdeidvinal zur Ibite.rstadt herunterlührt, erreicht die unt<‘re Bank des Unteren Geschicla'mergels eine bedeutende Mächtigkeit. Auf diese Bank legt sich im »Fürsüm- garten« ein hellgrauer Letten, der nach NW. von einem fetten, blauen Thon abgelöst werden kann und nach ol)en in Mergelsand übergeht. Der iMergelsjind kann sich jedoch auch direct auf die untere (ie- schiebemergelbank legen. Während westlich vom Ilasenherg die Oberkante des Mergolsandes bei 45 50 Meter liegt, sinkt sie unter dem iuterglacialeu Torflager in Folge der Störnugen unt('i- dem Elhs[»legel hinab und mit ihm die Oeschiebemergelbank, auf der der Mcrgelsaml ruht, um zunächst noch einmal dort in die Höhe zu kommen, wo sich auch die obere Bank des Unteren (le-

schiebemergels wieder anfbiegt (cf. Profil S. 32 im Führer},

das liiegeude des interghuäalen Torfes bildet. Noch weiter

westlich verschwinden auch die Merifelsande, die allerdin'i's schon weniger mächtig geworden sind, koininen jedoch ähnlich wi(‘ die untere, (leschiebemergelbank dort zu Tage, wo sich die obere (ie- schiehemergelhunk wieder heraushebt.

Etwa löO Schritt vor der Grünhöfer Forst heben sich die beiden (Teschiebcmergelbänke aus dem Elbniveau cm[)or, sind hier j('doch noch von einer dritten, durch eine dünne Kiesschicht ge- trennten Hank bedeckt. Die beiden oberen Bänke keilen sich bald nach W. am Elbufer aus. Westlich von der von Schnaken- bek herkominenden Trockenrinne treten die beide!» unteren, durch '2 Bieter Sand getrennten Bänke wieder in Erscheinung. Vor den hohen Kiefern verliert sich die obere wieder, um noch einmal kurz vor dem lilattraude sich wieder auf die untere aufzulci^en. Oberflächlich I.st in der Forst alles von einem feinkörnigen Sande beileckt. Die Schnakenlieker Ivinne ist demnach eine Mulde, in d('r sich das Schmelzwasser einen Weir nach S, bezw. SO. o;e- grab(*n hat. Dass der Untere Geschiehemergel sich auch nach N. herausheht, wird durch die Thatsachc bewiesen, dass die Brunnen in .'Schnakenbek stets vertieft werden müss(Mi, falls südlich von dem alten ein neuer gestossen wird. Die Schnakenbeker Kinne verläuft parallel dem Stecknitzthal. Ebenso zeigen die Ziegelei- aufschlüsse am Stecknitzthal eine Faltung der Schichten jtaralhd demselben, während die liegende, in ilem Einschnitte des Elh-Trave- Kanals und in dei' neuen Thongrulte südlich v<tn der Boi/.enhurgei' Chaussee angeschnittene Falte annähi'rnd [»arallel dem Elhthal ver- läuft. Die Aufnahme ergab die Kegel, dass die IIöhiMi von altglacialen Bildungen aufgebaut sind, während die jüngeren Ablagerungen in den Mulden liegen.

Es fragt sich nun, wann und wie sind die Falten, Ueber- schiebnngen u. s. f. entstanden?

Diese Erseheinuu'ien auf die Wirkung des letzten Inlandeises Zurückzufuhren, ist deshalb unmöglich, weil die ln den Mulden eingebetteten Sedimente der Interglacialzeit wohl von oben zu- sammengepresst, jedoch nicht mitgefaltet sind, wie dies hei allen alt- und praeglacialcn Bildungen dort der Fall ist. Andrerseits isf es auch ausgeschUtssen, dass das zurückgehende Eis der ersten

LVI

Vereisuilix diese Wirkung ausgeübt hat. Auf diese Weise lassen sieh Phänoinene erklären, wie sie von Scüuoedkr ') aus der Uckermarek eingehend beseliriehen siiui, jedoch nicht derartige weitgehende l'inwälzungen, wie sie uns beim Studium des rjaueii- burger Ilöheurückens entgegeutreten, und wie ich sie in äludicher Weise auf der Seeküste der Inseln Usedom und Wolliu keimen gelernt habe. Ich schliessc mich vielmehr vollkommen der Losskn schon 2) .Vusicht au, dass diese Art von Störungen durch »eine nach ol>en ungleichmässig fortgepllan/.te und dabei in (ileituug und Stauung umgeset/.te Bewegung der festen Unter- läge« erklärt werden muss. Dass daneben auch auf Eisdruck zurück/.ufrihrcude Aufpressuugen etc. dort Vorkommen, ist selbst- verständlich.

Da die inter- und jungglacialen Bildungen nicht mitgc- faltet sind, müssen die Störungen nach Abschluss der ersten lidandeisbedeckung eingetreteu sein, also schlechtweg in die Intcr- glacialzeit verlegt werden. Das letzte Inlandeis hat bei liauenburg wohl bis zum Elbstrand gereiciit und mag das westliche Ufer hier und dort erreicht haben, jedoch nur für kurze Zeit, da die von ihm geschafienen Ablagerungen nach meinen bislierigen Beobachtungen zu wenig mnchtig sind und auf dem westlichen Ufer nur aus tluvio- <rlacialen Bildungen bestehen. Es hätte dabei auch zur Bildung ähnlicher Faunen und liagerungsverhältnisse kommen müssen, wie sie von ScuKOKDER im letzten Jahrbuch von Stade beseliriehen sind, die auf eine lange Dauer für das Ueberschreiten des prä- glacialeu Elbfjords schlicssen lassen.

Auf der geologischen Karte von Laueuburg habe ich zwar von jungglacialen Bildungen nur tluvioglaciale zur Zeit dargestellt. Doch sprechen zwei von mir beobachtete Profile dafür, dass dort auch eine Grundmoräne zur Ablagerung gekommen ist. ln einer Thongrube der Krüzener Ziegelei, unmittelbar am Nordrande des Blattes, sind mehrere stark gefaltete Thonbänke, die durch Unteren

') Durcliragungs-Zügc und -Zonen in der Uckermark und in Ostpreu.ssen. l)ie.ses Jahrbuch für 1888, S. l!bö u. 207.

*) Boden der Stadt Berlin, S. 1018.

I.VII

Cioscliiel)C‘moi'gpl gotroniit wcrdmi, von Untoroin Rand und cinoin wenig inäelitigen (ieschiel)einergel diseordant iiherlagert.

Entselieidend ist je(io(*li ein Proiil, welcln's ich dnreli Auf- grahen 400 Meter N NO. vom For-sthans (4 Insing in der Selinaken- iieker Privatforst hio.sgelegt lialic. woltei ieli in dankenswertlier ^\ eise von Herrn Ober.>tleutnant a. I). Brinkmann und Herrn Förster DanSarer thatkräf’tig nnterstüt/.t wurde’). Fnter einem ol)en seil wach Iminosen, unten gelben 1,*2 Meter mächtigen Sand folgte eine ca. 0,4 Meter starke (Jeschiebe|)a(;kiing . die durch ein thonigsundiges Bindemittel so fest verkittet war, dass sie nur mit grosser Miihc durclibroeben werden konnte. Hie (re- schiebe waren bis kopfgross und darüber. Darunter fand sich ein feinkörniger Sand von 2 Meter Mächtigkeit und hierunter der Torf, der ebenfalls 2 Meter mächtig war. Die Schichtenfolge ist demnach folgende:

i) m (ausgewaschen)

, (im BEREND'r’schen Sinne). dt ^ ^

Del' Torf gehl mit seinei’ Decke von Orand liezw. (reschiebe- packung unter dem Karpfenteich fort. Durch eine vorläufige Fntcisncbnng W EREr's wird das interglaciale Alter dieses Torf- lagers vollauf bestätigt.

Bis auf einem unter dem L’ntmtai Geschiebemergel liegenden Tlmn, den ich in diesem Sommer constatirt habt', i.st die Schichten- folge auf Blatt Laucnlmr*'' so gidilielxm, wie ich sie im ver- gaugenen Jahr in dem Führi'r für die Flachl.andv^ausllüge ge- legentlich der Vi’isammlung der Deutschen Geologischen (toscII- schaft bi'schrieben habe. Meim* Untersuchungen haben keinen An- halt dafür geboten, dass die marinen und Süsswasserald.agerungen dortselbst als erstes Interglacial /.u deuten sind, viidmehi' halte ich vorläufig an dem präglacialen .\lter derselben fest. Die fort-

') ln Folge, starken Wa.s.'scrandranges wiir die Anfgrabnng mit grossen Schwierigkeiten verknnpl't and konnte nur dadurch bowei kstelligl worden, dass die olien genannten Herren uuroh Ilergabo von ArbeiLskräften n. s. w. anfänglich mich und nachher llorrn Ür. Kuekt uutorstützteu.

LVIII

scliroiteiulc* Kiirtirmi«^ iin Voroiii mit den von (lo'iTSdiK heim Senat der Stadt Tlainburg anpforegten Bohrungen wird aneli diese wichtige Frage in nicht allzufernei' Zeit endgültig lösen.

W. Koert: Bericht üher die A n t’nah inearheiten anf den Blättern Artleiihurg und Winsen 1899.

Die (iren/.e /-wischen d(Mn Thalsandg('hiet. der Vorgeest, und dein Elhalluviuin , der ]\rarsch, verläuft von llaiidorf, his wohin sie iin Vorjahre festgelegt wai', nach We.sten weiter nördlich der Dörfer Kottorf, Siingenstedt, Börstel auf die Stadt Win.s<‘n zu und ist hier iin Allgemeinen stärker gehuchtet und gegliedi'rt als anf Blatt .Vrtlenhurg. Die A hgrim/nngsarheit wird auf Blatt Winsen dadurch sehr erschwert, dass sich hier nicht die scharfen (i('gen- sät/e zwi.schen Vorgeest und Marsch so dicht /usaniinengerückt vorfinden, wie melstentheils auf Blatt .\ rtleuliurg. Das hängt da- mit zusammen, dass die Elhe auf Blatt Artlenlmrg in ihrem ehe- maligen System von Armen ein engeres Profil hatte, als auf Blatt Winsen, denn, während die ganze Marsch auf erstiu'em nur etwa 5 Kilometer hreit ist, gehört die auf letzterem hclegene einem doppelt so hreiten Alluvium an ; in Folge de.ssen hat der Strom die Artlenhurger Gegend kräftiger erodirt als die Winsener, mithin wm - den wir in letzterer mehr ein allmähliches Uehergehen der Vorgeest in die Marsch antrefFen. So wird die Vorgeest des Blattes W insen ganz gewöhlich von einem his zu 0,5 Kilometer hrinten Streifen

dessen Bildung, wie leicht ersichtlich, so vor sich gegangen ist, dass schlickführemh's Hochwasser, wenn es an den Hachen Thal- saudhöschuugeu anstieg, aus dem Untergründe Sand ausspülte, und dass so zunächst des Thalsandrandes ein thoniger oder Schlick- Sand, weiter nach aussen ein sandiger Thon oder Schlicklehm zum Absatz gelangte.

Jn den Buchten der Vorgeest liegen meist moorige Bildungen zuinner.st ohne Beimengung von anderem ^faterial, nach aussen hin meist erst in ihrer ganzen Masse von d’hon durchsetzt, dann von einer stets mächtiger werdenden Schlickschicht hedoi-kt, his

von Schlicksand his Schlicklehm umgürtet

( Bezeic-hnung \ ua-i

MX

sic zuletzt sogar durch diese ganz verdrängt werden. Der Umstand, dass an der Basis ganz gew()linllcli ein ans nnzersetzten Uohr- theilen bestehender, sog. Dargtorf lagert, über dein dann stets ein stärker vertorftes Moor folgt, scheint den Schlüssel zur Erklärung der skizzirten Lagernngsverhältnisse darzuhieten. Auf den Blättern Artlenburg und Winsen tlndcn sieh näinlieh nicht selten, ('ingesenkt in die Schlicktläcdie , ansgedehntc Kohrflächen, meist noch mit offenem ^\ asser im Innern. Das absterbende Kohr liefert hier einen Dargtorf, der sehr scharf gegen den nmgehenden, liöher ge- legenen Schlick alisctzt. Daraus geht hervor, dass, während die Uingchnng eine Erhöhung durch die schlickabsetzenden Hoch- wasser erfuhr, diese Zufuhr nicht in das luneri' dm* Kohrfelder gelangte, vielmehr <ler Schlick am Bande der undurchdringlichen Kohrfelder zum Niederfallen kam, mithin gai nicht in s Innere ge- langte. Nun heu eist aber das Vorkommen von Dai gtorf an der Basis der erwähnten Vorgeeslbuchten die Existenz ausgedehnter Kohrflächen in altalluvialer Zidt, es wird also das Fehlen des Schlicks in den tieferen Partien des Torfes nach dem el)en Ans- geführten nicht weiter überrasclnm. Da nun Kohr zu seinem Ge- deihen stets die Zufuhr vou kalkhaltigem, also frischem Wasser uöthig hat, so mussten sich in dem Maasse, als mit dem Enipor- wachsen des Moores diese Zufuhr abnahm, die Lebensbedingnngen für das Kohr verschlechtern, andere' genügsamere Pflanzen ergriffen Platz, wie aus iler Bedeckung des Dargs mit gewöhnlichem Torf hervorgeht, und so kount(*n mit dem Ahsterhen des Kohrs, viel- leicht auch, weil ih'i‘ ^lensch die Kohrilächeu lichtete, die schlick- fiihrenden Hochwasser weiter in’s Innei'e gelangen. Daher findet sich jetzt auf grosse Flächen dort das Profil

T HT H TH.

S

Nicht hlos in Buchti'n der Vorgec'st, sondern auch sonst mitten in der Marscdi wird 'J'orf unter Schlick angetroffeu, nur gehören schon gch'geniliehe tic'fere Aufschlüsse dazu, di('s festzustelh'u, weil iiäudich di(! Sehlickdecke iibc'r 2 Meter mächtig, also mit dem 2 .Meter- Bohrer uicht zu durchsiidveu ist. So lieferte z. B.

eine Bnmneiiü'ralniii'i auf’ dein südliclien Xcct/.eufer in Ijüdi'fs- luinseu nach Aussaixo dos Besitzors fol^inides Prolll von oben an: 0 tliüni'j;er Sand,

U— 18' Schlick,

18 25' Torf, der auf wasserreichem Sand lagerte.

Ferner wurde heim Aushau des Schneegrahens hei Bütlingen unter dem Schlick ein Torflager erschlossen, ;ius dem ein Bilnu- scliiukl stammt, iler in der Sammlung des Bostmeistors Herrn Fkikse in Lauenhurg aufhowahrt wird. Diese Vorkommen von Torf unter Schlick ihirfton, da im Allgemeinen dort die Unterlage des Schlicks Sand i.st, sich auf Becken oder Kinnen hescliränken und hinsichtlich ihrer Entstehung ähnlich demm in den Vorgeest- buchten zu deuten sein.

Auf eigeutliümliclic Weise, nämlich durch die »Bracks«, er- halten wir Kenntuiss von tieferen Schichten der Marsch. Jene, durch Deiehbrucli entstandenen, Kolke jdlogen in hedentende Tiefe eingerissen zu sein, und so ist aus dem Brack von 18()2 hei Eich- holz als das tief&te, am Aussenraude daher zu oberst abgelagerte Material ein Kies lierausgespült, dessen einzelne Geschiebe die flach gerundete Form der Flnsskiesol zeigen. Auch beim Brack an dem Barumersee war ein ähnlicher Kies, nur in Kosten, da hier schon viel fortge fahren, zu beobachten. Wahrscheinlich han- delt es sich in beiden Fällen um einen altalluvialen Kies, und es würde sich dann der Schluss ergehen, dass ln altalluvialer Zeit die Ellic in ihren Armen eine grössere lebendige Kraft hese.'^S'-n hat als jetzt der llauptstrorn daselbst, denn dieser transj)ortlit gegen- wärtig nur noch groben Sand, während Kies erst viel weiter ohei- halb, so z. B. bei Ilämerten auf Blatt Tangermünde ^), vom Flusse l)ewcgt wird.

Die ganze linke I.uhesr lte wiial von Winsen l)is Hoopte von eiiK'in Versandnngsstrcifcn eingefasst, d<-rart, dass folgendes Profil vorheri’scht: Sand auf Schlick auf Torf auf Sand. Auch am Elb- delche entlang von Haue über Eassrönne hinaus fehlen die Vei’- sandungeu wieder nicht, wenn sie auch nicht die Ausdehnung der

') Erläuterungen zu Blatt Tangermünde S. 5.x

LXT

ini vorj;iliriüf('ii IViiclitf» von Hliitt Artlonhiir^ boscliriebonon or- rrMclion. DicjiMii^c l)oi LassrtMiiiO wird <‘s wold ^^cwcscmi sfdn, die na(di Maiu’fko ('ropo^fapliisidi - liistorisclio Boschroihnn'jon der Städte. Aeinter ii. s. w. iin Fürstentlniin Lünehiir»;. C'(dle 18ö8)i) die von der Stadt Liinehiirii angelegte und inndi jf’t/t dort erkenn- hnre .Nröndnng der llinenan abgedänunt hat. sodass die Ilmenau sich wieder ihre alte Müinlung hei Stö<‘kte aursuchtc.

deichen sind diiiadi Ahlagernng des ans den Hrai’ks unter (hmi Schlick hei’ausgesj)ülten Sandes entstanden. Am Ilausdeicdi hei Nett(dl)('rg, wo noch alljährlich die Frnhjahrshoch wasser Zutritt haben, hat sich anf solchem Saiuh* bereits wieder eine tlmnige I )ecke gebildet, derart, dass man hier 1>. folgendes Profil vor- tindet :

Sandiger Thon . . 2 Decimeter.

Sand 2 »

riion 4 »

Sand.

(i. Ma.\s: Hericht über di(' Anfnahme des Plattes Lindenbusch 18!)1).

Pilatt Lindenl)nsch stellt eine jiach S. schwach geneigte Fläche dar, deren Cicstaltung durch den \ crlaid' eines Systemes von Fnd- moränen bedingt wird. Liest' I'anlmoräm'ii bilden im \V esentlicht'ii ilie nnmittelbare Fortset/aing iler bt'reits von den Blättern o/,i- woda, d'ncht'l lind Klonowo b(>schriebenen Fndmoränen/.ügc, von denen sie sich jetloch tlnrch tlit' mit tler Fntfernung vom Brahe- thalt' immer mehr hervtu trett'ude Dt'iitlichkeit unterscheiden. 1 rot/,- tlem aber tritt auch anf Blatt liintlenbnsch tler Endmoränen- charakter tler dafür angt'sprocheneii Bildungen nicht immer sofort klar '/n Tage. Vielmehr zeigt sich auch hier oftmals an Stelle von wall- und kuppenartigen Blockpackungen iintl Grandanhäuiungen letliglit'h eine scharfe (Jren/.e zwischen einer lebhaft bewegten

') Herr tlustizaatli S( iiMiivr in Lfiiu'burg liiitte tlio Güte, mich auf diese Stelle aufmerksam zu maelien.

T,XTT

(rniTulinoräiioiilaiulst'linft und oinoin inolir ohoiion S!ni(lr;i;f‘I)iot od('r auch um- eine Ivcilio von Kuppen und Uncken anf‘^escliiittct(*r Sande und von (leschielienieifrel mit oder ()line ijlockhejil reumii^, deren Natur erst i)ei mehrfacher ney;elmni; und Verfolrrun^ (h'r Züe;e im Znsammenlian^e festc'estellt werden kann. I)a/.n kommt, dass die ränndich en^; l>eschränkle A nfeinandcrfolge mchrei-er Kndmoränen, <iie ein ziendich r(‘gelmässl;j;es stetiires Zuriickwelchcn des Inlandeisrandes nacli N. und NW. (‘rkemnen lassen, meist eine scharl’o Scheidung; d('r zu den (‘inzclnen Stillstand.sla^en des Kis- i'andes ;Lreh()rendcn Sandr- und (Triindmor;inen!jfohi<*te kaum diirch- führhar macht. Der e-rüsste d'heil des Idatles ist oherflächlich von Oherem Sande veideckt. Itoch lässt sich meist /wischen /Nvei aufeinander folixeuden Kndmoräncnzüm'n ein , Aiisteiijren der stark welliefcn Unterkante rler S.amllxMleckntie: nach S. /n <lentlii‘h erkennen. Krschwert wird die Erkennung und Verfolgung der Endmoränen/nge noch ausserdem durch di(' weite Verhndtung von Dünen, deren ein/eine, wie Aufschhi^se /eigen, in ihrer ersten Anlage gerade durch Blockpackungen, (xrand- und ( o'schiehemergel- kuppen hedingt wurden.

Am ])csten /u vei'folgen ist der \"erlaufd('s nördlichen Zweiges der von Blatt Tuchei heschriehenen Schwiedt-Bislawer Endmoräm». Die Lage dieses aus zwei hei t’ol. Neu-lwitz zusammentrcHcnden Bog<*n ])estehendcn Endmoräui iistückes wird durch die Urtschaften Theolog (IB. Tuclnd), \\ e)[)in, Ck)l. Neu-lwitz, Wissoka, Zielonka bezeichnet. Südlich legt sich vor diesen Doppell)(>gen ein gleich- falls aus z^vei hei Kossowo geschaarteu Bargen gebildetes (llied <ler Endmoräne ein, die Fortsetzung des südlichen Zweiges der Bis lawer Endmoräne, zu welcher östlich von Kossowo die steilen, geschiebereichen Höhen an der Gemarkungsgrenze zwischen Kos- sowo und Iwitz und die ülrerwehten Grand- und Steinkuppen Von dohannisthal gehören. Das zwischen den Ixdden Endmoränen- gebieten gelegeiK“ Gebiet wurde einerseits durch die tiefe aber schmale Kinne des Weljriner und Bislawer Sees nac.h W. hin entwässert. Betleutender aber war das von den östlicdien Morämm- bögen umschlossene dopjrelte Staubecken von Iwitz, welches durch den südlichen Bogen hinduich nnmittelbar südlich der Grand-

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kuppon und niockpackniij^on vnii Wissoka nach (]cin ^rnsson P)cckcn des ddnvial(Mi Mtd<rz-Sc,cs entwässert wurde.

Ijci Ziclonka, wo die Kndnioräne fast nur als eine (Iriippe von Hlockpacknn^en und (irani1kn[)jt(‘n entwickelt ist, vei'eini^en sie li die sridlichen Bogen mit der Fortsetzung der Neniniilil-Birk- wald-Hiittaer Endmoräne des Blattes Tnehel, die im Westen des Blatte.s Eindenimseh d(>m Nordzweige der sridli<'lien haidmo- räne fast völlig paralhd verläuft. Sie bildet hier am Nordi-ande d(‘s Belanfes Ueihergriind des Kgl. Forstes Eindenimseh die besonders nach SO. abschüssige, von (l randkuppen hegleitf'te und stark mit Blöcken hescdiüttete Scheide zwischen der Cirund- moränenlandschaft von Polnisch Cekzin und dem Sandr des Be- lauf(*s Keilu'rgrund mit ihren für die lOndmoräne eharakteristischen f {odentörmen, zahlreichen tiefen und &teilhöscliigen Senken und ahschüs^ig<'n unregelmässigen Hügeln. Sehr <]eutlich zeigt sich auch w ieder in diesem 'riieile der luidmoräne, dass diesell)e, wenn auch namhafte H(“)henunterschied(' in (hm g(“sammten ( )herfläehen- formen des Blattes im Allgemeinen fehlen, auf weite Erstreckung hin doch die 1 löhenpiuikte d(>r (iegend bildet. Vom Nordende des Eubinsk-Ostrowoer Sees, in dem sich die Scdunelzwasser hinter der südlichen Endmoräne sammelten, bildet die Endmoräne sodann die lange Reihe von (irandkuppcm und (ieschiebestreifen, welche sich ül>er Fvubinsk- und Pechhütte^ee bis zu den Bloek|)ackungen von Zielonka verlblgen lässt. l)i(*se Kette von z. Th. üb«>rw'ehten (Irandhügeln gleicht in hohem Oradf' dem Bilde, wadches Beuendt und Keilmack von einem Endmoränenzuge des südlichen Posen (Mitw'erfen: sie erinnert an die Spur eines in kurzen Absät/am sich seines Inhaltes entleerenden Ki('sfuhrwerkes. liier im (). bildete sich beim weiteren Rückzuge des Eises hinter der Endmoräne, z. Th. unmittelbar an ihre Orandkuppen anstossend, das Staubecken von Brzoze, wehdies durch die Rinne des Suchom-Sees nach O. hin einen Alitluss fand.

Einer noch späteren Rückzugsphase gehören die geschiebe- reic.hen Höhen von Summin und die starken Blockbestreuungen

') Dieses Jidirb. für 18‘.)4, S. 23ä.

LXIV

im iiördliclmii Tlu'ilc d('r Polnisch (icUzincr Feldmark an, di(‘ siel) \vi('<lornm in Ficstalt einer Ihnhe von (irandknppen dnicli den Pelanl' \Volf's<i;rund des KTniigl. Forstes dnnkerhof verfolgen lassen.

C. (lAGEL: Pericht über die A ufnali mearhe iten auf

den Blättern Angerbnrg und Ivrnglanken 18i)9.

Blatt Angerhni’g, ani Nordiande des Manersees gelegen, dessen nördlichste Zipfel geiade in den Sndi'and des Blattes hinein-

ragam, und von S. nach N. von d('ssen Ahflnss, d('r Angera[»|», durchzogen, zeigt fast in seine)- ganzim Ansdehnnng eine (irnnd-

morämmlandschaft nnd zwar in (ha- W.-IläH'le eine ganz t>pisch‘‘ mit llacheren Terrainformen, im (). nnd hesondeis ini 80. d('s

Blattes mehr die sogenannte coniplicirte (irnndmoränenliindschaft mit .s(‘hr zahlreichen Vertiefungen nnd erhehlieh höheren nnd steiler ahgehös<'hten Hügeln. Diese sind ;illc ganz reg<‘llos an- geordnet; ii’gend eine Andeutung von Drnniliiis. wie sic auf (hmi südlicher gelegenen P)l:itt Lfitzen so schön anfti-eten, ist hier nicht vorhanden. Der grösste Theil des Blattes ist also von Oberem (i(‘- schiehemei’gel bedeckt; das Untei*e Dilnvinm tidtt nur in wenigen, kleineren Dnrchragnngen auf, von denen die meisten in einei' NO.— 8\V. verlaufenden Linie anf dem linken Ufer dei' Angerapp nnd in dessen Verlängerung Ixm den I)örfei-n Wensowken, Wil- kowen, Prinowen nnd Thiergjirten liegen; zwei andere“ lieg(*n noch am NW. -Bande des Bhittes.

Südlich von der (iolda|)er C'hanssee finden sich einige nicht sein- ansgedehnte (reschieljejiacknngen, die wenig mächtig sind nnd meistens anch nur ans kleinen (iescliieben nnd (xeröllen von Fanst- bis etwas über Kopfgrösse ])estehen, deren Foi'tsetzung nnd Zusammenhang mit den anderen Endmoi'änen <ler Gegend noch nicht festgestellt i.st. Am O. -Bande (b'S Blattes findet sich im S. ein kleine.s, in dei- Mitte ein etw;is grösseres Gehiet, das mit z. Th ziemlich mächtigen Oheren Sanden bedeckt ist, nnd im SW. des Blattes, sowie zn I)eiden Seiten <ler Angerapp sitid einige“ ThalbiUhingen vorhanden, die an Unifang nicht gerade bedent(“nd sind, wissenschaftlich aber das gi-össtc Intei’csse l)eans[n“nchen. Wie In dem vorjährigen Bericht über die Anfnahmearbeiteu anf

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den lilättorn Löt/C(Mi und (ir. Stoinort horvor^chol)^) wurde, lässt sich rings um den in 309 Fuss Mölie gelegenen Mauersee eine 6 24 Fuss über dem jetzigen Seesj)iegel lichndlielie Terrasse nacliweisen, die damals wegen einiger kleinei', in den Sanden dieser Terrasse eingelagerten Wiesenkalklager für alluvial erklärt wurde; jetzt, nachdem der N.-Rand des Afauei-sees kartirt ist, er- weist es sich, dass hier auf eine Strecke von etwa 2 Kilometern eine nur durch einige kleine inselartige Erhehungen unterhrochene Senke sich befindet, die tiefer liegt als die höchsten Terrassen- hildiingen im S. und (J. des Alauersees uinl die ein unmittelbares (Tcfalle nach Norden nach der Angerapp hat, dass also hier ein natürlicher Abschluss, der den See bis zu der vorher erwähnten 1 h>he aufgestaut liahen könnte, fehlt.

Der westliche riieil dieser Senke, westlich vom (Inte Reussen, liegt in etwa 32ö Fuss Meereshöhe, stellenweise einige Fuss tiefer, stellenweise 2 3 Fuss höher, und wird von einem schwachknppigen (5esi*hiel)emergelgehiet gebildet, ln dem irgend welche Krosions- spnren niidit nachweisbar sind: er liegt im Alittel in ilerselhen Höhe, bis zu der sich iin O. des Mauersees der grös.ste und lu'st- ansgeprägte Theil der rerrasse hinanfzieht und etwa 4 10 hhiss tiefer als die hfichsten hierher gehörigen Hihlungen. Fnmittelhar am AW-Rand des (lutes Reussen zieht sich ein ganz schmaler, flacher Sandstreifen, der sich in der Mitt(> seiner Eängserstrcckung bis zu (‘twa 332 h\i.ss ungefähr der höchsten 'rerrassenhöhe ('rheht, vom Mauersee nach X. nach dem Angcj'appthalc, dessen grosse östliche Anfangsschleife er al)schneidet *). Der östliche Theil der Senke endlich, der grösstenthcils auch etwa in 320 27 Fuss llölu' liegt, weist 4 z. d'h. ziemlich breite, tiefe Erosionsrinneu auf, diii'ch deren südliche jetzt die ;\ngeraj)p ahfliesst; die nordwest- liche, die augenscheiidich in verhältnissmässig ganz junger Zeit auch noch als Abfluss gedient hat und ein nur w'enig höheres

’) Der siicllicbste breitosto und ganz ot>enc Thoil dieses Saiidstroifeiis springt spornurlig in da.s den Mauorsco uinraiidciido grosso Turfltruch vor, liegt in 318 ;t^r) Kuss Höhe Und biliiot das nördlichste, unvorkennbare Stück der Ter- rassen; ösilich von ihm liegen in dem grossen Torfbruch noch 2 grössere, ganz Hache, also wohl abradirto üoschiebemergelinselu in 318 Fuss Höhe.

.lalirl.ucli 1899. e

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Niveau als das Aiij^erappthal aufweist, wird vou dom nur «rauz wenig eiiigescluiitteiien Miilileukanal dtircli/ogen, der <lie grosse östliche Aufangss<;lileifo der Angerapj) ahscluieidet und diiect in den Modsdehnor 8ee führt. In die nächst (jstllch gelogene Kinne ist zu Friedrichs des (irossen Zeit ein Flösskanal, der auch in den Modsdehner See führt, zieiidieh tief eingeschnitten; dieser stagnirt aber jetzt schon wieder und ist ganz verwachsen. Die letzte noch weiter östlich gelegejie unmittelbar am N.-Knde der Stadt vorbeiführende Kinne endlich liegt schon ziemlich hoch (etwa 318 Fuss) und ist nui' bei genauer .Vufmerksamkeit ül)erhaupt zu erkennen; sie hat jedenfalls nur ganz kurze Zeit als Abflussrinne gedient: sämmtliche 4 Kinnen sind in das ( Tes<-hiebemei-gelplateiiu eingeschnitten, aber nicht durch den (Teschiebemergel durchge- schnitten. vielmelir kleidet er sie noch aus. soweit sie der Ke-

obaehtung zugänglich sind. Zwei And<'utungen ähnlicher Abflii.ss- riuuen befinden sich noch südlich der Angerapp in 32r> Fuss Höhe. \N enn diese Kinnen also auch durch Erosion hervorfjebracht oder w'cnigstens vertieft sind, so ist doch das Terrain, in «las sie ein- gesenkt sind, immerhin nur 320 27 Fuss hoch gelegen, ebenso wie der westlich vom Gute Keussen belegene Thcil der Senke; es bleibt also die Thatsache bestehen, dass hier am N.-Kande «h's Mauersees in oder tinter der Höhe der ihn im S., ( ). und W . umgebenden Terrassenbildnngen eine von keinerlei derartigen Kil- dnngen l'odeckte breite Senke statt eines n.atürlichen Ab.schlu.sses vorhanden ist, der die Wassermassen so hoch hätte atd'stauen können. Es bleil)en zur Erklärung dieses Thatbestandes nur 2 Möglichkeiten, entweder haben hier s[)ätere Niveanverschiebungen stattgefuuden, oder den nördlichen Abschluss und die Ursacdie des Aufstaus bildete der Kami des Inlandeises. Für die letzte

und gegen <lie erste Erklärung spricht vor Allem der Umstand, dass irgend welche Spuren von Abrasionsterrassen mit anschliessen- dem Steilrand, wie sie auf der Ostseite des Sees so schön aus- gebildet sind, hier in der erwähnten S«mke durchaus nicht mehr aufznfimlen sind. Wenn hier eine natürliche Barre gewesen wäre, die nur duiadi spätei’C Krustenbevvegung in eine tiefere Lage ge- kommen wäre, so müssten doch an den der Erosion nicht aus-

LXVII

gesetzten Stellen einige derartige Abrasionsspnrcn erhalten ge- blieben sein ^). Ferner spricht dagegen der sehr merkwürdige Umstand, dass der Al)flnss des Alanersees sich hier durch ein (le- lände dnrchgenagt hat, dessen tiefste Stellen noch etwa 12 Ifi Fnss über dem jetzigen Seespiegel lagen und dass die Angerapp hier auf der ganzen Länge ihres Laufs bis znm N. -Rande des Rlattes, also auf rnnd 25 Kilometer Länge (10 Kilometer Lnftlinie) ein Gefälle von 89 Fnss = 12Y4Meter hat, während an dem nordwest- lichsten Zi[»fel des Manersees südlich von Pristauien eine 250 Meter breite Senke sich befindet, die nur 4^2 Fass = 1 ^4 Meter über dem Spiegel des Sees liegt und die anf die kurze Entfernung von 4*/^ Kilometer bis zum Rehsauer See Fuss = 27 Meter directes Gefälle hat, ilie also doch den nächstliegenden und natürliclisten Abfluss für den anfgc'stanteu See hätte darbieten müssen. Will man an dieser Stelle also nicht ganz ungleiehmässige Krusten- bewegungen anf ganz kleinem Raum annchnien, für die sich oberflächlich übrigens gar keine Anzeichen feststellen lassen, so hissen die \’erhältuisso hier kaum etwas anderes als denkbar er-

scheinen, als dass am N. -Rande des Mauersees zu der Zeit, als sich an dessen S.-, O.- und Mb- Rand die Terrassen mit ihren Sand- und riionalilagerungen bildeten, noch der Rand des Inlandeises lag, der das Wbissiu’ so hoch anfstaute. und dass ilann der Eisrand sich allmählitdi von ( )st nach W est zurückzog und zuerst das Gebiet des heutigen Angerap|ithales freimachte; und erst als hier die

Frosion die halle, kann

Rinnen bis auf weniger als 814 Fuss herab vertieft das Eis aus der Gegend des Rehsauer Sees ver-

schwunden sein.

Auf ein derartiges ungefähr von O. nach W. fortschreitendes Zurückweichen des Eisrandes deutet auch die Reihe von Durch-

') Dio letzte noch allonfallK erkennbare Aiideutuuf^ einer Abrasionsterrasse liep[t an der SO. -Abdachung de.s hohen südwestlich von Itousson gelegenen Ge- schieheniergelrückens, also .südwn.stlicli vor tler S<'nke und reicht tdtenfalls bis zu etwa 832 Fuss Höhe.; 1 '/a Kilometer südlich, südlich und westlich vom Dorfe Kehlen dagegen liegt .schon wieder eine TöU Meter breite, ganz flache und sehr schon ausgebildotü Abrasiousterrasse im Geschiebcmergel, die sich in 3l2 bis über 32ö Fnss Höhe bolindot und oberflächlich auch z Th. mit huniosen Bildungen imprägnirt ist.

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rasunijen Unterer Sande mit tlieil weise anscliliessenden Laixern Oberer (Uande liin, die sieb län^s des W. -Ufers der Ani^erapp in einer NO. SW. verlaufenden Linie bis naeli ddiierj^ai’ten bin er- strecken, sowie auch der sehr aiiftallige, nn^efabr NN(J. SSW. verlautende Ilöben/.ug iin (»('schiebeinergeljdatean , der sieli da- hinter, östli<‘b von (iurren und Klimken über PrinoWim nach Thiergarten erstreckt, der sein' deutlich aus dem (ielände hervor- tritt, aber nur aus (reschiebemerirel besteht. Beide Krscheinuniren lassen sich am unge/.wunLjensten als Andeutungen endinoränen- artiger Bildungen bei einem derartigen Rückzüge des h’israndes auffassen, umsomehr als vor ihnen und parallel mit ihnen die zu Anfang erwähnten kleinen tTeschieta-pncknngen südlich von der (’i oldaper Chaussee verlaufen ^).

Sehr interessant sind ferner die riialbihlnngen, die sich zu beiden Seiten der Angerajip vorfiinhm, wenn man das Wort d'hal- bildungen auf horizontal liegende Thon- und Sandablagerungon anwenden darf, die zwar zn beiden Seiten den Flu.sslauf begleiten, aber zum grossen Theil keine seitlicdie l'ferbegrenzung haben, sondern frei auf dem Plateau liegen. Es lassen sich in diesen Bildinnxen zwei sehr deutliche Stufen nachweisen, die an einii^cm Stellen im S. mit einem schön gebildeten Steilrand gegen ein- ander absetzen, nach N. zu aber in einander übergeben.

Die Bildungen der höheren Stufe liegen im S. des Blattes in etwa 'i'IO ‘CT2 Fnss Meereshöhe, erreichen also in ihren höchsten Punkten die Höhe der höchsten Terrassenbihlungen im S., O, und W. des Manersees; sie senken sich nach N. in d(n' (regend zwischen dakunowen und W ilkowen auf etwa 315 812 Fass, nördlich von Jakunowen sogai' auf 300 Fuss. Die Bildungen der tieferen Stufe liegen im S. des Blattes in etwa 312 Fuss Ih'ihe und darunter und schneiden hier mit einem sehr deutlichen Steil- rand gegen die älteren Thalbildungen, sowie gegen das Plateau

*) Nach einer freundlichen Mitthoilung niGincs Kollegen Dr. K-vunhowi-.n liüfindet sich auf dem Oölrandc des westlich anschliessenden ßlalt Drengfurth noch eine hierzu parallele Kedic kleiner Geschiebepae.kungetJ und steil horvor- tretender Durchraguugen, die also noch eine vierte, letzte Etappe dieser Kück- wärtsbewegung des Eisraudes andeuten,

LXIX

ah; si(; sind weiter iiacli N. fast nur auf dem liukeu Ufer der Au^eraj)]) zu vei’folgeu hls i>rade nördlich vom Dorfe Stullicheu und siidlich von dem i;rosseu Aushau Wilkoweu, wo sie einen seh waeheu aber uoeli deutlich erkeuubareu Absatz l)ildeu ; auf dem gei^emiherliegeudeu reeliteu Ufer ist aber schon kein Absatz mehr erkeuid)ar, dort senken sieli die ddione der höheren 8tufe ganz allmählich und gleichiuässig his ins Niveau der tieferen. Diese Thalhilduugeu bestehen z. Th. ans Sauden, z. Th. ans mehr oder minder fetten Thonen, die in durchschnittlich 1^2 -Bieter Aläclitigkcit entweder direct auf (.Tcschiehemergel oder auf den Saiuh'ii liegen, stellenweise auch von diesen bedeckt werden l)ezw. mit diesen wechsellagern. Das Älerkwnrdigc an diesen Sauden und 'rimncn ist nun ihre Verbreitung und seitliche Begrenzung; sie liegrn zwar last durchgängig ganz horizontal, ahgesehen von einzelnen Stellen, wo di(* Thone sicdi an den Alihängcn kleiner ( Tcschielxmiergelhügcl his auf deiam Höhe hinaufziehen; !d)er höchst

auffälliger Weist'

gehen weder Sande noch Thone in alle Ver-

tiefungen hinein, die mit ihrem Verhrcitnng.sgehiet in unmittel- barem Zusammenhang stehen, somlern sie hören oft ganz plötzlich und unvermittt'lt ohne seitliche Begrenzung oder gar auf der Höhe von ( iesehiehem(‘rgelkup|)en auf, ohne in die danehen liegenden Veitiefnngen hinahzugehen, und zwar treten diese Verhältnisse aimh an vitdt'ii Stellen auf. wo von nachträglicher Brosion, die etwa ursprnnglich vorhanden gewt'st'ue Altlagcriingen später wieder fortgeschatft haben könnte, absolut nicht die Kedc sein kann, sontlern die fhoiu' und Saude endigen nn vt'rmittelt am Ein- gang der kleinen 'dt rings geschlossenen und abflusslosen \'er- tiefn Ilgen der (Trundmoränenlandschaft.

Die einzige lOrklärung für diese höchst merkwürdigen \ mbrei- tnngs* und Ablagi'rungsvt'rhidtnisse bleibt nach der Uage der Dinge nur die, dass zur Zeit der Ablagerung dieser Samle nml riione die ncbenlicgcndcn Vertiefungen, ja ülierhaupt das ganze neben- liegende d'crrain von Eis bctleckt gewesen sein muss, dass tdso diese Sande und Thone sich abgtdagert hahen in einer subglacialen, etwa längs der jetzigen Angerapp verlaufenden Kinne oder in einer sehr langen, ganz schmalen, ehenso verlaufenden Einbuchtung tles Eis-

r.xx

ramlos. Dicsp letzte I'^rkläninir orscheint aber nach laif^e der (M-t- llelien \Vrliältiii8t;e yelir iniwahrseheinlicli ; man müsst»“ dazu eine über 12 Kilometer lange und zuletzt kaum bOO Meter breite ISnebt, Oller vielmebr Spalte annehmen, die sieb so tief in den Eisrand erstreckt hätte. V iel \vabrs»“beinliclier ist die andere Erklärung (“imn- subglaeialen Kinne, besonders in .Anbetracht des Umstandes, »lass hier der l>altiscbe Höhenrücken sieb zimidicb steil nml hoch vor dem nördlichen, Hachen nml tiefgelegenen Ostprenssen (“rliebt und einen Riegel bildet, der den Abfluss der 8cbnielz\vässer nach S. ab- spei rt»“, dass sich also die Scbmelzwässer vor dem Eisrand bis iiber die Höbe der .Anfangs ei’\väbnfi*n rerrassen des .Mauersees anf'stau- ten und dann tbeilweise zurück unter das Eis abflossen und so den Eanf der jetzigen .Angeraj>j) vorbilileten.

W\q die .Al)flussvcrhältnisse des so hoch anf'gestant<“n Sees mu'b S. zu gewesen siml, darüber lässt sieb bis jetzt noch nicht viel sagen, da aus diesen (iegenden irgemhvelcbe geologischen Heobacbtnngen noch gar nicht vorliegen und die Messtischblätter auch noch ni<“lit pnblicirt sind: aus den Generalstabskarten ist mir zu ersehen, dass der in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Maiu'rsee stehende [..öwentinsee im 8., O. und W. von hochge- legenen Gebieten umgeben und bis auf die schmale Pforte »les 8aitensees im 8. abgeschlossen ist; dass dieser weiter nach 8. eben- falls nur durch zwei nicht gerade breite Lücken mit dem .Tagodner 8ee znsamnienbängt, der wiederum durch sehr grosse, nur wenig über sein Niveau emporragende Torfbrücbe in mehrfacher Verbin- dung mit dem Spirdingsee , steht, welcher seinen Abfluss nach 8. zur \V eicbsel bat. Ausser dieser entweder ganz offenen oder nur durch flach gelegene Torfbrüche unterbrochenen Verbindung zwischen Löwentin- und v8pirdingsee geht von der O. -Seite des ersteren zu der des Andern noch die ganz schmale, tief eingeschnittene Kinne des W'oynow-, Knwelno- und Tirklosees, die zwar zwisch(“n den cinz(“lni‘n Seen durch feste, etwas über den Seespiegel sich er- hellende liandriegcl unterbrochen wird, im L ebrigen aber durch- aus den Eindruck eines tief eingesclmittenen Ahflusskanals macht.

Die Verhältnisse, liegen also so, dass hei Aufstau des Muner- und Löweutinsees auf eine gewisse IIölic durch zwei schmale Durch-

LXXI

lasse der Alilliiss des T>et/teren nach S. erfoliren konnte; wie Iioeli (]er Aufstau sein musste oder konnte und in wie weit dann dnreh die l']rosion diese Dureldässe vertieft sind, lässt sich vorlänfii; noch nicht feststellen, das muss erst durch die geologische Kar- tirung des (iehietes festgestellt werden. Dass aber wenigstens ein Theil d er Schmel/wässer nickwärts unter das h^is und an der Nordahdacluing des Höhenrückens heruntergetlossen ist, erscheint nach den vorher gemachten Ausführungen über die Angera{)i)thal- bilduugen als eine unvermeidliche Annahme; je uachdem nun die Schmel/wässer reichlicher oder si)ärlich(u' flössen oder vielleicht auch zeitweise in der Kinne ganz stagnirteii, setzten sich die Sande oder Thone ab, die ja auch kein bestimmtes Lagerungs- verhältniss zu (‘inander haben, ja stellenweise wechsellagern. Der schmale, lange Sand.streifen, der sich westlich vom (lute Keusseu vom .Mauersee direct nach X. nach dem Augerajipthal hiuzieht, und dessen höchste 1 bmkte gerade iu dei‘ Mitte liegen, von wo er nach X. und S. ;ibfällt. lässt sich in seinem nördlichen höheren d'heilc id)erhau|)t nicht anders denn als Absatz eines (Icwässers erkläiHMi, das in einem rings geschlossenen Kanal also einer suh-

glacialen Kinne flf)ss.

Dagegen haben sich die l>ildungen der tieferen Stnfe, weidg- steus soweit sie südlich von Prinowen liegim, augenscheinlich schon in eiiu'r eisfiadcn Hucht abgelagert, si(' schneiden fast über- all in einem scharfen oder doch erkemnbaren Kami gegen die Kilduimen der höheren Stufe uml des Plateaus ab und zeio;en auch keine d(?rarti'c anffällii^en KriM-heinuimeu in ihrer Verlu'cituim lind Kegren/uug; das ngerappthal uöiillich von l^rinowen ist aber auch zur Zeit ihrer Ablagerung walii'scheiulich noch von h'is bedeckt und nur als subglaciale Kinne vorhanden gewesen, denn hier verwischen sich die (Irenzen zwischen den beidim Stufen sofort bis zur Uukeuntlichkeit und auch noch ziemlich tief ge- legene ddialbildungen zeigen dort jenen merkwiiialigen Mangel seitlicher Begrenzungen.

Wenn diese Erklärung, die sich auch in voller Uebereiu- stimmuug befindet mit tler vorhin versucht«'!! Erklärung für den jetzt fehlenden nördlichen Abschluss des .Mauersees in 320 332 Kuss

TA’XIT

Ilölio, ist mul ich kami nacli sortrrälti^or Prüfmiuj aller

in Fraise konimonden V(M-hältnissc keine aiuleia' (iiulen, (li(‘ ixleich^jjnt allen vorliegenden Tliatsachen gerecht wird , so ergehtni sich daraus noch einige andere wichtige Folg('riingeti, vor Allein i'iher die Zeit der Aldagernng einiger ^V^iesenkalklager.

ln dein vorjährigen Anfnahinehericht fihcr die I»lätt«‘r l>öt/en und (ir. Steinorl wurde aul'drund di’s Vorhandenseins von kleinen Wiesenkalklagern in den Saiuh'ii der T(*rrasse. diese fhi- alluvial erklärt, entspri'chend der bisher allgemein festgehaltenen An- schaunng ülier das Alter des Wiescnkalks. Die Wiesenkalklagcr waren nur klein und nicht sehr mächtig; da sie iintei’ D/'2 mächtigen Sauden nur mit dem Bohrer nachgewiesen wurden, ohne dass Aufschlüsse vorhanden wären, an denen man etwas (lenaueres hätte ersehen können, so können nähere Angahen üher ihn' BeschafTenheit, vor Allem über ihre etwaige Führung von (Organismen nicht gemacht werden Nach den oben gi'inachteu Ausführungen miissen sie sich aber gebildet haben, während am N.-Kaiule des Mauersees noch das Inlandeis lag, können also meines Erachtens nicht mehr als alluvial lu'/.eichnet wenlen.

Vtm .Ientzscii ist schon mehrfach und ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass tlie Entstehung wenigstens eines d heils der ost- und westprenssisclu'ii W icsi'ukalklager in die älteste Alluvialzeit zurückverh'gt wenh'n müsse, als noch ein erheblich kälteres Klima als heutzutage iu ( )st-i^renssen herrschte, weil sich in ihnen nordis(‘he h'lora I)nfns oefopefu/a, nana, Safi,/'

poUirw^ sowie säiirntlichc ans O.-Preiissen bekannt gewordenen Ivcnthiergeweihe gefiinden hätten, und Jhntzsc’H begründet auf diese Thatsache direct sein Alt-Alluvium. Nach den vorher ge- machten Ausfuhrnngi'ii scheint mir aber der Schluss nnabweislich, dass wenigstens ein Theil der \\ iesenkalklager noch weiter zurCick direct in die Diluvialzeit selbst datirt werden muss.

(legen diese Zuriickdatirung und jene oben versiudite Er- klärung der Angera|»|)thalbihlungen als subglacialcr Bildungen

’) Das entsprochemie Wiasenkalklager in clnr Terrasse südlich vom Goldapgar- See auf Blatt Krnglankeri war, allerdings solir schlecht, aufgeschlo.Hsen , zeigte aber auch keine, wenigstens ii)al<roskopisch erkennbare, Fauna oder Flora.

LXXIII

liosse sich violleiclit noch ein andover Eiinvaml iiiacluMi. der allen- falls disentirhar ist, nändicli (lass die Eisinassen, die am Xord- rand des Mauersees la^en und eine Zeit laue den Ahfluss sperrten, nicht ejerade der Rand des Inlandeises sellist irewesen sein müsste, sondern dass es vielleicht nur die letzten Reste des sich zurück- /.ichenden und al)schmelzenden Inlamleises waren, die sich als isolirto Stücke hier auf der Höhe des masurischen Seenrückms noch längere Zeit erhielten, während aus dem nördliclien, tief go- h'ijenen Oslpreussen das Eis vielleicht schon lange verschwunden war. Bei dem starken klimatisch(‘n Unterschied zwis(dicn (hun nördlichen, flachen Ostpreussen und dem masurischen Höhenrücken, der auch heut/utage notdi sehr nu'rklich ist, ist dieser (fedanke, dci- wohl zuerst und hauptsächlich von BEltEND'i' erwogen und hegi'ündet ist (dieses .Taluluich für ISSI, S. 4!)4) nicht ganz von der Hand zu weisen. Uerartigc' isolirte Eismassen, die zu beiden Seiten der Angerapp lagerten, wünlen zur Erklärung dei' fehlenden seitlicluMi Begrenzung der .\.ngera]ipthalbildungen wohl ausreichen und die Annahme (m'im's suhglacialen, rückwärts unter das Inlandeis fliessenden (lewässers, die ja auch uideughar etwas gewagtes an sich hat, vielleicht unnfithig machen.

Dann könnte ja allenfalls auch die .Vltorsstellnng der Wiesen- kalklager als altalluvial aufn-cht erhalten hhuhen. denn der Schnitt zwischen jnngdiluvial und altalluvial ist ja natürlich nicht scharf, und wohin man ihn legi, wird davon ahhängen, oh man grösseres dewieht auf das \'eischwinden des I lau|)tinlandeises oder auf das Zuiückhleihen der Rf'ste dessetl)en legt.

Man ist aber andererseits dann auch gezwungen, die vier paralhden Staffeln ('iidmoi-änenartiger Bildungen als zufällige Er- scheinungen aufzufassen, die in keinem C'ansalzusammenhang unter einander und mit den Terrassen des .Mauersees stehen.

Ton der Aufnahme des letzten NO. -Drittels von Blatt Krug- lanken ist nur noch zu lierichten, dass hierhei noch eine weitere kleine Endmoräne aufgefunden wurde, die sich von der S. -Seite des Büfke-Sees, wo sie sich an die grosse Kruglanken-Endmoräne

LXXIV

aiiU'hiit, an der (). -Seite des Hiinhimieck- und Bahke-Sees iiaeli dem (iute Siewken hinzlelit, von wd t^ie in NW SO.-lvielitnn^ nördlicli von Vorwerk Wolfkhrneli vorril>or naeli dein t.).-Kand d<*s Hlatte.s sich erstreckt. Dies erklärt aneli den anflällenden, schon im vorjährigen Bericht hetonien Unterschied in der Breite und Mächtigkeit der Kruglanker Endmoräne nördlicli und südlich vom Babke-See; das nördliche breite Stück wird eben gebildet durch das iranz nahe Anoinamhuschliessen zweier verschiedimer End- moränenstücke, die sich nachher, je weiter nach S., desto mehr von einander entfernen.

Dies neue Stück der Endmoräne hesteht z. Th. ans ( leschiehc- packung, z. Th. aus aufgeschütteten (leschiebesamh'n. Die de- schiebepackung ist hier fast genau so ausgeliildet, wie es fridier bei den Endmoränen im ürtclsburger Kreise liei dedwabno be- schrieben ist. d. h. sie besteht vorwiegend aus kleineren, laust- his etwa kopfgrossen Geröllen und (leschieben, in denen die Silnrkalke eine sehr bedeutende Bolle spielen, sodass auch hier fast die ganzen Ablairerungen dieser Kalke ^vegen umgegrah(*n und durchsucht sind. Die aufgeschütteten Geschiebesande sind in z. d’h. sehr steil abirfhöschten Hügeln abgelagert, die einen langen, schmalen, scharf aus dem rerrain hervortretenden Zug bilden und in ihrer äusseren Form z. l'h. frap[)aut an Durchragungszüge erinnern, aber auf den ringsum liegenden (Teschiebemergel aufgesetzt sind, was durch einen tiefen, günstigen Aufschluss bewiesen werden konnte.

B. Kühn: Bericht über die bisherigen Ergebnisse der Aufnahmen auf den Blättern Zuckan und Carthaus.

Die Aufnahmen während des Sommers 18bü auf den Blättern Zuckan und Carthaus hahen einige beinerkenswerthe Thatsachen kennen gelehrt, sind jedoch noch von zu beschränktem Umfange, um ein völliges Verständniss der letzteren zn ermöglichen. Ich beschränke mich desshalb auf eine vorläufige kurze Mittheilnng.

W^as Blatt Zuckan anlangt, so verdient die Thatsache Erwäh- nung, dass auf ihm die Kadaune, deiam ganzer I^auf fast von der Höhe des kassubischeu Landrückens bis zur w’eiten \Veichselniede-

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111112: in piiioni ausgesprochenen Erosionsthal von si'hr schmalem Querschnitt und starkem dcfälle vor sich geht, zwischen Zuckau und Nestem])ohl eine Laufstrecke aufweist, auf der das d'hal den schlnchtartigen C'harakter, den cs oherhalh und unterhalb davon besitzt, völlig cinhüsst. Diese heckenartige Erweiterung, deren westliche Hälfte durch die Plateauinsel von Ottomin zum grossen d'heil ausgefüllt ist, wird nicht von Erosionsgehängen begrenzt, vielmehr zieht sich auf beiden Seiten der Obere (leschiehemergel des Plateaus bis zur Thalsohle hinab. An den Rändern dieser beckenartigen WiTreiterung des Radaunethals tritt in vielfach unter- brochenem Zusammenhänge Händerthon auf. Eben solcher zieht sicli auch den nördlichen Zufluss der Radaune, den Strellnickliatdi, entlang, vielfach seine Thalgehänge luidend, bis über die Nord- greiize des Plattes. Vom Strellnickbach nach O. zu breitc't sich der Bänderllnui in weiten I'lächen auf dem Nordostviertel des Plattes Zm.'kau aus. Einzelnen allgetrennten Partieen dieses Ih'inder- thones aui' Platt 01i\’a hat bereits Zkise oherdiluviales Alter bei- gedegt. Es kann auch keinem Zweifel unterliegen, dass dieser an der Obertläche weit V(M-hreit(Ue Pänderthon eine einheitliche Pil- dung ist, und ebenso ist es ausgeschlossen, dass er zum Unteren Diluvium gehört. AllertHngs irrt Zeise in der .\nnahme, dass er die jüngste .\hlagernng des I löhendiluviums darstelle; denn viidfach erscheint er auf Platt Zuckau von (.ieschicdiesand bedeckt, oft auch mit lo.seu (leschicben beschüttet, .\llem Anschein nach gehört er dem Peginn der .Vbschmelzporiode an; die hesondeiaui Pedingungen, unter demm seine .Vblagerung erfolgte, werden sjiäter zu ('rörtern sein, wenn die lU'ziehungen. in denen sie mit iler Thalbilduug des debietes, insbesondere mit der be(;kenartig(‘n Erweiterung des Radaiinethales steht, aufgeklärt sein werden.

(lanz gleichartiger »ind gleichaltriger Pänderthon ist auch auf Platt Carthaus, namentlich auf dem Nord west viertel, verbreitet. Aber während er sich auf Platt Zuckau den Wasserläufcn anschliesst, oder wo er grössere Fhudien auf dem Plateau bildet, doch die

') Bericht über liio Ergebnisse der Aufnahme des Blattes Danzig. Dieses Jahrb. für 1898, S. CCLI.

I-.\XVI

tiefbron oiniiiiniiit, zeigt sein Auftreten auf lilatt (’arthans

vollkoniinene Unal)liängigkeit von der Ilölnnilage nnd den Oher- däelienfonnen. ohne dass hierfür Lagernngsstörnngen verantwort- lich gemacht werden könnten, da er nherall horizontal geschichtet erscheint. Allem Amschein nach erfolgte seine Ahlagernng noch im Stadium der Eishedccknng, wo seine Anshreitnng wesentlich vom Eise in ihren (irenzen bedingt wurde.

A. TiErPL.\: Ueher meine .A n f n a h m e n im westlichen Kheingan (Bl. Ivüdesheim nnd Pressherg).

Das nntersnehte (tebiet bildet das \Vestende des Kheingan- (lehirges. etwa von der »llallgarter Zange« bis znm Pheinlanf zwischen Küdesheim nnd Lorch. Auch das linksrheinische ( iehi('t des Blattes Büdesheim nnterhalh Bingen ist von mir l)egangen worden.

]. Devon. Die (Tliedernng, welche J. (Iossklet in den vor- nnd nnterdevonischen Schichten der Ardenium dnrehgeführt hat, habe ich bei meinen früheren Arljciten im (lebiet des Hoch- nnd Idarwaldes linksrheinischerseits in ihren Ilanptzflgen anerkennen müssen nnd auch im Kheingan scheint ihre Anweudnng wesent- lichen Schwierigkeiten nicht zn begegnen. Doch kommen die stratigraphiscdi wichtigsten Unterscheidungen Gossele'Ps hier im westlichen Kheingan wenig oder gar nicht in Betracht, weil breitere J'^altenzügc der vordevonischen Schichtgesteine nnr wenig zn Tage treten.

Die ältesten Gesteine des Gebietes treten in dom Dnrchbrnch der Nahe zwischen Bingen und Bingerbrück-Miinster anf. Es sind die grünlich- oder l,)langrancn Thonschiefer oder Sericit-Phyllite am N.- Abhang des Kochns- nnd Scharlachberges bei Bingen und im Eisenbahneinschnitt am linken Ufer der Nahe zwischen Binger- brück und Münster. Wenn diese Schichten auch in manchen

I landstücken Achidichkeit mit den rothen nnd grünen Schiefern (I’hylliten) der sog. bunten Phyllite (Schistes d’Oignies), z. B. bei Assmannshansen, haben, so können sie mit diesen doch nicht vereinigt werden. Sie nnterscheiden sich in erster Linie petro-

I. XXVII

"raphisoh von den bunten Pliylllten durch Mangel an den für diese cliarakteristisclien körnigen Gesteine (körnige Phyllite, Con- gloinerate u. s. w.), durch Zurücktreten oder Mangel an rothen oder violetten 8chiefern, durch etwas dickere Schieferung in manchen Fällen u. A. Von den ini Kheinhett zwischen Bingen und Küdes- heiiii anftretenden Felsen fällt der Bajipeustein in die Zone (h'r Sericitphyllite von Jhngen - Bingerbrück, zeigt aber von den bunten Pliylliten abweichende Ciesteino. Oie Grenze gegen die jüngeren Gesteine verläuft in einer geraden Linie von Rüdes- heiin auf die offene Halle an der Eliseiihöhe, oberhalb des Bingerlirücker Bahnhofes und auf Weiler zu. iSördlich dieser Liuie sind mir sericitphyllitische Gesteine iin Rheinthaldurch- brnch nicht mehr bekannt geworden. Da sie weiter in den

verschit'dentlich sicdi wiederholenden Streihm von bunten Phvlliten

•>

zu fehlen scheinen und da wir ferner diese letzteren zu den tiefeiH'u Schichten des Unterdevons (A. Dumont's Gcdinnien) rechnen dürfen, so erwächst daraus die Wahrscheinlichkeit, dass di(* Sericitphyllite oder -schiefer von Bingen und Bingerbrück älter als das Unterdevon sein werden. Man vergleiche das, was ;\. VON Reinach, Zeitsclir. d. geol. Ges. 1890, XLll, 012 über die Wiesbadener Gegend ifTitgetheilt hat.

Jenseits der vorhin erwähnten Grenzlinie Rüdesheim- Weiler treten dunkelgraue J'honschiefer und graue bis hellgraue Quarzite auf, welche «ri-osse Aehnlichkeit mit den Grenzschichten zwischen 1 1 unsnickschiefern und 'raunus(iuarzit haben, unter keiner Bedin- gung aber mit den bunten Phylliten vereinigt werden können. Fine Berübrung mit diesen fehlt und damit auch eine Lagerungs- beziehung, welche entscheidend für das Altersverhältniss zwischen beiden Schichtengru[)j)en sein könnte.

Unter den Scbichteugruppen des Rbeindurchbruches zwischen Binnen und Jiorch oder Trechtingshausen sind die Bunten l^hyllite von Assmannshausen am besten bekannt und In ihrer Altersstellung am wenigsten zweifelhaft, wenngleich die ihnen noch vorausgegangenen, sichei' devonischen Ablagerungen, die Ver- treter des Uonglomerates von Fepin und der Schistes de Mondre- piiits biei noch nicht nachgewieseu wurden, für eine Discordanz

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zwischen den bunten Schiefern und einer vordevonischen Unter- lage spricht das Inlnfigo Vorkonnnen von grobkörnigen Sedimenten, Quarziten und Conglomeraten. Die Schichtengrnppe tritt unter- halb Assinannshansen bis zur Alündung des Hodeidaiches mit nur wenigen Unterbrechungen fortlaufend an das Ufer des Rheines heran. Vielorts sind ihr ausser den conglomeratischen Gesteinen noch hellgrüidichgraue (Quarzite und Quarzitschiefer eingeschaltet.

Alle übrigen Schiehtengrnjipen des Ivbeinthales wurden von einzelnen Forschern gänzlich, von Andern nahezu unter dem Be- gritf »Taunus(piarzit« zusaminengetasst.

Fs war für mich in erster Linie wichtig, den Schichtenbau des Gebietes kennen zu lernen, und um zu diesem Ziel zu ge- langen, schien mir eine eingehende Gliederung das erste Frfor- derniss. Nun bat man es im Allgemeinen mit versteinerungsarmen und -freien (Quarziten und ebensolchen rhonschiefern zu thun, di<‘ sich in zahlreichen Falten wiederholen und miteinander wechsellagern. Die Altersverhältnisse der einzelnen Gesteinszüge durch Verstei- nerungen festzustellen, wäre bei deren untergeordnetem Auftreten eine sehr langwierige und wahrscheinlich ergebuisslose Arbeit geworden.

Dieser Aussicht gegenül)er und dm» Zweck meiner Arbeit un- verrückt im Auge behaltend, hielt ich es für rathsamei’, die ein- z(dnen Schichten zunächst mehr nach petrogr.aphische»» .Merkmalen zu trennen. Inwieweit die.se Untersuchiingsweise zur stiati- graphischeu Gliederung führen kann, bleibt sj>äteren Vergleichen mit andein, besser bekannten Gebieten Vorbehalten.

Den Gebirgsbau in seinen allgemeinen Zügen zu erkennen, dazu hat die von mir eingeschlagene Methode im Grossen und Ganzen genügt.

Fs wurden folgende Schichtengruppeu unterschieden.

1. Schwarze odei' dunkelgra\ie Thon schiefer. Diese Stufe umfasst im Kbeindundibruch sowohl die mitunter schwefel- kiesi’eichen Thonschiefer .am Südfuss des Niederwaldrückens, also an der Uferstrecke zwischen Bahnhof Uüde.sheim und den» Mühl- stein, einem Felsei» ii»» Ul»eii»bett, etwa der Nahen»ündung gegei»- iiber, als auch die vo»» der Bodenthali»»üudung , unterhalb Ass-

LXXIX

nianiishaiisoii , rlipinalnvärts das reclitp Ufer bildeiulen Gesteine. Links entsprechen dieser Stufe die Scldefer am Nordabliani^ der Elisenböbe, wie sie der Zickzackweg w'estlicb des Bingerbrücker Babnlinfes iin Wald diirebsclincidet.

2. Diinkelgrane bis schwarze Thonscbiefer mit grauen l)is bellgranen feinkörnigen (.^narziten. Sie sind im Allgemeinen sehr gleichmässig beschaffen, fidiren mitunter (ilimmer, auch Thonschieferflasern und zeigen sich dnnnbankig und sehr fest. Tel» rechne in diese Stufe rechtsrheinisch die Quarzite mit Schiefern von obtui gedachtem Älühlstcin ab abwäits an der Zollmauer und Ruine Ehrenfels (hier nach C. Kocii ver- steinerungsfnhrend, vergl. dieses Jahrbuch f. 1880, 208) voj'bei bis löO Meter unterhall» <ler nächstmi Wärterbude, ferner schmäleie

Streifen ähuli<’her Gi'steine am Westfussdes Rittersaales, am rechten (n-hänge des b’rankenthales, oberhalb Assmannshausen, endlich die in mehreren Stciid)rüchen aufirescblossencn Schichten beim Bad

Assmannshausmi. Im Gebirge zähh' ich hierher die am Süd- abhang dei' Zimmersköpfe und des Röspelkopfes iin Riidesheimcr, Eibinger und Geiseuheimer Gemeindewald durch Schutt über- deckten Schiefer und (Quarzite, auch diejenigen des »Grauen Steines«, der »Hölzernen Hand« und »Kalten Herberge«. Links- rheiidsch bin ich geneigt, die Schichten der Mulde vom Heilig- kreuzer Forsthaus, ferner ein breites Band steilstehender Scdiichten am Ostabhang des 1 )rudenb(*rges, unterhalb der iMündung des Kicuzbaches, und <li(? engere Umgebung d('r Ruine Rheinstein hierher zu rechnen.

8. Weisse bis hellgraue, feinkörnige (Quarzite. Sie fühi-en zuw'cilen Sericit und graue, meistens nachträglich hellent- fürbte und kaolinisirte Thonschiefer. Als hierher gehörig het rächte ich rechtsrheinisch am westlichen Abhang des Niederwaldes den (^uarzitzug <ler Rossel uml des Rittersaales, denjenigen des Jagd- schlosses, welchei' unmittelbar oberhalb der Mündung des Franken- thaies «las Ufer bildet, ferner «lie hangenden Schicht«'!! des St«'in- biuclies gegenüber Bahnhof Assmannshausen, endlich die rücken- bildenden Quarzite des Kammerfbrstes (Hörkopf und Ih'ufels- kadrich, Bodeugrube, Schwi'inskaut, .lUgerhorn). Gebirgsi'inwärts

füllen hierher der Zug vom U;ihenkoi)l‘ iivier üher den Pfingst- hach bis znin St('[)hanshänser riial (Sandkojd) nnd .scdinnilere Streifen beim Kloster .Marienthal, bei Korn's Mühle zn l)eiden Seiten des Plingstbaehes n. s. \v., nnd linksrheinixdi die Züge vom Andreas-Hanm zum Drndeidjerg. an der \ eitshohe n. s. \v.

4. (iraiie bis rothgra\ie, fein- bis grobkörnige (Quar- zite und Arkosen. Kothe und grünlich-graue ThoiiMdiicdiu- fehlen nicht, (Pimmer tritt sehr häufig in <len wenig festen Quarziten nnd Arkosen auf. Im Kheindurchbruch sind diese Schichten in dem Steinbrnch gegenüber dem Hahnhot Assinanns- hausen aufgeschlossen. Ein zweites, aber weniger deutliches und irpi-imfer mächtiges Vorkommen befindet si(di zwischen dem Had Assmannshau.sen und der Speisbachmündung. ( iebirgsein wärls kenne ich gute Aufschlüsse dieser Stufe in der engem l iugtd)ung der Klöster Noth (iottes und Marienthal, ferner zu beiden Seiten des Plingstbaehes oberhalb Korn s Mühle, in der Krosiousiinne des gleichen Baches am M estfnss des Uabenkopfes u. s. w. Uccht^- rheinisch sind mir günstige Entblössungen noch nicht bekannt geworden.

5. Kothe und grüngraue riionschiefer (Hunte Phyllite) mit Einlagerungen von (piarzitisclicn Schiefern, grünen und rothen Quarziten und conghjineratischen Schichten. Das Verbreitungs- gebiet dieser Stufe ist ein sehr ansgedehntes, insbesondere gewährt das rechte Kheinnfer von Assmannshausen bis zur .Mündung <les Hodenbaches mit der erwähnten Unterbrechung beim Had .Ass- mannshausen einen guten Einblick in die Stufe. In der Sohle des Hoden- nnd Aulliauser I3aclies macht sie sich besonders breit und im Gebirge sell)st bildet sie zwei deutliche und getrennte' Streifen zwischen Marienthal nnd Stephanshauseu, sowie in den ’jstlich benachbarten (Querthälern. Linksrheinisch sind die Schichten am Schweizer- und Franzosenhaus seit Lan'»'em stdion bekannt.

Die stratigraphische Stellung der letztgenannten Stufe nahe der Basis des l nterdovons uni ihre Ao(piivalen/. mit (h'u schist('s d Uignies habe ich oben bereits hervorgehoben.

Die 4. Stufe zeigt sich im Grossen und Ganzen in ihrer V or-

LXXXl

broitung eng an die bunten Pbyllite gebunden fUingebung von Notli (lottes), insbesondere stellt sie sich gern zwischen diesen und den weissen (Quarziten als schmales Band ein. Die Scliichten- fülge im Steinbrueh am Bahnhof Assmannshausen lässt hinsichtlich der Verknüpfung mit den weissen (Quarziten keinen Zweifel auf- kommen, zwischen beiden Stufen herrscht gleichförmige Lagerung.

Die weissen (Quarzite von der Kossel wurden dagegen bisher als Taumusquarzit betrachtet, nur C. Kocii scheint ihnen ein etwas jüngeres Alter zugestehen zu wollen (dieses Jahrbuch für 1880, 208). Ich liabc meinerseits gegen erstere Deutung nichts einzu- wenden, da meine Erfalirunixcn im westlichen Hunsrück und Hoch- wähl auf eine ähnliche Stellung hindeuten. Daraus ergiebt sich, dass <lie 1. Stiife etwa in jenen TTnrizont einzuriieken wäre, den im Hochwald die 1 1 e r mes k c i 1 s ch i c h t e n einuelimcn.

Die Scliichten von Lhrenfels und Leiengipfel wurden bisher nach (hm KoCii'schen Untersuchuniien und Versteineruimsfunden als echter 'raunus(juarzit angesehen. Darnach würden die von mir untorschie<lenen Stufen 2 und 8 in ihrer ( tesammtheit dem

Taunusciuarzit entsprechen und es l)liebc für die 1. Stufe nur die ül>er diesem folgenden Hunsrüekschiefer übrig, womit auch ihre petrograjdiisehe Eigenart am meisten übereinstimmt.

Zwischen den schwarzen Thouschiefer am Al)hang westlich Küdesheim und den weissen (Quarziten der liossci treten die grauen verst('inerungst’ührenden (Quarzite von Ehrenfels und Leiengijtfel auf. Ist k(‘ine nennenswerthe Ijagerungsstönuig hier im C^uerprotil vorhanden ich will vorweg bemerken, dass liierzii keinerlei An- haltsjmnkte vorliegen , so würden die Ehrenfelser Quar- zite und riionschiefer die ol)erc, die Kosseler (Quarzite die t i efe re A bt h e i 1 u ng der (lesammtgruppe des iaunus- (juarzites darstellen. Es würde sich weiter in Bezug auf die Lagerung die Eolgerung erg('!)en, dass die Schichten zwischen Büdesheim und dem Bosseier (^uarzitzug in überkippten halten

angeordnef sind.

Diese Altersdeutungen sind nur insoweit zulässig, als der Ealtenbau, die Störungen und der (»ehiingeschutt einen hJublick

in die (lliederung gestalten.

ln neuerer Zeit haben sich ausser

.iHlirlmch (((WH.

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Lxxxn

C. Koch noch K. A. Trossen, IIoezapfel, Rothpletz und Itosselet mit der Schiclitendeutung des vorwürfigen (»ebietes l)cscliäf’tigt. llire Schlüsse welchen mehr oder minder von einander und von den melnigen al>. Es wird weiterer Untersncliungen noch bedürten, um Klarheit zu erringen.

Eine besondere Schwierigkeit für die Altersbestimmung dei’ Schiefer und (Quarzite am Südabhang de.s (fehirges gegen di(' Rheinstrecke Winkel Geisenheim Rüdesheim liegt in der nach- träglichen chemischen Veränderung der Schieler di('ses (lel)ietes. Sic sind in einer 2 3 Kilometer breiten Zone längs des Rheines durch Eiseui^l immer roth gefärbt oder weiss kaolinisirt. Die jiranen (Quarzite haben sich weniger verändert. Die Stellung dieser fin- den Weinbau so wichtigen verUud<-rteti Schiefer und (Quarzite* kann nur durch ihre Verbindung mit den im westlichen Weiter- streichen auftretenden duidcelgrauen Thonschiefer und hellgrauen (Quarzite der 2. Stufe einigerinaasseu geahnt werden, ln diesen Schichten tritt der fast ganz kaolinisirte Felsit vom Rothenberg bei Geisenheim auf.

Durch die vorstehend skizzirte Gliederung gelang e.s, den Gebirgsban des westlichen Rheingaues iu seinen Ilanptzügen zn erkennen. Der wichtigste Punkt scheint mir der Nachweis einer nahezu der Kammlinie des Gebirges folgenden streichenden Stö- rung zn sein, eine Erscheinung, welche mit der von G. Koch am Kamm des Feldberges im östlichen Taunus nachgewiesenen Stö- l ung in ihrer AV irkung grosse Aehnlichkeit aufweist. Sie tritt in das Blattgebiet bei der »Kalten Herberge« ein und verläuft in annähernd gerader Richtung südlich an Stcphanshauscu vorbei bis iu die Nähe des Röspclkopfes im Geisenheimer Wald. Hier tritt ihre Verlängerung in den mit Schutt überdeckten Südabhaug des Kammerforstes (t^uarzitzug Teufelskadrich Zimmersköpfe) ein und entzieht sich damit der weiteren Verfolgung. Nicht unwahrschein- lich ist es aber, dass sie au einer t^uerstörung Rös[»eIkoj)f Grundscheid Alarienthal absetzt. Hier beginnt etwas weiter süd- lich eine andere streichende Verwerfung, welche das Rheinthal nahe dem Bad Assmannshauscu erreicht und hier die 2. von der 5. Stufe trennt. Mit diesen beiden oder, wenn man will, auch nur

LXXXIIl

eluen Störung worden iin Allgonieinon zwei verschieden gelagerte (lebirgsl)löckc von einander getrennt; südlich der Störung steil- stehende und theil weise nach SO. üherki|)[)te Falten (Niederwald), nördlich davon eine grosse, tlach nach SO. geneigte. Hegende Falte (Kainmerfbrst), welche scheinbar auf den llunsrttckschiefcr hinauf- geschoben wurde. Oestlich der vorbemerkten (^uerstörnng am li(")Spclkopf zeigt das Gebirge zu beiden Seiten der streichenden Verwerfung einen steilstehenden Faltenbau. Mehrere Querverwer- fungen vermögen das Schichtenstreichen hier kaum zu verändern. Dagegen spielen Querstürungen im Gebirgöblock des Kammerforstes eine grössere Rolle, insofern als sie, von ü. nach AV. gesprochen, die liegende Falte nach NW. immer weiter stafiblförmig vorrücken, wie das auch schon IToLZArrEL auffiel. Der Kammerforster Rlock berührt indess nicht den Rheinlauf, semdern wird, wie Rotiiuletz bereits gezeigt hat, von einer (^uerverwerfung abgeschnitten und durch tiefere Schichten (Hunte Fhvllite) ('rsetzt. Unterhalb Ass- mannshausen treten sonach Schichten des Taunu.S(piarzites nicht mehr an den heutigen Rheinlanf heran, von einem schmalen Streifen von grauen (Quarziten bei Had Assmannshauseu abgesehen.

Während der ( Tobirgsbhtck des Kammerhn'stcs beträchtlich zerstückelt erscheint, weist der südlich anschliessende des Nieder- waldes vom Rheinlauf bis zum Flster- oder Geisenheimer Hach ge- rechnet, keinerlei auflällige t^uerstörung auf. Linksrheinisch findet der Kicdcrwaldblock bald an einer tlcm L"fer benachbarten (^uer- störung Älorgenbach Hingcrbrück sein Ende.

Die von nur angenommene Schichtengliederung zwingt natür- lieh zu der Annahme, dass von Rüdesheim nach dem Hahnhof Hingerbrück eine bedeutende streichende \'^erwerfung verläuft, welche die vordevonischen Phyllite von Hingen und vom Rochus- berg von den Schiefern und (Riarziteu des Niederwaldes trennt.

\\ eitere Ergebnisse über den Gebirgsbau müssen der Karte entnommen werden.

II. T ertiär. In der Hauptsache sind es Schotter, Sande und Thoim, welche diese Alüheilung zusammensetzen. Ihr Alter wird im Anschluss an die östli(;hen Nachbargebiete als ein oligo- eänes angesehen. N'crsteineriingen, W('lche dies bekräftigen kramten,

LXXXIV

sind nicht hekannt geworden und somit muss die stratigraphisclie Stellung dieser Ablagerungen vorerst eine unsichere bleiben.

Die tieferen, d. h. die den Meeresspiegel am wenigsten über- rairenden Schichten sind im Allgemeinen feineren Kornes, als die höher gelegenen, ln ersteren treten kalkreiche, feinkörnige und dünnschichtige vSandsteine von geringer Miü-htigkeit (^0,3 O,;') Meter) auf, welche undeutliche Ptlaii/.onreste enthalten (Kilzhcrg hei Johan- nisberg). Die hochgelegenen Ablagerungen sind gröberen Kornes und gehen an der Auflagerfläche in .sehr grobe Schotter iiher. Dem Cerithienmergel ungehörige dunkelgrüne thonige, oder mer- gelige Clesteine wurden an mehreren Orten fcstgestellt.

DT. Diluvium. Vor den Mündungen der Ne!)enthäler breiten sich schuttkegelartig Schotter in mehreren Terrassen auf dem Tertiär aus, welches sie, wie Aufschlüsse bei Johannisl)erg be- weisen, ungleichförmig überlagern. Die einzelnen Terrassen dieser Nebenthäler haben unter einander scheinbar keine Beziehung. Das Material der Schotter setzt sich aus den Gesteinen de.s Nebenthaies zusammen, doch fehlen in diesen örtlichen Schottern grössere Bunt- sandsteiublöcke, wie sie in den Moshacher Sauden und den sie uuterlagernden Taunusschottern auftreten, keineswegs. Als Ab- lagerung unter Mitwirkung des Rheines geschaffen, sind sie als Schotter der nieder.sten Terrasse zu betrachten, welche sich von Winkel über Geisenheim bis an Küdesheim heran ausprägt.

Der Lö.ss steigt bi.s zu etwa 300 Meter Meereshöhe an.

Die Schuttbildungen am Kuss der Steilgehänge des Quarzites unterscheiden sich von denjenigen im Hoch- und Idarwald nicht.

P.A.UL Gustaf Kr.vuse. Bericht über die Krgebnisse der Aufnahme auf Blatt Sensburg und Cabienen 1890.

V^oin Blatte Sensburg wurde mir das Südostviertel, das an meine vorjährige Aufnahme auf Blatt Aweydeii anschliesst, zur Kartirung ül)eriragen. Drei, auch ihrer Entstehung nach ver- schiedene Laudschuftsformen bctheiligeii sich au dem Aufbau dieses Gebietes: Gruiidino räuenlaudschaft, Saudrund End- rn 0 r ä n e.

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Dlo auf Blatt Awpyden in ihrem südliclien Theilo bereits festiTcstellte Endmoräne’) reicht, wie damals bereits erwähnt wurde, auch auf das Blatt Sensbnre; hinüber. Hier wendet sich der Rand der Endmoräne vom Nordende von Krnmmendorf’ nn- mittelbar nach N., zn dem grossen, südlich von Carwen gelegenen Bruche, nm an diesem dann nach Nt), nmznbiegen nnd /wischen genanntem und dem Sternfeldcr Bruch einen Sporn nordwärts vorzuschieben. Dann tritt eine. Unterbrechung durch das Stern- fclder Bruch ein, das in der ntu’dlichen Fortsetzung einer Seidve liegt, welche die Endmoräne in nordwest-südöstlicher Ivichtung durchzieht nnd nnterbricht.

Die Endmoräne erreicht innerhalb des umschriebenen (ic- bietes, wie auch jenseits der Unterbrechung, wo der Wiei-sbaner Wald die Fortsetzung bildi't, bis über *2 Kilometer Breite. Wie eine Insel ragt sie aus dem umgebenden (iclände durchschnittlich etwa öO 70 Fnss, in einzelnen Kuppen .aber beträchtlich höher hervor.

Die Obertlächentbrmen der Endmoräne sind hier dieselben, wie sie schon im vorjährigen Bericht bei dem Krnmmendorfer Antheil geschildert wurden.

An dem .\uf’han dieses Stückes ist hauptsächlich der Obere Sand betheiligt, der als grandiger Sand mit meist sehr reichlicher Bestreiiung hier anf’tritt. D(’r Obere (ieschiebemergel nimmt nur in kleinen Partien an dem Aul bau der Endmoräne l'heil. Der Obere Urand bildet ebenfalls in der Endmoräne nur kleine, läng- liche Ijappen. Die Geschiebepaekung , die sich hier nur in zwei unbedeutenden Flecken lindet, ist sonst, wie schon im vorjährigen Bericht hervorgehoben, auf die Südllaidcc der Endmoräne be- schränkt.

Die Fortsetzung dieses Endmoränenzuges nach O. wurde durch verschiedene Begehungen auf den Nachbarblättern Königshöhe und l’eitschendorf verfolgt. Von Wiersliau schwenkt die Endmoräne in südöstlicher Richtung auf Klein Proberg zu, auch hier vor- wiegend in sandiger Entwicklung und auf der Innenseite bei

') Sicho meinen Bericht über Bl, Aweyden, dieses Jahrh. für 1898, S. 27;') ff.

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flakohstlorf von don istarkbowcfjjton Formen der (1 rnndinoränen- landscliaft l)en;leitet. Sie nnischliosst das Nordende des (»rossen \Vongel-S('es , sowie den Kainionk- und den elieinallgen , jetzt entwässerten 1 )nsek-See i). Diesei- sndlieli aushiegende Hogen Wiersliau Klein- Froberg ziolit weiterhin wicnler noiallich auf Ülier-Probcrg zn, das selbst in der lOndinoräne liegt. \bni lii(‘r scheint dann ein Sporn nach N. vorznstossen, währemd der Ilanpt- zng als ein kuppen- nml senkenreiches (»(dände, das wohl hanjit- sächlich ans Sand und C'rrand antgebant ist. sieh nach Oher- Kossewen f’ortset/t, wo die Endmoräne besonders hoch, stark knppig nml massig entwickelt ist und neben Sand und drand auch (lcschiebe)iacknng und lllockhestrennnir ant’weist. ^'on hier zieht sie dann anl' Kntzen zn und noch ein Stück darüber hinaus nach N., um nun in einem nenen Bogen nach SO zn schwenken lind an Eichelswaldo vorbei svieder auf Blatt Beitschendorf üher- zntreicn und anscheinend auf Eindendorf zn weiterznziehen. Auch in diesem Verlaufe scheint die Endmoräne überall eine ansehn- liche Breitenentwicklung zu besitzen.

Das Hinterland des auf Blatt Scnsbiirg liegenden Endmoränen- l)ogeustückes wirtl im W . und NV . von einer ansgej)rägten, kup- pigen drundmoränenlandsehaft gelnldct, die von einer grossen Zahl von Ilohlformon durchschwärmt ist.

Im östlichen Theile des (lebietes findet sich an Stelle der ( T rniidmoränenlandschaft einer <ler für ( )stpreusseii so bezeichnen- den, langgo.streckten. schmalen Sandr, dei', aus einem nöidlicheren Endmoränenbogen entspringend, fast in nordsüdlicher Bichtung das Blatt durchzieht und mit seiner sonst ebenen, aber von tief eingefurchten »Senninnen vielfach zerstückelten und zerlappten Oberfläche eine bezeichnende Form in der Landschaft bildet.

Die Unterlage liildet ein geschichteter Oberer Thonmergel, der in einer Reihe von natürlichen und künstlichen Aufschlüssen zn Tage tritt und ein mit dem (Jberen Gcschiebemergel an- scheinend gleichaltriger Absatz ist. Auf der Westgrenze liegt er

b Dieser Name fehlt zwar auf ilem Messtischblatto, ist aber bei den An- wohnern gebräuchlich.

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mit ihm im gleichen Niveau und stösst aueli, soweit die ausge- dehnte Alluvialhedeekung dies nicht verliüllt. mit ihm /.usainmen. Mit seinem C harakter als Absatz in einem Becken stimmt auch sein, übrigens nicht bedeutendes Einfällen nach der Beckenmittc, der tiefsten Stelle, ül)creiu. Am Sensburger Kirehlmf, also auf der \\ estseite dieses Zuges, ist dies östlich gerichtet, widirend es halbwegs Marienthal Wiersbau sich nach A\k neigt.

Abgesehen von der ihn im W. von der (riundmoränenland- Kchaft trennenden, vollständig vertorften N.S.- Kinne, sind es im esentlichen zwei solcher Systeme, die den Sandr ineridional durchziehen. Sie bilden die Verlängcrnng der Czoos-See-Kinne, aus deren Gabelung in zwei Aeste sie hervorgehen. Der östliche dc'i beiden liegt genau in der Kiehtnng der nan|itrinne. Kr ist entschieden der stärkere und tiefere und ist auch heute noch von greissereu Wassermassen eingenommen. Ihr gehört das Südemlt' des (V.oos-Sees und der Wiersbauer See an. Durch ihren Durch- bruch durch die Endmoräne l)eim Dorfe Wiersbau hat aber ihr ein- heitlicher Zusammenhang ein Stück gelitten. Zwei kleine, heute nur durch künstliche Durchstiche mit einander in Verhindung gebrachte Kessel, der entwässerte, ehemalige Kleine See und eine südsüdCtstlich davon folgende namenlose Senke, bilden die Fort- setzung der grossen Kinne und fübren dann zu dem langgestreckten Grossen ^Vongcl-See über. Der westlichere, schwächere Arm, der von der Ilaujitrichtung ausbiegt, wird von den St-nken des Kleinen und Grossen Zutappie-Sees und dem Sternfelder Bruch gebildet. Die lOndmoräue hat dann auch diesem ein schwer zu iiherwindcndes 1 linderniss geboten und eine glatte Durchlegung der Kinne nach S. verhindert. Der Durchbruch ist deu Wasser-

massen zwar auch hier gelungen, doch ist der Pass in viel h<")herem Niveau und in viel unfertigerem Zustande verhlieben als im <)st liehen Arme.

Diese l'iefenlinie wendet sich

dann in südöstlicher Kichtung

ebenfalls zur Kinne des Grossen Wongel-Secs.

Auch in der von zahlreichen kleineren, jetzt fast ausnahmslos vertorften Kesseln und Becken durchzogenen Gcschiebemergcd- landschaft lässt sich eine langgestreckte Kinne erkennen. Sie wird

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von N. n:K‘h S. aus folgc'udcu Sooii gol)il(]ct: dein Pietzung-, Öko-, Sredniak-, Clleniboko-, Kessel-, Dorf-, Czaiaien-, I^itkarez-, Carw- nnd C'arwick-Sec. ^"on hier findet eine Verbindung dnreb liente vertorf’te Ifrücber unter Anglicderung der bereits oben (‘rwähnten, am Westrande des Sandr verlaufenden Senke znin Krnnnnen- dorf'er See statt.

Diese. Rinnen gebören dem Oberen Dilnviiim an. Dafi'ir sfirielit niclit allein die obmi scbon ge.seliilderte nnf’ertigf' Art ihri's Dnrebbrnebes dnreb die l'nnbnoräne, die selion als Ilinderniss für sie bestanden baben muss, sondern auch ihre Reziebnngen zu dem ( )beren (iescbiebemergel.

Die naeb Absclimelzung der Inlandeismasse eingetretene Um- kebrnng des Gefälles leitet beute die Kntwässernng auf dem Ge- biete unserer Karte gerade umgekehrt von S. nacdi N. ab.

Die Xordbälfte des Blattes C'a bienen, mit deren jTeolofri- scher Kartirnng ich beauftragt wurde, bildet (dnen Tlieil der nörd- lichen Abdachung der ostjireussischen Seen[)latte. An dem Südrande

stosson wir auf eine Kndmoräne.

Sie tritt zwar nur zu einem kleinen

Tbeile auf unser Arbeitsgebiet über, bildet jedoch hier bei Dürr-

wangen so eigenartige und bezeiebnende Landsebaftsformen, die iibrigens hier auch die grössten IIölieiD) im Gelände sind, dass sii' nicht leicht zu verkennen ist. Etwa ans der Richtung von Bnr-

schewen her zieht sic als stark mit Blöcken Itestrenter Cieschiebc-

mergid auf Dürrwangen zn. Allmählich gestaltet sich dann ihr Bild bunter, indem neben dem stark ku{t[jigen Geschiebemergel auch der Oliere Saml in steileren Formen, ebenso wie vereinzelte Partien von Blockpackung und einige Kieskuppen an dem Aufbau theilnehmen. Von Dürrwningen wendet sic sich dann in südwest- licher Riclitnng aut die Südhälfte des Blattes.

Die Nordhälfte (h's Blattes Cabienen ist ein Theil des an diese

Endmoräne anstüssenden Hinterlandes, das sich im Wesentlichen aus der Grundmoräne auf baut, wenn auch daneben der Deckthon und der Obere Saud ebenfalls zur Geltung kommt. Aus letzterem ist der

‘) ÖOO Decinialfuss über N. N., während der Spiegel des Legiener Secf) 271) Fass hoch liegt.

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Fund einer Macira solida auf secnndärer Lagc'rstätte xii erwähnen. Sie fand sich in einer Sandgrube ini Felde hei Legienen östlicdi der Chaussee. Dabei möchte ich übrigens einen gleiclien Fund der iiätulicheu Art vom Blatte .\weyden, den ich in meinem vor- jährigen Bericht anx.uführen vergass, nachtrageii. Dies E.xcm{ilar fand ich im ()l)eren Saude der unmittelbar am Peitschendorfcr Kirchhof gelegenen (Trübe.

I nter den alluvialen Bildungen sei auf die verschiedenen Schwatv.erden hingewiesen, die vom nördlichen Nachbarblatte Rössel Ins /mm Nordende des Legiener Sees Vordringen und sich auf ( )berein (Teschichcmergel, Deckthon und Decklehm finden. Die Art ihres Vorkommens, ihr Fehlen auf den Hochflächen, ihre Be/ichnngen zu den Ilohlformen des (Teländes lässt die gewöhn- liche Erklärung der Entstehung dieser Böden hierfür nicht zn- treftend erscheinen.

Weiterhin möchte ich die .Aufmerksamkeit auf das Vorkommen des von den Schweden »gyttja« genannten, eigenthüinlichen Teich- schlammes hinlenken, l'is ist das eine im frischen Zustande grün- lichgraue, weiche, l)reiige. feine, etwas elastische Masse,